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Donnerstag, 18. November 2010

"All the Devils Are Here": Roland Arnall von Ameriquest

Barry Ritholtz vom Big Picture Blog hat ein Interview mit Bethany McLean und Joe Nocera gepostet:

Unmasked: The Super Villain of Subprime

Sie sind die Autoren des neuen Buches "All the Devils Are Here: The Hidden History of the Financial Crisis".
Mc Lean ist auch die Autorin von "The Smartest Guys in the Room", das als bestes Buch über ENRON gilt.

Im Interview wird eine Person erwähnt, von der ich noch nie gehört hatte: Roland Arnall.

Arnall, der nach der Pleite/Auflösung (Teilübernahme durch Citigroup) von Ameriquest in 2007 (!!!) bereits im August 2005 zum Botschafter der Niederlande (Bilderberg-Connections?) ernannt wurde, gilt als Erfinder der "income stated loans" (Hypothekendarlehen, bei den die Darlehensnehmer das eigene Einkommen geschätzt haben und es nicht überprüft wurde):

"...A major factor of this development was Arnall's origination of the stated income loan, meaning loans were given without verification of income..." (Wikipedia).

Bei allen, die die Arbeit von Wolfgang Eggert verfolgen, könnte der letzte Absatz des Wiki-Eintrags einen leichten Gruselschauer verursachen:

"Last will and testament
SHMAIS.com (Lubavitch News Website) reported that Chabad of California was to be the beneficiary of an $18 million donation from the estate of Roland Arnall. According to their source, before his passing, he made arrangements for Rabbi Shlomo Cunin to receive the donation, and a short while later sent in a down payment of $180,000.[16]"

Ich halte es weiterhin für möglich, daß in elitär-esoterischen Kreisen weit mehr gezielte und vorausschauende konspirative und kriminelle Energie aufgewendet wurde, um die Subprime-Ponzi-Blase aufzupumpen, als die konventionellen Erklärungsmuster behaupten. Daß die Amies nur durch massenhafte kurzsichtige Egozentrik in dieses gigantische Schlamassel getölpelt sein sollen, erscheint mir nicht plausibler als die Möglichkeit, daß irgendwelche abgehobenen Kabbalisten ein bißchen Demiurg spielen wollten.
Aber wie lautete ein Slogan von Ameriquest? "Don`t judge too quickly. We won`t."

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Ex-Goldman Managing Director: Wall-Street Banken schlimmer als ENRON?

Zerohedge berichtet, daß Frau Nomi Prins, ehemaliger "Managing Director" bei Goldman Sachs und Ex-Leiterin des internationalen Analyseteams von Bear Stearns in London, den Verdacht äußert, daß die Bilanztricks der Wall-Street-Banken schlimmer als die Verfehlungen beim ehemaligen Energieriesen ENRON seien. Wir hatten im Februar 2008 ("Die ENRONie der Geschichte") das Thema aufgegriffen.
Frau Prins erzählt von ihren Versuchen, die an die Börsenaufsicht SEC gemeldeten Zahlen nachzuvollziehen:

"After two weeks sifting through over one thousand pages of SEC filings for the largest banks, I have the same concerns. While Washington ponders what to do, or not do, about reforming Wall Street, the nation’s biggest banks, plumped up on government capital and risk-infused trading profits, have been moving stuff around their balance sheets like a multi-billion dollar musical chairs game."

"Nachdem ich zwei Wochen lang über eintausend Seiten SEC-Meldungen der größten Banken durchforstet habe, habe ich dieselben Bedenken. Während Washington darüber nachdenkt, was für die Reform der Wall-Street zu tun oder zu unterlassen sei, haben die größten Banken des Landes, vollgesogen mit Regierungsgeldern und Handelsgewinnen aus riskanten Geschäften, Zeug in ihren Bilanzen hin- und hergeschoben, wie bei einer multi-milliarden Reise nach Jerusalem".

Wenn selbst eine Frau Prins keine Ahnung hat, wo denn nun die sagenhaften Millionen-Boni-trächtigen Gewinne der US-Banken herkommen, üben auch wir uns in Bescheidenheit. Ein kleines Indiz findet sich aber z.B. hier:

Bank Profit Mirage (etwa "Die Fata Morgana der Bankgewinne"), über die Rückstellungen für Kreditausfälle im 3. Quartal und deren Auswirkungen auf die Quartalsgewinne:

"If banks had held their coverage ratio steady at 63.6%, where it was in the previous quarter, this would have called for an additional provision of $12.9 billion, which more than wipes out the $2.8 billion in “profits” for this quarter."

"Wenn die Banken die Rückstellungsquote nur bei 63,6% (der bedrohten Kredite) gehalten hätten, hätte man dafür eine zusätzliche (gewinnmindernde) Rückstellung von 12,9 Milliarden US-Dollar benötigt, die die 2,8 Milliarden "Quartalsgewinne" mehr als ausgelöscht hätte."


Tja, wozu Rückstellungen, wenn man doch die Steuerzahler hat?

Als Lösung schlägt Frau Prins die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Acts vor, der unter Bill Clinton abgeschafft wurde, u.a. unter Federführung des ehemaligen Mc Cain Beraters Phil Gramm.

Mittwoch, 28. Mai 2008

Der tadellose Herr Gramm

Ach, das Internet ist herrlich...Wie sonst könnte ein unbedarfter deutscher Blogger erfahren, welche Perle sich John McCain als Wirtschaftsberater und potentiellen Vize ausgesucht hat?
Kein geringeren als Phil Gramm, ehemals demokratisches und republikanisches Kongreßmitglied, ehemaliger republikanischer Senator und...UBS-Lobbyist (Ex-Vize von UBS Warburg). Er war einer der Antreiber hinter dem Gramm-Leach-Bliley Act, eines der vielen Gesetze, die den Glass-Steagall_Act gekippt haben, was u.a. heute für die Subprime-Krise verantwortlich gemacht wird.

Hier zwei schöne Artikel über den tadellosen Herrn Gramm aus dem Jahr 2002:

FILZ MADE IN USA
Der Senator und die dankbaren Banker
(Spiegel)

UBS WARBURG
Clever eingefädelt
(manager-magazin)

Seine Frau Wendy Gramm war übrigens in den Enron-Skandal verwickelt.

Sowas ist eigentlich die perfekte Eintrittskarte für`s CFR, aber da ist er scheinbar nicht dabei.
Das kommt aber sicher noch, sollte John "Bomb Iran" McCain obsiegen.

Freitag, 29. Februar 2008

Die ENRONie der Geschichte

Die Financial Times Int. schrieb gestern über den "True impact of mark-to-market on the credit crisis". Ich will hier nicht ins Detail gehen, was es mit diesem "mark-to-market" auf sich hat, wen das interessiert, der kann sich die jüngste Studie "Liquidity and Leverage" der Princeton-Uni durchlesen, die "ganz oben" (also bei den FEDs, EZBs und BIZs dieser Welt) diskutiert wird.
Das schreibt Wikipedia über "Mark-to-market":

"Mark to market (auch Neubewertungsprozess genannt) bezeichnet eine in der Finanzwelt gebräuchliche Bewertungsmethode für den Wert einer Eigenhandelsposition oder eines Portfolios. Bei dieser Methode wird börsentäglich der Marktpreis für eine Position ermittelt um darauf basierend Gewinn und Verlust zu bestimmen und nötigenfalls Sicherheiten im Bankbuch anzupassen. So ist zum Beispiel der endgültige Wert eines Futures welche in einigen Monaten abläuft unbekannt, daher wird zur Buchhaltung der tagesaktuelle Wert auf dem freien Markt bestimmt. Der ursprüngliche Anschaffungspreis der Position spielt dabei keine Rolle.
Besonders wichtig ist diese Methode an der Terminbörse, denn Gewinne und Verluste aus Termingeschäften werden täglich berechnet. Diese Buchgewinne und -verluste werden dann auch unverzüglich auf dem Margin-Konto des Traders berücksichtigt. Diese Anpassung der Margendeckung von offenen Positionen an die sich ändernden Schlusskurse von Futures und/oder Optionen auf den beteiligten Konten nennt man ebenfalls marking to market.

Meine Zusammenfassung für den Laien wäre, bezogen auf die aktuellen Entwicklungen der Subprime-Krise und der Banken:

"Wie können wir die Grundsätze ordentlicher Kaufleute so verdrehen, daß wir noch mehr Geld scheffeln und es trotzdem irgendwie legal ist und wir sogar wahnsinnig schlau wirken, solange es gut geht?"

Mich hat der Artikel sofort an eine Szene aus der Doku "Enron - The smartest guys in the room" erinnert. In dieser Szene sieht man, wie die Enron-Bosse ganz am Anfang der ganzen Geschichte freudig aufgeregt mit Champagner feiern, daß sie nun auch "mark-to-market" verbuchen können.
Man könnte eine ganze Menge über Enron schreiben (z.B. die Bush-Connection und Arnie Schwarzenegger), aber bleiben wir mal bei "mark-to-market".

Wikipedia schreibt über die Bilanzfälschungs-Methoden von Enron (merke: Enron war keine Bank, Banken dürfen das auch ganz legal!):

  • Verkäufe von Waren (z. B. Erdgas) als Termingeschäft (d. h. ein in der Gegenwart vereinbartes Geschäft wird erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt) wurden bereits von Anfang an als Erträge gebucht. Zudem wurden ähnliche Geschäfte zum Einkauf derartiger Waren nicht als Aufwand gebucht. Dadurch steigt der Gewinn (und damit auch das Eigenkapital) in der Berichtsperiode.

Ein Schuft, wen das an Hypotheken-Verbriefungen erinnert, die küngtige Wertsteigerungen und Zahlungsströme berücksichtigen (der Vergleich hinkt im Detail...aber irgendwie...)

  • Enron ging dazu über, solche Geschäfte mit in ausländischen Steuerparadiesen gegründeten anonymen „Offshore“-Gesellschaften abzuschließen, die unter der Kontrolle von Enron oder dessen Führungskräften standen, aber nicht in den Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses des Enron-Konzerns einbezogen wurden. Enron machte praktisch Geschäfte mit sich selbst. Der Konzern wies die „Einnahmen“ aus diesen Geschäften in der eigenen Bilanz aus.
  • Weiterhin begann die Firma, die „Käufe“ der Off-Shore-Gesellschaften von Banken vorfinanzieren zu lassen, sodass sich der Konzern über seine anonymen Tochtergesellschaften verschuldete, ohne dass dies in der Konzernbilanz offenbart wurde.

Hier muß man schon kein Schuft mehr sein, um an "SIVs" und "Conduits" erinnert zu werden...Es ist genau dasselbe.

We`ve been ENRONized, folks!

ENRON - The Smartest Guys in the Room

 
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