Donnerstag, 14. April 2011

"Josef Ackermann ist einer der gefährlichsten Bankmanager der Welt"

Starker Tobak von Simon Johnson vom MIT in einem Interview mit der TAZ:

"taz: Herr Johnson, die Deutsche Bank erwartet 2011 einen Rekordgewinn von 10 Milliarden Euro. Ist die Finanzkrise vorbei?

Simon Johnson: Der deutsche Finanzsektor ist sehr problematisch, und die Deutsche Bank ist besonders gefährdet, sich selbst in die Luft zu jagen. Ihr Chef Josef Ackermann ist einer der gefährlichsten Bankmanager der Welt, weil er darauf besteht, eine Eigenkapitalrendite von 20 bis 25 Prozent zu erzielen. Ein so hoher Gewinn ist nur möglich, weil er genau weiß, dass die Deutsche Bank ein Systemrisiko darstellt und daher von den Steuerzahlern gerettet würde, falls ein Konkurs droht. Also wird auf Gewinn spekuliert - was dann auch die Boni der Manager maximiert."

Ich kann grundsätzlich nur zustimmen, wobei es mich sehr an "good cop - bad cop" bzw. "teile und herrsche" erinnert, wenn ein ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds sowas sagt. Wenn die staatlichen Aufsichtsbehörden jetzt höhere Eigenkapitalquoten für die Banken fordern und das sicherlich wieder einige als "Beweis" interpretieren, daß "der Markt" eben reguliert werden müsse, kann ich nur entgegnen, daß es die Regulierer waren, die den Banken die niedrigen Quoten erlaubt hatten und die Banken "am Markt" bei diesen Quoten schon längst alle verschwunden wären. Mir fällt ferner keine Branche ein, die weniger mit "Kapitalismus" zu tun hat, als das moderne (Mega-)Bankwesen, obwohl deren Treiben ja besonders gerne als "Turbo-Kapitalismus" bezeichnet wird.

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