Montag, 23. Dezember 2013

Zum Geburtstag der FED: Bastel Dir Deine Notenbank!

Die US-Notenbank Federal Reserve wird heute 100 Jahre alt. Damit ist der dritte Versuch der Amerikaner eine Zentralbank zu etablieren bislang der langlebigste.
Da ich eigentlich keine Lust habe schon wieder etwas über die FED zu schreiben, dachte ich mir, dass ich zur Feier des Tages stattdessen über ein kleines "Geld aus dem Nichts" Experiment berichte, dass ich vor drei Wochen begonnen habe. Bislang ist zwar noch nicht so wahnsinnig viel dabei herumgekommen, aber es macht Spaß. Wer es ausprobieren will, kann der Anleitung folgen und die Referral Links anklicken.
Man lege zunächst einen Account beim Bitcoin-Cloud-Mining-Anbieter Cex.io an. Die Bitcoin-Adresse für Einzahlungen, die man unter "Balance" bekommt, gibt man auf der Seite www.freebitco.in an. Dort kann man jede Stunde Satoshis (1 Satoshi: 0,00000001 Bitcoin) gewinnen. Angeblich bis zu 0,2 oder 0,3 BTC, ich habe aber nie mehr als ca. 300 Satoshis auf einmal gewonnnen. Hat man mehr als (derzeit) 5400 Satoshis gewonnen, wird der Betrag einmal in der Woche am Montag an die angegeben Adresse ausgezahlt. Das hat bei mir nun schon ein paar Mal geklappt und da ich www.freebitco.in per Smartphone aufrufen kann, kann ich immer wieder mal wenn ich daran denke ein paar Satoshis gewinnen. Mit den Satoshis  kann man wiederum bei Cex.io Rechenleistung kaufen, die sofort beginnt Bitcoin und die Kryptocoins Namecoin, Devcoin und Ixcoin zu minen. Da Cex.io Wartungsgebühren in Bitcoin für die bereitgestellte Hardware verlangt, haben meine ersten 0,003 GigaHash, die mich circa 20.000 Satoshis gekostet haben, noch ein Minus von 1 Satoshis produziert, aber vielleicht habe ich auch nicht lange genug gewartet. Die kostenlos  geminten Namecoin konnte ich nämlich bei Cex.io direkt immer wieder in GigaHash reinvestieren und nun minen meine Miner fröhlich vor sich hin. Da ich die anderen beiden Kryptocoins nicht kenne und mich nicht dafür interessiere, habe ich mir noch ein Konto bei www.cryptsy.com angelegt, da man die bei Cex.io nur akkumulieren, aber nicht umtauschen kann. Bei Cryptsy werde ich dann die Devcoins und die Ixcoins in Bitcoin umtauschen, sobald der Betrag etwas größer ist und mit den Erlösen wieder GigaHash kaufen.
Fertig ist die eigene kleine Notenbank!

Nach dem Spaß noch ein kleiner ernster gemeinter Hinweis: "Mining" gilt derzeit nach dem was ich so lese nicht als profitabel und die GigaHash bei Cex sind angeblich recht teuer im Vergleich zu denen, die man sich über ASICs kaufen kann. Dafür muss man aber nicht auf die Lieferung warten, muss sie nicht konfigurieren (sowas traue ich mir zB garnicht zu), zahlt keine Stromkosten und kann sie sofort wieder verkaufen. Das obige ist allerdings keine Anlageempfehlung und jeder, der mehr als ein paar gewonnene Satoshis investieren will, sollte sich eingehender mit der Thematik beschäftigen, z.B. hier:

oder hier
https://bitcointalk.org/index.php?topic=378439.0

In Deutschland ist das Ganze vermutlich auch noch steuerpflichtig, aber bei Erträgen im Micro-Cent Bereich gilt es ja vielleicht noch als Liebhaberei... 


CEX.io

China und die Bitcoin

Nachdem die Nachfrage aus China den Kurs des Bitcoin in den letzten Monaten über 1.000 USD getrieben hatte und die Bitcoin-Börse BTC-China zum größten Handelsplatz der Welt avanciert war, schockte die chinesische Zentralbank PBOC Anfang Dezember 2013 die Märkte mit dem Verbot des Bitcoin Handels für chinesische Banken. Zunächst wurde allerdings betont, dass chinesische Privatanleger weiterhin auf eigene Gefahr handeln dürften. Bitcoin erhielt den Status eines Rohstoffs, weswegen einige Marktbeobachter den Eingriff der PBOC insofern als positiv betrachteten, als dass Bitcoin Börsen damit nicht der strengeren Bankenaufsicht unterliegen würden. 
Letzte Woche kam es offenbar zu einem Treffen von chinesichen Zentralbankern mit Zahlungsdienstleistern (vergleichbar mit PayPal), die mit Bitcoin Börsen kooperiert haben, in dessen Zuge ihnen diese Geschäftstätigkeit untersagt wurde. Als Folge ist es derzeit unmöglich  Yuan auf BTC China einzuzahlen, wie der Bobby Lee, CEO von BTC China in einem offenen Brief bestätigt. Chinesen dürfen gerüchteweise auch nur noch bis zum Ende des chinesischen Neuen Jahres (Ende Januar) ihre Yuan entnehmen, wobei es zu dieser Information meines Wissens keine offizielle Quelle gibt. Wie Bobby Lee es schaffen will, Einzahlungen wieder zu ermögliche, bleibt bislang sein Geheimnis. Unterdessen ist die Börse "Huobi" offenbar zum umsatzstärksten Handelsplatz geworden, da die Einzahlungen dort über das Geschäftskonto des Börseninhabers laufen...Offenbar sind die Chinesen schwer von ihrer Begeisterung für Bitcoin abzubringen, obwohl mir Huobis Geschäftsgebahren nicht unbedingt nachhaltig realisierbar erscheint und für die dortigen Nutzer auch erhebliche Risiken mit sich bringt. Insgesamt ist die jüngste Entwicklung enttäuschend, nachdem Chinas Regierung zunächst so aufgeschlossen schien, dass sie z.B. eine äußerst BTC-freundliche Dokumenation im chinesischen Staatsfernsehen zuließ. Immerhin war das aber in meinen Augen auch ein Grund, weswegen der US Senat bei seiner Anhörung Mitte November nicht mehr nur Geldwäsche, Terror und Drogen vor Augen hatte, sondern auch amerikanische Jobs, die nach China abwandern könnten, falls die USA zu restriktiv gegenüber Kryptowährungen auftritt...

Update: lese gerade, dass Localbitcoins.com nun seine Dienste auch auf chinesisch anbietet. Peer to Peer Handel sollte erlaubt sein und damit hätten die sagenhaften riesigen chinesichen ASIC-Mining-Farmen immerhin diese Möglichkeit ihre frischgeminten BTC loszuwerden...

CEX.io

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Polizeichef von Vicco, Kentucky, wird künftig in Bitcoin bezahlt

Tony Vaughn, Polizeichef von Vicco im US-Bundesstaat Kentucky, hat das OK des Stadtrates bekommen, Teile seines Lohns in Bitcoin bezahlt zu bekommen.
Der Bürgermeister Johnny Cummings erklärte, dass nur das Nettogehalt in Bitcoin ausbezahlt werde. Alle Steuern würden zunächst abgezogen und der Rest zunächst auf ein Bitcoin-Konto des Städtchens einbezahlt und von dort auf ein Bitcoin Konto des Polizeichefs überwiesen werden:


Vicco und sein offen homosexueller Bürgermeister Cummings waren dieses Jahr bereits in die US Schlagzeilen geraten und hatte bewiesen, dass nicht alle Kleinstädter intolerante Hinterwäldler sind:



Dienstag, 19. November 2013

Bitcoin Achterbahn

Nur ein kurzer Eindruck zur wahnwitzigen Entwicklung des Bitcoinpreises...hoch...runter...hoch...runter...Nix für schwache Nerven :-)


Update: Das "t" in AchTerbahn ist eingefügt und Bitcoin wird wieder für über 500 EUR bei MtGox gehandelt. Was für ein Tag...

Donnerstag, 7. November 2013

Demnächst (beinahe) Real-Time-Handel bei Bitcoin.de

So eben lese ich bei Facebook, dass Bitcoin.de in die heisse Phase für die Implementierung des (nahezu) Echtzeithandels geht:

"Der interne Test der Fidor-API hat begonnen Es dauert hoffentlich nicht mehr lange bis der (nahezu) Echtzeithandel auf bitcoin.de starten kann. Wer noch kein Fidor-Konto hat sollte sich beeilen eines zu eröffnen UND dieses bei bitcoin.de eintragen. Das Konto ist kostenlos, bietet sogar derzeit 1,2% Zinsen aufs Tagesgeld und eine kostenlose Prepaid-Kreditkarte von MasterCard. Hier gehts zur Anmeldung: https://www.fidor.de/produkte/fidorpay"

Hintergrund: 
Aus regulatorischen Gründen hat Bitcoin.de die Münchner Fidor-Bank als sogenanntes Haftungsdach ausgesucht (da Bitcoin "Finanzinstrumente" darstellen und deren Vermittlung in Deutschland der Überwachung durch die BAFIN unterliegt). Bitcoin.de ist keine "echte Börse", auf die man z.B. Geld einzahlen kann, sondern bringt Handelspartner zusammen, die ihre Bitcoin gegen EURO tauschen wollen und andersherum. Die Bezahlung erfolgt über die Girokonten der jeweiligen Handelspartner, was zu Verzögerungen führt, da der Bitcoin-Verkäufer erst den Geldeingang bestätigen muss und erst dann die Bitcoin beim Käufer freigschaltet werden. Nutzen nun in Zukunft Käufer und Verkäufer ihr Fidor-Pay-Konto, beschleunigt sich der Vorgang insofern, als Überweisungen innerhalb von Fidor nahezu in Echtzeit erfolgen (wer schon eimal wochenlang auf eine Auszahlung von MtGox gewartet hat, weiss Bitcoin.de auch heute schon zu schätzen...).

Wer Freude an meiner Bitcoin-Berichterstattung hatte, könnte als kleine Dankeschön meine Partnerlinks auf beiden Seiten nutzen, um dort Konten zu eröffnen:



Für eine einfache Spende geht diese Adresse:
18Z4cSqoCtq72a2wVrS1ixy4CKfwZu1cGN

(ich habe im Laufe der Zeit soviele Bitcoin verschenkt, um die Idee zu verbreiten, dass es mich freuen würde, wenn ein paar Micro-BTC zurückkommen...Karma und so ;-) )

Mittwoch, 6. November 2013

Pizza für Bitcoin?

Es gehört zu den Gründungsmythen von Bitcoin, dass die erste realwirtschaftliche Transaktion beim Kauf einer Pizza für 10.000 Bitcoin stattfand. Beim derzeitigen Kurs von rund € 190 pro Bitcoin bei Bitcoin.de würde diese Pizza heute € 19.000.000 kosten...
Sollte der damalige Pizzakäufer wünschen seine Pizza-in-Bitcoin-Durschnittskosten zu senken, kann er dies ab heute bei lieferservice.de tun!

Montag, 4. November 2013

Mit Bitcoin bei Ebay bezahlen? Geht schon!


"Das Verkaufsportal Ebay könnte eines Tages virtuelle Währungen wie Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. "Digitalwährungen werden sich zu einer sehr mächtigen Sache entwickeln", sagte Ebay-Chef John Donahoe der "Financial Times".

Wer es nicht erwarten kann, der muss nur auf eine neue Seite des Berliner Startups BitcoinsBerlin gehen. Auf http://all4btc.com wird einem die Bezahlung auf Amazon, Ebay und weiteren Seiten ermöglicht. Laut Team-Mitglied Jan Goslicki, den ich auf der Kölner Bitcoin-Konferenz kennenlernen durfte, wird Bitpay als Zahlungsdienstleister genutzt und ein Aufschlag von 5% auf deren BTC-Wechselkurs als Gebühr verlangt.

Wer sich einigermaßen schnell und unkompliziert seinen ersten Bitcoin kaufen möchte, kann das gerne über meinen Partnerlink bei Bitcoin.de erledigen!

Montag, 28. Oktober 2013

Bitcoin aus juristischer Sicht

Der Anwalt Julian Schneider, der bereits auf der Kölner Bitcoin-Konferenz am 22.10. referierte (Youtube-Link zu seinem Vortrag), gibt in einem Interview mit der Legal Tribune seine Einschätzung zu Bitcoin aus Sicht eines deutschen Juristen: 

Samstag, 19. Oktober 2013

Neues Interview mit Karen Hudes

Oliver Janich hat Frau Karen Hudes vor einigen Monaten einmal "die wichtigste Whistleblowerin aller Zeiten" genannt.



Als seien ihre Enthüllungen nicht sensationell genug, empfiehlt Sie auch noch Bitcoin, um sich auf mögliche monetäre Turbulenzen vorzubereiten.

Donnerstag, 4. April 2013

Bitcoin versus Fiat

Die ZEIT fragt sich:

Warum sind Bitcoins plötzlich 100 Dollar wert?


Als Hayekianer ist mir das Risiko der “Anmaßung von Wissen” zusehr bewußt, als dass ich konkrete Preisprognosen abgeben wollen würde. Ich traue mir aufgrund bald 20 Jahren Beschäftigung mit dem weiten Feld “Geld” jedoch ein “educated guess” zu. Wer sich über den bisherigen BTC-Preis-Anstieg, gemessen am jeweiligen Zwangsgeld (=Abgabemittel des Gewaltmonopolisten), in unserem Fall also weitgehend Euro, wundert, hat sich vermutlich noch nicht genug damit beschäftigt, was Bitcoin überhaupt sein will. Wer verstanden hat, dass Bitcoin anstrebt privates Geld ohne Staatseinfluss zu sein, vergleicht BTC mit seiner Konkurrenz. Darin liegt die ultimative “Kursphantasie”. Und um in einer einigermaßen vergleichbaren Liga zu spielen, sollte doch BTC wenigstens so groß sein wie z.B. die “Geldmenge” in Bangladesh, oder? Dazu muß sich Bitcoin derzeit z.B. noch verfünfzehnfachen.






Hier die neusten Gedanken von Rick Falkvinge, dem Gründer der Ur-Piraten in Schweden, der im Sommer 2011 all seine Ersparnisse in Bitcoin angelegt hat und seit Februar 2013 aufatmen und seit März wieder herzlich lachen kann: http://falkvinge.net/2013/04/03/why-bitcoin-is-poised-to-change-society-much-more-than-the-internet-did/

Montag, 18. Februar 2013

Die WELT über Bitcoin

"Währung aus dem Internet kann den Euro gefährden", schreibt die WELT in einem gut recherchierten Artikel. Etwas missverständlich ist der einführende Satz "Konzerne wie Amazon erwägen eine Einführung". Weiter unten im Artikel wird erklärt, dass damit nicht Bitcoin, sondern "Amazon Coins" gemeint sind. Letztere sind aus meiner Sicht keine interessante Alternative zu Bitcoin.

Mittwoch, 30. Januar 2013

Der 500-Millionen-Euro-Chianti?

Die USA kommen nun offenbar doch nicht in den Genuß der "1-Billion-US-Dollar-Münze", dafür könnte in Italien nun ein 500 Millionen teurer "Chianti classico" ein weiteres Riesenloch in die Bilanz der angeschlagenen "ältesten Bank der Welt", Monte dei Paschi di Siena, reissen. Der Chianti ist in dem Fall kein Rotwein, sondern eine "cartolarizzazione immobiliare", also eine Hypthekenverbriefung. Die Bank hatte bereits mit derivativen Konstrukten namens "Alexandria" und "Santorin" erhebliche Verluste erlitten (und verschleiert), doch nun will das italienische Magazin Panorama diese Woche eben das Fass...pardon...die Flasche Chianti aufmachen. In Siena, wo man z.B. den Vertrag von "Alexandria" einfach weggesperrt hatte, dementiert man bislang noch, dass der Chianti zu weiteren "erheblichen Verlusten" führen werde...

Dienstag, 29. Januar 2013

Zombie Money

"Zombie money is what you're left with if you don't restructure debts and financial institutions. If you don't do that, any public money you provide to banks through QE or other stimulus measures is not real in the sense that it can be freely spent or lent out, because at the other end of the ledger it's balanced out (and more) by the unrecognized losses that remain in the books. As long as there's no restructuring, it may plug holes below ground, but because of the size of the holes, above ground it builds only zombies. That is the essence of the financial crisis, and none of it has been resolved."

http://theautomaticearth.com/Finance/how-to-spot-a-zombie.html

 

Donnerstag, 24. Januar 2013

The Biggest Bubble In History: Fraud

"‎Trust is falling to all-time lows as to many government and private institutions. Why? Because institutional corruption is so rampant that it is becoming obvious to everyone from Joe Sixpack to amateur and sophisticated professional investors. While liberals tend to distrust big corporations and conservatives tend to distrust the federal government, we all agree that the malignant, symbiotic relationship between the two is the root problem. Indeed, when government and corporatism merge, it is hard for anyone to trust what is going on.
When government officials are as corrupt as the criminal enterprises they are suppose to regulate, even the mainstream media can't ignore it any longer.
And the people lose all trust in the system.
No matter how hard the boys work to cover up their ongoing misdeeds, the fraud bubble may finally be popping ..."

http://www.zerohedge.com/contributed/2013-01-23/biggest-bubble-history-fraud

 

 

Aaron Koenig - An Introduction to Bitfilm and Bitcoin

Mish Shedlock: Why I`m a deflationist who likes Gold.

In other words: yes, there is "inflation", but primarily on TBTF-Bank-Balance Sheets...

 

Mittwoch, 16. Januar 2013

Diego Maradona und das Notenbanken-Neusprech

Die Bondvigilantes von M&G präsentieren heute dieses herrliche Fundstück aus dem Jahr 2005:

"...back in 2005 Bank of England Governor gave a speech in which he said the most interesting thing a central banker ever said.
 
“The great Argentine footballer, Diego Maradona, is not usually associated with the theory of monetary policy. But his performance against England in the World Cup in Mexico City in June 1986 when he scored twice is a perfect illustration of my point. Maradona’s first “hand of God” goal was an exercise of the old “mystery and mystique” approach to central banking. His action was unexpected, time-inconsistent and against the rules. He was lucky to get away with it. His second goal, however, was an example of the power of expectations in the modern theory of interest rates. Maradona ran 60 yards from inside his own half beating five players before placing the ball in the English goal. The truly remarkable thing, however, is that, Maradona ran virtually in a straight line. How can you beat five players by running in a straight line? The answer is that the English defenders reacted to what they expected Maradona to do. Because they expected Maradona to move either left or right, he was able to go straight on.


http://www.bondvigilantes.com/blog/2013/01/16/do-central-banks-tell-us-too-much-for-our-own-good/

Jim Grant: Heads Bankers Win, Tails Taxpayers Lose

Brilliantes Interview mit Jim Grant, den die US-Amerikaner leider NICHT als Nachfolger von Ben Bernanke haben werden, da sie ja auch NICHT Ron Paul als Nachfolger von Obama haben wollten. Ron Paul über James "Jim" Grant: " "He’s an Austrian economist, he has experience on Wall Street, he’s brilliant, he’s a good historian, he would quit printing money."

Zerohedge verlinkt den Video-Ausschnitt aus der kommenden Doku "The Bubble - Who Caused it. Who Called it. What’s Next."

http://www.zerohedge.com/news/2013-01-15/jim-grant-heads-bankers-win-tails-taxpayers-lose

"Interest Rate Observer, Jim Grant, played an important role as explainer-in-chief in the forthcoming movie "The Bubble" - a documentary that interviews the experts that predicted the 2008 crash and asks what happens next. The brief interview embedded below provides a smorgasbord of Grant's thoughts on topics from Fannie and Freddie as government-sponsored titanic hedge funds, his concerns at the unintended consequence of the debt-sustaining mortgage interest deduction, why MBS are not the root of all evil, and how the federal government is socializing risk for bankers. As usual, the ever-so-erudite Grant sums it all up superbly: "American bankers, based on the experience of 2007-8-9, don't know much about banking, but there's one institution that knows still less and that institution is the United States Congress." Adding that the past two or three years have all been about the unintended consequences of federal "spending, promising, and intervening" in finance and banking to delay a day of reckoning, Grant believes a correction is coming but again warns (in as succinct an eleven-word-sentence about our real world as we have seen recently), that "Bankers get the upside and we - the taxpayers - get the downside."

 

 

Samstag, 5. Januar 2013

Über Jakob Augsteins "Antisemitismus"

Der Publizist Jakob Augstein ist kürzlich in einer vom Simon-Wiesenthal-Zentrum (SWC) erstellten Liste der 10 schlimmsten Antisemiten für das Jahr 2012 erschienen (er landete auf Platz 9). Als a-religiöser Libertärer, der ich mich dem methodologischem Individualismus verpflichtet fühle, habe ich grundsätzliche Vorstellungsprobleme damit, dass es wirklich Menschen gibt, die heterogenen Kollektiven homogene Eigenschaften zusprechen. Sprich: es fällt mir schwer mir vorzustellen, dass es heute noch Leute gibt, die meinen, dass (z.B.) "Juden" an sich bestimmte charakterliche Eigenschaften haben, da es doch so viele verschiedene Juden gibt, wie verschiedene Deutsche oder Araber. Nach meinem Verständnis bedeutet "Antisemitismus" aber genau das, nämlich Juden bestimmte Eigenschaften (in dem Fall wohl eher schlechte) zuzuschreiben, etwa wie andere Rassisten Menschen mit anderer Hautfarbe irgendwelche negativen Eigenschaften zuschreiben. So war ich denn auch gespannt auf die Argumentation des Herrn Abraham Cooper, stellvertretender Leiter des SWC, der in einem Interview mit Zeit-Online die Entscheidung seines Vereins begründet:

"ZEIT ONLINE: Augstein schreibt in Spiegel Online wörtlich: "Israel wird von den islamischen Fundamentalisten in seiner Nachbarschaft bedroht. Aber die Juden haben ihre eigenen Fundamentalisten. Sie heißen nur anders: Ultraorthodoxe oder Haredim. Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Zehn Prozent der sieben Millionen Israelis zählen dazu." Ist das ein Beleg für Augsteins Antisemitismus?


Cooper: Mit den islamischen Fundamentalisten meint Augstein eindeutig Hamas, Hisbollah und so weiter. Er sagt dann über die Haredim: "Diese Leute sind aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihre islamistischen Gegner. Sie folgen dem Gesetz der Rache." Bringt Herr Augstein irgendeinen Beweis dafür, dass die Gemeinschaft der Haredim Selbstmordattentäter unterstützt, lehrt, bezahlt, trainiert oder für sie predigt? Die Gemeinschaft mag abgeschottet sein, aber sie ist nicht gewalttätig. Das Gesetz der Rache? Das sind aufwiegelnde Anschuldigungen ohne Grundlage. Ist es nicht an der Zeit, dass deutsche Medien einen der ihren in die Pflicht nehmen, der deutschen Öffentlichkeit Fakten vorzulegen?"

Ich verstehe grundsätzlich nicht, inwiefern die zitierte Kritik an den "Haredim" antisemitisch sein soll, da ich nicht erkennen kann, inwiefern diese Kritik z.B. auch Woody Allen träfe, der mit den "Haredim" mutmaßlich nur den Umstand gemein hat, jüdisch zu sein. Meines Wissens ist die Gruppe der "Haredim" selbst in ihren Anschauungen so heterogen, dass ich daraus höchstens einen undifferenzierten "Anti-Haredimismus" ablesen könnte, aber daran stört sich Cooper ja garnicht. Mir ist aber auch, wie Herrn Cooper, nicht bekannt, dass Herr Augstein ultra-orthodoxe SELBSTMORD-Attentäter genannt hat, allerdings verstehe ich nicht, wieso nur SELBSTMORD-Attentäter zählen sollten. Vielleicht weil dann Herrschaften wie Baruch Goldstein nicht zählen? Sehr verwundert hat mich aber die Aussage, dass die (wie gesagt sehr heterogene) Gemeinschaft nicht gewalttätig sein soll. Das gilt sicherlich für Teile, aber was ist z.B. mit anderen Adepten von Dov Lior, seines Zeichens immerhin Chef-Rabbiner von Hebron und Oberhaupt des "Rates der Rabbiner von Judäa und Samaria"? Das ist der liebenswürdige alte Mann, der meint, dass der bereits erwähnte Terrorist Goldstein "heiliger als alle Märtyrer des Holocausts" sei oder dass jüdische Frauen kein nicht-jüdisches Sperma für eine künstliche Befruchtung nutzen sollten denn:

"Sefer HaChinuch (a book of Jewish law) states that the character traits of the father pass on to the son," he said in the lecture. "If the father in not Jewish, what character traits could he have? Traits of cruelty, of barbarism! These are not traits that characterize the people of Israel."


Der nette Herr Lior war 2008 übrigens auch auf einer Liste, nämlich der der gefährlichsten religiösen Führer der Welt, ausgearbeitet von Foreign Policy, dem Magazin des Council on Foreign Relations, abzurufen bei Richard Dawkins.

Könnte Augstein vielleicht diese Leute gemeint haben? Und inwiefern soll das die Abertausenden Juden und Israelis beleidigen, die nur Abscheu für diese Irrlichter übrig haben? Ich als "deutsches Medium" sehe mich als in die Pflicht genommen, mir diese Fragen zu stellen.


Freitag, 4. Januar 2013

Die 1.000.000.000.000 Dollar Münze

Im Streit um die US-amerikanische Schuldenobergrenze war im Blog von Cullen Roche, einem "Modern Monetary Theorist", dessen Ausführungen ich verfolge, um deren Denke nachvollziehen zu können (der unangenehme Kollateralschaden wachsender Verwirrung und eines immer ausgeprägteren monetären Agnostizismus soll nicht Gegenstand dieser Ausführungen sein...), im Sommer 2011 die Idee disktutiert worden, eine Gesetzeslücke auszunutzen, die es dem US-Schatzamt (Treasury Department) erlaubt, Platinmünzen mit einem beliebigen Nennwert zu prägen. Diese Münze (gesetzliches Zahlungsmittel!) könne dann auf das Konto des Schatzamtes bei der New York FED eingezahlt werden, womit dann Staatsanleihen zurückgekauft werden könnten, die den Schuldenstand unter das erlaubte Maß drücken würden.

Die Süddeutsche Zeitung hat das Thema heute aufgegriffen, da es in den letzten Tagen in den USA verstärkt debattiert wird:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/haushaltsstreit-in-usa-der-eine-billion-dollar-muenztrick-1.1564755

Dort finden sich für alle Interessierten zahlreiche Querverweise auf amerikanische Seiten, die ich mir hier spare. Ich will auch keine Wertungen abgeben, zumal mir die Konsequenzen dieses "Tricks" schlicht unklar sind. Bei Paul Krugman, der die Idee - wenig überraschenderweise - befürwortet, fand ich einen Satz, der mich allerdings sehr wundert: 

"In reality, to pursue the thought further, the coin really would be as much a Federal debt as the T-bills the Fed owns, since eventually Treasury would want to buy it back."

 http://krugman.blogs.nytimes.com/2013/01/02/debt-in-a-time-of-zero/

Die Münze wäre also auch eine Form von Staatsschulden, wie T-Bills, weil das Schatzamt die Münze "eventually", also "irgendwann" zurückkaufen wollen würde. Drehe ich jetzt durch oder verliert Krugman den Verstand? Die Münze soll doch gerade Staatsanleihen zurückkaufen und wäre gerade KEINE Schuld, sondern sowas wie "Netto-Geld", also Geld, das ohne Neuverschuldung geschaffen wurde. Ein T-Bill ist eine Staatsanleihe, die nach maximal 12 Monaten vom Schatzamt wieder zurückgezahlt werden muss. Warum sollte das Schatzamt die Münze zurückkaufen und womit? Eine Billion USD um eine Billion USD zu kaufen (die Münze hat ja nur eine andere Form, ist aber auch nur ein Eintrag auf dem Konto des Schatzamtes bei der NY FED).

Maestro Krugman hat tröstende Worte, für alle restlos verwirrten Leser:

"We are living in weird economic times, where many of the usual rules don’t apply and there are big free lunches to be had. But not everything is a free lunch, even now. Sorry."

Wir erfahren also, dass es durchaus "free lunches" gibt, also Dinge, die umsonst zu haben sind, ohne Kosten für irgendjemanden. Aber es ist auch in der Welt der Staatsinterventionisten (noch?) nicht alles umsonst. Tja, sorry...ich bin sicher, die Herrschaften arbeiten daran...

 

Donnerstag, 3. Januar 2013

What’s Inside America’s Banks?

"For the past four years, the nation’s political leaders and bankers have made enormous—in some cases unprecedented—efforts to save the financial industry, clean up the banks, and reform regulation in order to restore trust and confidence in the American financial system. This hasn’t worked. Banks today are bigger and more opaque than ever, and they continue to behave in many of the same ways they did before the crash."

http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2013/01/whats-inside-americas-banks/309196/?single_page=true#

(Ich glaube nicht, dass europäische Großbanken einen Deut besser sind...)

 

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