Mittwoch, 15. Juli 2009

Die Märkte spielen verrückt

Angeblich angetrieben von angeblich sensationellen Quartalsergebnissen von Goldman Sachs (Seufz...) und Intel rasen die Aktienmärkte nach einer kurzen Schwächephase in den letzten drei Tagen nach oben. "Chart-Techniker", die vor kurzen noch eine gefährliche "Schulter-Kopf-Schulter"-Formation in den wichtigen Indizes wie DAX und S&P 500 gesehen haben, sehen sich auf einmal mit extrem bullishen "Drei weißen Soldaten" konfrontiert. Dabei steigt das "Angstbarometer" VIX-Index - Hand in Hand mit den Aktien. Laut Bloomberg ist ein Gleichlauf von VIX und S&P 500 seit 2003 nur in 6% der Zeit gegeben. In 66% der Fälle hat der Markt die Gewinne dann am nächsten Tag wieder abgegeben. Unterdessen steigt in den USA erneut die Sparquote an. Nicht vergessen: das ist in einer stark gehebelten Kreditgeldwirtschaft eine schlechte Nachricht - zumindest für das System, auch wenn es aus Sicht eines jeden Bürgers eine (begrüßenswerte) rationale Entscheidung sein mag. Ökonomen wie Nouriel Roubini erwarten, daß die Sparquote, die noch in 2008 bei 0% lag, wieder zweistellig wird. Das würde bei einem Konsumanteil von rund 70% der US-Wirtschaft nicht gut tun. Allerdings könnte die wiederum so schwach sein, daß die US-Sparquote (absolut und real) garnicht so stark steigen kann. Die Financial Times kommentiert das so:


"Von den Vermögenseinbußen abgesehen, die vor allem die Rentner traumatisiert haben, spricht allein schon der erschwerte Kreditzugang für eine höhere Ersparnis (auch deshalb, weil Darlehen bei Refinanzierungsschwierigkeiten plötzlich getilgt werden müssen). Dazu kommt die Angst vor dem Stellenverlust, vielleicht auch die Furcht vor künftigen Steuererhöhungen zur Finanzierung der ausufernden Staatsschulden und vermutlich gar ein echter Mentalitätswandel. Die Wette auf eine wirtschaftliche Erholung bleibt gewagt - mächtig gewagt."



Die FED meint dagegen, daß die US-Wirtschaft trotz selbst (optimistisch niedrig) prognostizierter steigender Arbeitslosenzahlen bald wieder wachsen wird:

The Fed Sees Increasing Unemployment As A Positive For GDP
Posted by Tyler Durden at 2:10 PM

Tyler Durden von Zerohedge kommentiert diese außergewöhnlichen Marktkapriolen sarkastisch:




Ron Paul über Goldman Sachs und die Big Boys on The Street

Etwa ab Minute 3:20 tritt Ron Paul auf. In Teil 1 und am Beginn von Teil 2 spricht Patrick Byrne, der Aktivist gegen "Naked Short Selling".


Glenn Beck: The Tentacles of Goldman Sachs with Ron Paul pt. 2/2




Teil 1 nicht verpassen! MUST SEE!

http://www.youtube.com/watch?v=l51Ow1MeNWY

Dienstag, 14. Juli 2009

Moderne Alchemisten - "Es werde Gold" an der COMEX?

Adrian Douglas von GATA berichtet in seinem Artikel "The Alchemists" über die Praxis der Warenterminbörsen COMEX (New York) und TOCOM (Tokyo) seit 2005 bzw. 2008 Anteile an Gold-ETFs zur Erfüllung von Lieferverpflichtungen, etwa aus vorangegangenen Leerverkäufen, heranziehen zu können. Douglas hatte sich gewundert, daß die Berichte über Auslieferungen ("Delivery Notices") nicht mit den Bewegungen von physischem Gold aus dem COMEX-Lager übereinstimmen und erklärt die Diskrepanz mit der oben erwähnten neu geschaffenen Möglichkeit. Unklar bleibt für mich allerdings, wer sich mit der "Lieferung" von Gold-ETF-Anteilen zufrieden gibt, wenn er schon keinen Barausgleich bei Fälligkeit seines Kontraktes wählt. Möglich wäre vielleicht, daß sich auch einige Profi-Investoren wie John Paulson den Verkaufsprospekt des weltgrößten Gold-ETF "SPDR Gold Trust" nicht durchgelesen haben und tatsächlich meinen, in diesem Vehikel ein Goldäquivalent zu besitzen, obwohl nach meinem Verständnis das Gold dort nichteinmal gegen einfachen Diebstahl versichert ist und fraglich ist, wie es überhaupt um die Golddeckung des ETF steht.
Bislang war von GATA und anderen nur kritisiert worden, daß mehr "Papiergold" in Form von Terminkontrakten (Futures) gehandelt wurde, als überhaupt lieferbar ist. Das wäre im Zweifel allerdings das Problem der Marktteilnehmer, da sich ja schließlich jeder das Gold ausliefern lassen könnte. Wenn nur wenige das tun, kommt es eben unter Umständen zu Verzerrungen. Sollte stimmen, was Douglas in seinem Artikel beschreibt, dann hieße das einfach ausgedrückt, daß man sogar diese Terminkontrakte mit Papiergold begleichen könnte, was in meinen Augen das Prinzip einer Warenterminbörse ad absurdum führt. Ich kann schließlich eine Lieferverpflichtung in Rohöl auch nicht mit einem Erdölzertifikat erfüllen.

Montag, 13. Juli 2009

Chuck Norris gegen die FED

"The Federal Reserve is the Freemasonry of government agencies. It is a virtual secret society unto themselves – a group of unelected brokers who hold the value of our dollar in the palms of their hands. This one agency, with its power to raise and lower interest rates, has exercised more control over the economy than other government body."


Und er unterstützt Ron Pauls Initiative für mehr Transparenz:



"In the meantime, however, until some act of God or the people do away with that self-regulating and fraudulent government agency, the least we can do is get the Federal Reserve under control by passing HR 1207 in the House and S 604 in the Senate. Write today and demand that your representatives support the bills that require an audit of the Federal Reserve"


Chuck Norris kompletter FED-Artikel:

Brüno - Ron Paul Szene




Ich find's nicht lustig. Ich fände es auch dann nicht lustig, wenn statt Ron Paul Dick Cheney oder David Rockefeller in diese Situation gebracht worden wären.

Aber Respekt, wie Ron Paul die Fassung bewahrt. Dick Cheney hätte Brüno wahrscheinlich sofort vom Secret Service erschiessen lassen...

Samstag, 11. Juli 2009

Ron Paul for President 2012

Wir Ron Paul-Fans sind hartnäckig:

Ron Paul Singles: We put the LOVE in Revolution

Wer auf der Suche nach einem freiheitlich denkenden Partner ist, kann sich hier registrieren:



"Looking for that fiscal-conservative, constitutional-purist, with a slight Libertarian bent soulmate? Finally, there's a place for you.
Ron Paul Singles is for all those who believe in the Ron Paul R-LOVE-ution to get together and find each other."

Bis jetzt sind 45 Männer und - leider nur - 17 Frauen angemeldet.

Also: Anmelden => Kennenlernen => Verlieben => viele kleine Freedom-Lovers in die Welt setzten!

PS: Wen's interessiert: zur Zeit findet mal wieder der Bohemian Grove statt.

Goldman Sachs - Fragen über Fragen...

Das Thema "Nur Goldman Sachs manipuliert "fair"?" landet bei Bloomberg:

The Fed Under Fire

Dienstag, 7. Juli 2009

Amen: Papst fordert Weltregierung


Nein, niemand hat die Absicht eine Weltregierung zu errichten...Weitergehen, es gibt nichts zu sehen...


PS:
@Herr Ratzinger, wenn es Ihnen wirklich darum geht:



«Die Finanzmakler müssen die eigentlich ethische Grundlage ihrer Tätigkeit wieder entdecken, um nicht jene hochentwickelten Instrumente zu missbrauchen, die dazu dienen können, die Sparer zu betrügen», heisst es in der Schrift. «Die Wirtschaft braucht nämlich für ihr korrektes Funktionieren die Ethik; nicht irgendeine Ethik, sondern eine menschenfreundliche Ethik.»


...lesen Sie doch mal das hier:




Kurzbeschreibung:
"Unsere modernen Währungssysteme wurden geschaffen, um Krisen zu bekämpfen und Wohlstand zu sichern. Aber die Finanzmärkte brechen immer wieder ein; es herrscht fortwährend Alarmstimmung. Liegt hier ein Fehler im System? Wir sind es nicht gewohnt, die Geldproduktion als eine Industrie wie jede andere zu betrachten, aber Jörg Guido Hülsmann zeigt, daß sie mit den üblichen Mitteln der Ökonomie und der rationalen Ethik untersucht werden kann. Er beschreibt die sozialen, kulturellen und spirituellen Folgen dauerhafter Inflation und erklärt die Funktionsweise von nationalen und internationalen Währungssystemen. Hülsmann argumentiert, u.a. auf der Grundlage der christlichen Morallehre, daß die heutigen Formen der Geldproduktion ökonomisch und ethisch anfechtbar sind. Unser Währungssystem erzeugt ungerechte Einkommen, vernichtet Wohlstand, zerrüttet die moralischen Grundlagen der Gesellschaft und führt letzten Endes zu Hyperinflation oder Totalitarismus. J.G. Hülsmann ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Angers, Frankreich, und Senior Fellow am Mises Institute in Auburn (Alabama, USA). Er hat zahlreiche Arbeiten über Geldtheorie und -politik veröffentlicht."

Realsatire: Gerettete Großbanken akzeptieren kalifornische Notanleihen nicht

Manchmal frage ich mich, ob die Wall-Street-Banken es bewußt darauf angelegt haben, die US-Amerikaner zu einem Volksaufstand aufzuwiegeln. Sogar ein gemäßigter Blogger wie Mish Shedlock titelt:

"Tell Wells Fargo, Bank of America, JP Morgan, and Citigroup to Go to Hell"

Matt Taibbi im Interview über Goldman Sachs


Auszüge aus dem Interview bei http://wallstcheatsheet.com/?cat=5 ausgesucht durch Zerohedge:

Damien:
The last word I wrote after I finished reading “The Great American Bubble Machine” was ‘Leviathan’. Since you’ve done some great research covering Wall Street and Washington, do you know of policy tools we can use to dismember what you affectionately called the “great vampire squid wrapped around the face of humanity, relentlessly jamming its blood funnel into anything that smells like money”?

Matt:
I interviewed a government regulator for my previous piece [“The Big Takeover”] who said state regulators already have enormous power. The state banking commissions or insurance agencies, SEC, or the Office of Thrift Supervision can simply write a letter to these banks and say, “You won’t exist tomorrow unless you …” or, “You’re not going to get government funding unless you do this.”So, they already have enough power to correct all the problems people are worried about. The problem is getting the appropriate people to staff those bureaucracies. If enough people put pressure on members of Congress and the President to appoint the appropriate people, then we should solve most of these issues. I’m not sure what new policy initiatives would be needed. I just think we need new people.

Damien:
Do you believe the citizenry can put enough pressure on our legislators, or are we the sheeple who are too confused, ignorant, or entertained to affect change?

Matt:
The real problem is people aren’t organized enough to make it worth the while of politicians to pay attention to ordinary people. The disadvantage the average Joe has against Goldman Sachs is Goldman can concentrate its campaign contributions in its favor. The typical politician is not going to upset or alienate the five most powerful investment banks because he knows realistically he will jeopardize 30% or 35% of his next election cycle’s contributions. On the other side, there isn’t a way for the average person to organize and deny these politicians the money they need to get reelected. So, until we solve the campaign contribution problem, we won’t have the legislative tool to rebalance the power.

Damien:
So are we living in a Catch-22 where we have to choose between the Goldman Leviathan sucking the world’s wealth from loopholes or the omniscient eye at the top of the governmental pyramid which becomes the one crown reigning over us all?

Matt: It’s pick your poison. But before we can even worry about the international government question, we have to start at home with our own country. We have to start by protecting the citizens of our country. Even in the United States, Goldman is allowed to get away with things they shouldn’t be allowed to get away with. If we can tighten up and enforce the rules here, we will be much better off before even looking at the international issue.

Damien:
Most powerful institutions such as the Federal Reserve and Vatican dismiss most criticisms as “fringe conspiracy theory.” Why should the average citizen not dismiss your claims against Goldman as fringe conspiracies about bankers or Jews?

Matt:
That was the tactical criticism I got from Goldman who said to the media, “Next thing you know he’s going to blame us for the Kennedy assassination and say we faked the moon landing.” But if you pay attention to all the criticisms they are leveling, it’s what we call in this business a “non-denial denial.” When people respond by calling names and changing the subject, it means they don’t have any issue with the factual allegations in the article. So, in response to being called a conspiracy theorist, the fact is they are resorting to the rhetorical non-denial denial shows they don’t have any real basis to criticize the facts in the article. The article speaks for itself and the fact they don’t have substantive issues with the piece is highly revealing. In fact, before the article went to print I was extremely nervous we had gotten something wrong and Goldman would come out with a whole list of things they’d say we made mistakes about. But the fact that they didn’t come up with a single thing greatly emboldens me to think we got it right.

US-Zentralbank: Abgeordnete fordern umfassende Bilanzprüfung

US-Zentralbank: Abgeordnete fordern umfassende Bilanzprüfung
von Robert Grözinger
Die freiheitliche „Ron Paul Revolution“ etabliert sich allmählich als Faktor in der Politik

Ein Gesetzentwurf des US-Kongresses sieht vor, dass die Federal Reserve, das Zentralbanksystem der Vereinigten Staaten, erstmals in ihrer fast 100-jährigen Geschichte einer vollständigen Bilanzprüfung unterzogen werden soll. Initiator dieses Vorhabens ist Ron Paul. Der republikanische Abgeordnete aus Texas hatte als Kandidat im Vorwahlkampf zur Präsidentschaftswahl 2008 für Wirbel gesorgt, als sein radikal freiheitliches Programm auf unerwartet hohe Resonanz stieß. Seine Unterstützer organisierten sich spontan über das Internet und riefen so nebenbei eine neue Freiheitsbewegung ins Leben, die „Ron Paul Revolution“. Zu den zentralen Forderungen Pauls im Wahlkampf gehörten der Rückzug amerikanischer Truppen aus dem Ausland sowie die Abschaffung der Bundeseinkommenssteuer und der Federal Reserve. Insbesondere letzteres fordert Paul seit Beginn seiner politischen Karriere in den 1970er Jahren, und zwar mit der Begründung, dass das Geldmonopol dieser Institution und das von ihr geförderte Teilreservebankwesen zu heftigen Verwerfungen in der Wirtschaft, zu Inflation, Konjunkturschwankungen und Rezessionen führt, zu einer Bereicherung der Wenigen, die gute Beziehungen haben, auf Kosten der Vielen.
Weiter unter:

Nur Goldman Sachs manipuliert "fair"?

Tyler Durden bei Zerohedge und Karl Denninger sind beide in heller Aufregung, nun greift auch die Financial Times die Geschichte um den von Goldman Sachs entwendeten Quellcode eines Hochfrequenztradingprogramms durch einen Ex-Mitarbeiter namens Sergej Aleynikov auf:

"Cybercrime an der Wall Street: Ein ehemaliger Mitarbeiter der Bank soll sensible Daten gestohlen haben, die Millionen Wert sind. Dritte könnten nun Zugang zu dem Code bekommen, Goldman bei Geschäften zuvorkommen - und den Markt manipulieren."


Spannend finde ich diese Aussage des Assistents-Staatsanwalts:


"Die Bank sieht die Möglichkeit, dass jemand, der dieses Programm nutzen kann, es einsetzen könnte, um die Märkte auf unfaire Weise zu manipulieren", sagte Assistents-Staatsanwalt Joseph Facciponti laut einem am Montag veröffentlichten Mitschnitt der Verhandlung."


Was soll das denn heißen? Wenn Goldman das Programm einsetzt, wird der Aktienmarkt auf faire Art manipuliert? Immerhin soll laut Zerohedge rund 50% des gehandelten Volumens an der NYSE inzwischen auf das Konto der Millisekunden-Tradingprogramme gehen. Zufällig bastelt die NYSE offenbar gerade an den Usancen bzgl. Veröffentlichung des sogenannten "Programme Trading" und die größte Hausnummer, Goldman Sachs, war bei letzten Report auf einmal verschwunden. Unser Fehler, sagt die NYSE.

Sonntag, 5. Juli 2009

Sozial- und Wohlfahrtsstaat: Das Gesundheitswesen als Extremfall der Zwangsverwaltung

Carlos Gebauer bei "eigentümlich frei":

"Also: Die Renten sind sicher. Ärzte verdienen gut. Wir haben das beste Gesundheitssystem der Welt. Mit Inflation ist nicht zu rechnen. Wir reduzieren den Kohlendioxidausstoß um 70 Prozent, weil uns sonst der Himmel auf den Kopf fällt. Die Konjunktur fasst wieder Tritt. 2010 sehen wir ein Comeback der Weltwirtschaft. Quotenfrauen machen bessere Politik. Der Staat reinigt das Internet von allem Geschmuddel, nur böse Diktaturen kann man nach wie vor basisdemokratisch wegtwittern. Wichtig ist immer nur dies: Der einzelne darf nicht zu viel zivilrechtliche Freiheiten haben, sondern er muss unter den Zwängen einer weisen, gut dotierten, weitblickenden Bürokratie sanft in sein irdisches Paradies gelenkt werden. Wer wollte zweifeln, dass alleine dies der wahre Weg ist?"

 
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: