Samstag, 22. Mai 2010

Deshalb sage ich: Nein!

Bundestagsabgeordneter Frank Schäffler:

Schriftliche Erklärung: Euro-Stabilisierungsgesetz

Wir entscheiden gleich über das sogenannte Euro-Stabilisierungsgesetz. Dieses Gesetz ist einmalig in der deutschen Geschichte. Diese Einmaligkeit veranlasst mich, von meinem parlamentarischen Recht Gebrauch zu machen, mein Abstimmungsverhalten vor dem Deutschen Bundestag zu begründen.

Ich werde dem vorliegenden Gesetzentwurf nicht zustimmen. Denn dieses Gesetz ist kein Rettungspaket für den Euro und Europa.

Das vereinte Europa ist von seinen Gründungsvätern Konrad Adenauer, Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide De Gasperi und anderen als ein Hort der Freiheit gegen alle Formen von Diktatur, Unfreiheit und Planwirtschaft erträumt worden. Das heutige Europa ist auf dem Weg in die monetäre Planwirtschaft und den politischen Zentralismus.

Die Gründungsväter Europas wollten ein Europa des Rechts und der Rechtsstaatlichkeit. Die heutigen Regierungen des Euro-Raums, die EU-Kommission und die EZB verabreden sich hingegen zum kollektiven Rechtsbruch, obwohl die EU-Kommission als Hüterin der Verträge und die nationalen Regierungen zum Schutz des Rechts verpflichtet sind.

Es gibt Alternativen zum derzeitigen planwirtschaftlichen und rechtswidrigen Handeln der europäischen Regierungen und der EU-Kommission.

Planwirtschaft und Rechtsbruch sind nicht alternativlos. Wir müssen uns jedoch trauen, die Alternativen zu bedenken, zu wählen und anschließend mutig umzusetzen. Vor allem müssen wir anfangen, die heute wieder vielfach geschürte Angst vor der Freiheit zu bekämpfen. Dieser Kampf beginnt mit einem freien Denken: Wir müssen uns trauen, die Ursachen unserer Finanz- und Überschuldungskrise zu benennen.

Die Hauptursache unserer Finanz- und Überschuldungskrise von Staaten und Banken liegt in der Geld- und Kreditschöpfung aus dem Nichts und der Möglichkeit, staatliches ungedecktes Zwangspapiergeld unbegrenzt vermehren zu können. Ohne diese Alchemie des Geldes hätte kein weltweites Schneeballsystem aus ungedeckten zukünftigen Zahlungsverpflichtungen entstehen können.

Dieses Schneeballsystem ist nur möglich, weil der Staat aus Gründen der leichteren Finanzierung von Staatsausgaben den Banken Privilegien verliehen hat, die gegen die Grundprinzipien jeder marktwirtschaftlichen Ordnung verstoßen. Zum einen handelt es sich um das Teilreserveprivileg, mit dem die Geschäftspraktik der Geld- und Kreditschöpfung legalisiert worden ist.

Zum anderen wurde durch die Gründung von Zentralbanken der Zusammenhang von Haftung und Entscheidung für den Bankensektor außer Kraft gesetzt. Zentralbanken wird die Hauptaufgabe zugewiesen, als Kreditgeber letzter Hand die Insolvenz von Banken zu verhindern. Eine Marktwirtschaft ohne Insolvenzrichter ist jedoch keine Marktwirtschaft. Zudem zerstören Zentralbanken durch ihre Zinspolitik das Preissystem von Gesellschaften. Deshalb wird diese Art der Marktwirtschaft ständig von Krisen (boom and bust) heimgesucht. Die marktwirtschaftlichen Selbstreinigungs- und Lenkungskräfte sind durch staatlichen Zwang im höchst wichtigen Finanzbereich weitgehend außer Kraft gesetzt.
Die Vorschläge für neue Finanzmarktsteuern sind deshalb ein Ablenkungsmanöver, das vom eigentlichen Problem unserer Geldordnung ablenken soll.

Darüber hinaus führt dieses Geldsystem fast zwangsläufig zur Überschuldung von Staaten und Banken, die sich in diesem Prozess gegenseitig decken, stützen und erpressen. Die Erpressung lautet: Werden die Zahlungen für uns eingestellt, fällt das gesamte Finanzsystem zusammen.

Ich stimme dem vorliegenden Gesetz nicht zu.

Dieses Gesetz verstößt gegen europäisches Recht. Die Institutionen, die zum Schutz des Rechts verpflichtet sind, erfüllen ihre Aufgabe nicht.

Zweitens wird durch diesen Rechtsbruch nicht der Euro gerettet, sondern zerstört.

Und drittens wird die Überschuldungskrise von Staaten und Banken durch dieses sogenannte Rettungspaket nicht entschärft, sondern verschärft.

Durch diese Maßnahmen lösen wir unsere derzeitigen Probleme nicht. Was wir zur Lösung unser derzeitigen Probleme in Europa brauchen, ist eine neue Geldordnung, eine marktwirtschaftliche Geldordnung und nicht Planwirtschaft.

Deshalb sage ich: Nein!

Mittwoch, 19. Mai 2010

Verbot ungedeckter Leerverkäufe: Auswirkung? Null!

Heute Nacht hat die BaFin in einer Hauruckaktion für 10 börsennotierte Finanzunternehmen ein sofort gültiges Verbot ungedeckter Leerverkäufe (= Naked Short Selling) erlassen.

Noch nachts wurde in der internationalen Blogosphäre die wahrscheinliche Auswirkung dieses überraschenden Verbots für den heutigen Handelstag erörtert:

Die einen prophezeiten den sofortigen Kurssturz der betroffenen Aktien; die anderen sahen aufgrund von vermuteten Eindeckungskäufen einen kurzfristigen starken Anstieg voraus.

Passiert ist? Nichts!

zum Vergrößern anklicken

Die vom Verbot betroffenen Aktien sind nicht mehr oder weniger als der restliche Gesamtmarkt gefallen.

Tja, die Börse ist halt immer für Überraschungen gut. Wenn man sich ganz sicher ist, kommt's garantiert anders...

Zurück zur EWG

"Ich bin nie ein Europäer geworden": Der holländische Schriftsteller Leon de Winter fordert die Abschaffung des Euro. In einem SPIEGEL-Essay erklärt er, warum er keine Solidarität mit den Griechen empfindet - und wieso er seine letzten Gulden aufgehoben hat"

=> http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,695157,00.html


(Hat tip an Karl!)

Der freie Markt wird stark behindert? Das gab's schon mal...

Staatsanleihenhalter (Griechenland) dürfen keine Verluste erleiden. Kreditausfallversicherungen (CDS) werden verboten. Diese Aktien dürfen ungedeckt leerverkauft werden, jene Aktien dürfen nicht ungedeckt leerverkauft werden.

Wer sich wundert: solch staatliches Verhalten ist vollkommen normal:

Wikipedia:
"Während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde der freie Markt stark behindert. Das Kapital der Anleger sollte nach dem Willen der Machthaber weitgehend der Kriegswirtschaft zugute kommen und durfte daher nicht mehr in größere Anleihen oder Aktien investiert werden."

Kommentar hierzu von Karl Stritzinger:

Heutige Version:

"Während der Herrschaft der Bail-Out-Sozialisten wurde der freie Markt stark behindert. Das Kapital der Anleger sollte nach dem Willen der Machthaber bei Banken und Parteien weitgehend der Papiergeldwirtschaft zugute kommen und durfte daher nicht mehr in werthaltige Anlagegüter oder Edelmetalle investiert werden."

Nichts Neues unter der Sonne.

und hier der Sohn: Rand Paul

Rand Paul, Sohn von Ron Paul, (und politisch deutlich "moderater" als sein kompromissloser Vater) hat die republikanische Senatsvorwahl in Kentucky gewonnen.

Rand Paul ist ein Vertreter der "Tea Party Bewegung".


Übrigens: der Vorname "Rand" ist nicht - wie immer wieder behauptet - von der objektivistischen Schriftstellerin Ayn Rand inspiriert.
"Rand" ist schlicht die Abkürzung von "Randal".

Finanzmarktregulierung: der fehlende Tropfen für das volle Fass?

In meinen Augen gleicht der Versuch, den einen monokausal auslösenden "fetten Finger" für den "Flash Crash" im DOW Jones ausfinding zu machen dem Unterfangen berechnen zu wollen, welche einzelne Schneeflocke letztendlich genau eine Lawine ausgelöst hat.
Drollig ist auch die Suche der US-Börsenaufsicht nach dem großen Verkäufer, wo doch das Problem der plötzliche Mangel an Käufern war.
Der folgende Artikel beschäftigt sich mit den tieferen Ursachen, wie man sie auf unabhängigen Finanzblogs nachlesen kann (und nicht bei FAZ-Lieblingen und bloggenden Blog-Kritikern wie Weissgarnix.de, der nun offenbar auch Zerohedge gefunden hat und jetzt altklug vor sich hin feuilletoniert, mit großem Bogen um die wunden Punkte):


http://www.voxeu.org/index.php?q=node/5056

William Black in der FAZ über Finanzoligarchen

Ts,ts,ts...nun ist auch die FAZ unter die "Verschwörungstheoretiker" gegangen und läßt Bill Black von Oligarchen reden. Aufpassen, sonst gehen die Eintrittskarten für Bilderberg flöten (aber da schickt man ja eh eher die ZEIT-Leute hin, oder?):



http://www.faz.net/s/Rub645F7F43865344D198A672E313F3D2C3/Doc~EDB2C944EECC94CC7A2071B7881F9B1CD~ATpl~Ecommon~Sspezial.html#9B02D303CD1D4EC3B56BCC4895345D3D

Dienstag, 18. Mai 2010

Naked Shorts: Verwirrte Journalisten

Ich kapiere wirklich nicht, warum Finanzjournalisten den Unterschied zwischen gedeckten und ungedeckten Leerverkäufen nicht verstehen. Vielleicht, weil es ihnen beim Geld genauso geht? Anyway...Chanos spricht von gedeckten Leerverkäufen, die Politiker von ungedeckten, lieber SPIEGEL:

Viele Politiker sehen in den Spekulanten mit ungedeckten Leerverkäufen Mitverursacher der Finanzkrise. Eine These, der die Betroffenen vehement widersprechen. Aus der Perspektive von James Chanos, der mit Leerverkäufen ein Milliardenvermögen angehäuft hat, tragen sie dazu bei, Überbewertungen, Betrug und Marktmissbrauch auszurotten. "Sie sind Finanzpolizisten der Märkte", sagte er im Interview mit dem "Handelsblatt". Denn während der Regulierer wie ein Archäologe immer erst nachher komme, könne der Leerverkäufer wie ein Detektiv viel früher auf Marktverzerrungen aufmerksam machen.

The Euro-Index: Free Falling

Ciao bello und grüß mir den Nemax 50 im Indexhimmel! Und natürlich Deine Fiat-Brüder und Schwestern! Kneif die süße kleine Lira von mir in den Hintern! Ciao Euro!






Fiat-Währungen im Synchronabsturztanz



Das bundesdeutsche Finanzministerium will nun offenbar "Finanzderivate, die nicht gegen Fremdwährungsrisiken gesichert sind" verbieten (was auch immer das genau sein soll).
Die Kommentare bei Zerohedge sind "priceless":


The latest bombshell: German Finance Ministry now saying it will likely Ban EUR derivatives that don't hedge against FX risk. And good luck quantifying what FX risk is legally allowed to be hedged. Look for the EURUSD market not to plunge, but to simply shut down as a result of this. Europe is about to isolate itself from capital markets entirely.

Zerohedge über das Short Verbot

"There are 4 hours until midnight in Germany. There are trillions in gross sovereign CDS notional. Germany alone had $71.4 billion in Gross CDS notional and $13.3 billion in net according to DTCC. Add up all of Europe and you get half a trillion. How on earth will the German market unwind these with all European traders already long gone. We also make the generous assumption that US CDS traders are still around: most of the BSDs tend to leave for the nearest Marriott Garden Inn by 1pm. So with naked CDS positions now verboten, who will be allowed to sell CDS? For a symmetric hedged transaction, anyone selling CDS (long credit), would have to be short cash govvies to be permitted to sell CDS. And who in their right mind would disclose that they are short anything. This is the most ill-thought out of regulatory plan in the history of capital markets, and that, shockingly, includes the Frankenstein monster created by our own lame duck coruptus in extremis senator."

Karl Denninger über das Short-Verbot

"Liquidity? What's That? (Short-Sale Ban in EU)
In a display of idiocy reminiscent of what was done here in the US a couple of years ago Reuters has up a wire report (headline only) that Germany intends to ban "short sales" at midnight (presumably their time) this evening.

Zerohedge is reporting that this is only "naked" short sales but will apply to naked CDS, which means it will damage hedging activity for EU-area bonds.

Does anyone remember our short-sale ban - in 2008? European (and US) markets skyrocketed, only to collapse just days later and continue collapsing for the next six months!

This sort of thing kills liquidity.

Again we have governments that refuse to address the actual issue, which is the OTC nature of these derivative products where nobody can tell who's got what open - that is, what the open interest is, along with the bid and offer. In addition nobody is forced to post margin against a central counterparty, which further decreases transparency and worse, makes systemic risk come to the fore.

The correct move is to force all derivatives onto an exchange, force bid, offer, last and size to be public, and force everyone to post cash margin against all underwater positions nightly. But that means the banks can't screw, er, skim off those extra basis points on every trade since buyers and sellers can then see published prices from everyone at once instead of dealing "over the counter" with a bank's credit desk that can and will deprive you of that information so as to financially hose the customer.

Bluntly: This is a desperation move and instead of doing what the EU expects it will likely cause a furious short-covering rally - followed by a price collapse in the instruments where they can no longer be "covered."

After all, ordinary selling remains (for the time being anyway) legal.
"

Deutschland verbietet wieder Leerverkäufe?


Spielen unsere Politiker ´mal wieder Bürokratisch Roulette mit den nervösen Kapitalmärkten?


Ich blick` da nicht mehr durch, was in Deutschland erlaubt ist und was nicht. Ungedeckte Leerverkäufe sollten am besten technisch garnicht möglich sein, sind aber scheinbar sogar legal. In den USA gibt es diese illegale Praxis, bei Aktien und Bonds, weil die SEC offenbar überfordert ist.
Unsere Sammlung zu dem Thema:

http://bavaria-for-ron-paul.blogspot.com/search/label/Naked%20Short%20Selling

Politik: Wahrheit unerwünscht

Was wurde Josef Ackermann für das Aussprechen der simplen Wahrheit "Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln" von der deutschen Politik gescholten:

Peter Altmaier (CDU): "verantwortungslos"
Renate Künast (Grüne): "Ackermann ist Synonym für Sabotage", "unverantwortlich und unverschämt"
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP): "überraschend, ungewöhnlich und ärgerlich"

Wer nun glaubt, das sei mal wieder typisch deutsch, der täuscht sich:

James Glassman, Chefvolkswirt von JPMorgan, bescheinigte den US-Senatoren des Finanzausschusses:
"an unnerving ignorance of fundamental principles of market economics"

Wie Ackermann sagte Glassman damit nichts als die reine Wahrheit.

Aber der politische Druck auf JPMorgan wurde so gross, dass sich die Bank von ihrem Top-Angestellten distanzieren musste:

"The report is from a single economist and does not reflect the views of our firm. ... We disagree with his characterizations, and we’re sorry."

Montag, 17. Mai 2010

Inflation.us

Don Harrold erwähnt in einem seinem neuesten Video die Website Infation.us insbesondere deren neuestes Video: Meltup.
In dem 55 Minuten langen Video gibt es viele Alte Bekannte*, die das alte Lied von den gepeinigten unfreien Märkten singen und die Inflationsgefahren für Joe Sixpack aufzeigen.






*Gerald Celente, Peter Schiff, Ron Paul, Marc Faber, Jim Rogers

 
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