Montag, 17. Dezember 2007

Achtung! Wir sind "rechte", ausländerfeindliche Bonzen(anbeter)!

So zumindest ein Blogger, der sich sehr viel Mühe gegeben hat, diesen Eindruck zu erwecken, bzw. sich selbst durch vergleichsweise gründliche Recherche davon überzeugt hat. Ich respektiere die Meinungen des Autors (in dem Sinne, daß ich nicht vorhabe, ihn per Sammlung einer "Mehrheit" zu irgendetwas zu zwingen...wenn das bloß andersherum auch so wäre...) und finde die Artikelreihe "Mythos Ron Paul" durchaus lesenwert, beileibe nicht nur, aber eben auch als abschreckendes Beispiel dafür, wohin die altertümlichen "Rechts-Links"-Schablonen so führen. Was nicht "links" ist, muß "rechts" sein und was nicht paßt, wird passend gemacht.


Also, liebe Leser, seid gewarnt!


Denn:


"...es handelt sich offenkundig auch um eine straff organisierte politische Bewegung, die zwar in Deutschland zahlenmäßig sehr schwach ist und hier vor allem im marktradikalen Flügel der FDP zu verorten ist, aber sehr wohl die Kommentarseiten des politblog zu dominieren vermochte."


Nachdem ich die Organisation der Straßburg Tea Party eher als sympathisch-chaotisch empfunden habe, nehme ich das ´mal als Kompliment und ja, es gibt auch Freunde bei der Libertären Plattform der FDP (die meint Nemetico vermutlich).


Da Nemetico ein "stolzer Sozialist" (Zitat) ist, warne ich aber meinerseits:

Kommentare:

fufurios hat gesagt…

Typisches Schubladendenken.
Das ist bei politisch Interessierten besonders ausgeprägt. Immerhin hat der Schreiber korrigiert, das Ron Paul immer gegen den PatriotAct gestimmt hat.
Tja, man lernt nie aus;-)

Wesdt1 hat gesagt…

Ich dachte auch zuerst, Ron Paul ist inhaltlich am ehesten mit der FDP zu vereinbaren, bis ich überlegte, daß die FDP - insgesamt betrachtet - auch ZIEMLICH un"freiheit"liche Züge trägt, indem sie z.B. ihre Stammklientel, Apotheker u.a. "bedient". Ich will damit nichts gegen die FDP sagen, ich fürchte nur, es ist WIRKLICH schwer, Ron Paul einzuordnen. Wenn er die Zeit vor 1913 ins Spiel bringt, die er als Vorbild sieht, was soll man da als Nicht-Amerikaner denken, für den die Zeitrechnung gewissermaßen mit ´45 begann, oder frühestens ´18;-) Das ist so, als würde jemand in Deutschland vorschlagen, die (parlamentarische) Monarchie wieder einzuführen... Ich denke, daß die vom Blogger genutzten Kategorien allesamt jünger sind (19.Jahrhundert; Aufkommen der Industrialisierung/ Herausbildung der klassischen Wissenschaften, z.B. der historischen/ Links-Rechts-Denken mit Aufkommen des Marxismus und der Arbeiterbewegung) als die Kategorien des politischen Programms von Dr. Paul (ca. 1776;-) bzw. Amerikanische Revolution).

michael hat gesagt…

Ach mein Gott, nur kurz überflogen den Artikel den Nemetico geschrieben hat muss ich sagen dass es nicht nur Sinn macht in die Vergangenheit zu blicken, sondern dass man sich vielmehr über die Zukunft Gedanken machen sollte.

Ob Ron Paul jetzt Links - Rechts - Oben - Unten oder westlich, oder sogar östlich angesiedelt ist spielt keine Rolle. Das Thema ist die "Message", die Nachricht.

Wären wir intelligent genug würden wir zwischen dem ganzen Irrsinn endlich erkennen was wir meinen und denken dürfen, abseits der Kategorisierung welche nur das Ziel hat uns zu "Gut" oder Böse" zu stempeln. Und genau dieses Denken prägt unser Zusammenleben.

Kann es noch schlimmer als unter der Familie Bush ausarten? Nein? Dann wählt doch jemand anderen als immer dieselben welche immer dasselbe Theater veranstalten.

Al Bore hat gesagt…

Apropos Tea Party: was war denn jetzt in Straßburg? Ich hatte eigentlich mit spontanen Berichten und Bildern gerechnet. Oder gibt's nix zu berichten? Was außerordentlich schade wäre.

swisstiger hat gesagt…

@ al bore

Hier hats Videos:

www.politaction.com/europe/the-strasbourg-tea-party-for-ron-paul/

Hier hats Bilder:

www.ronpaulforums.com/showthread.php?t=56316&page=2

swisstiger hat gesagt…

Nachtrag zur vorherigen Message:

Die Bilder sind auf Seite 2 im Forum.

Hats Google immer noch nicht gepackt das in den Kommentaren ganze Teile von Links abgeschnitten werden wenn sie zu lang sind ... das sollte doch keine Sache sein das mal zu fixen ...

Oliver hat gesagt…

@ Swisstiger:

Verwende für sowas Tinyurl! Tinyurl schrumpft selbst mehrzeilige URLs zu einer minimalistischen URL zusammen.


http://www.tinyurl.com

Oliver hat gesagt…

Narf! Html-Kentnisse mal wieder auffrischen *postit-zettel-schreib*
Ganz toller klickbarer link zu Tinyurl !

Ich hab mir seinen Hauptartikel und 2 seiner 4 ausführlichen Artikel durchgelesen, sein Kunstwerk ist allerdings auch noch nicht vollendet darum muss ich mir auch nicht alles durchlesen ;). Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl das er sich maßlos darüber Ärgert das er vom Politblog "hinauskomplimentiert" wurde. Als Politblogneuling kann ich jetzt auch nicht großartig darüber urteilen ob er rausgeworfen wurde, ob seine Beiträge ab dem Zeitpunkt des aktiven unterstützens von Dr. Paul nicht veröffentlicht wurden ( ignoriert ) oder ob er durch die Rapide Genesung des beinahe komatösen Libertären Politkörpers ( Kommentare ) so überwältigt wurde, das er seine Heimat, den Politblog verlassen musste.
Hier und da hat versucht er belehrend zu wirken, jedoch scheint er einiges selbst nicht verstanden zu haben.
Zitat zur Bosten Tea Party:

"Lesen Sie doch bitte den Wikipedia – Artikel und überzeugen Sie sich davon, welche schreckliche Ungerechtigkeit damals die englische Krone damals den Kolonisten in Nordamerika zufügte. Bitte tun Sie es, lesen macht schlau und erhellt den symbolischen Charakter des Ereignisses."

Das die Besteuerung der Amerikanischen Kolonie sehr milde war stelle ich nicht in Frage. Jedoch scheint er nicht erkennen zu wollen, das der Grund der dann zur Revolution geführt hat, ein Prinzipieller war. Nämlich die Besteuerung ohne Mitspracherechte!

Wikipedia: "„Sugar Act“ und „Stamp Act“ zogen nämlich direkte, das heißt in den Kolonien selbst erhobene Steuern nach sich. Daraus ergab sich ein ernster staatsrechtlicher Konflikt, da die Kolonisten das Besteuerungsrecht des britischen Parlaments nicht anerkannten. Je nach Lesart waren nämlich die Kolonisten als englische Bürger zwar berechtigt zu wählen, konnten dieses Recht aber nicht ausüben wegen der großen Distanz – und waren folglich auch nicht im Parlament in London vertreten – oder sie waren wie die Engländer durch die Vertreter ihrer Körperschaften – des Adels, der Städte, der Geistlichen und des einfachen Volkes – repräsentiert."

Freiheitliche Fränkische ;) Grüße,
Oliver

Colognepaulista hat gesagt…

nemetico hat selbstredend Recht, daß auch Ron Pauls Person und Programm kritisch gesehen werden müssen. Waffenfreiheit und geschlossene Grenzen sind Programmpunkte, die ich jedenfalls nicht bei uns verwirklicht sehen möchte. Aber nemetico übersieht bis auf (1) die Einstellung gegen den Irakkrieg wesentliche Punkte: Ron Paul ist (2)glaubhaft für die persönliche Freiheit und (3) er ist, anders als Kucinich und Gravel, jemand, der (mit Unterstützung der Pauliten) das neo-conservative, neo-liberale etatitistische Establishment ernsthaft herausfordern kann. U.a hat dieser treffliche Mann auch, wie ich heute gesehen habe, einen wachen und kämpferischen Sinn für schwarze Demagogie, an dem sich manch kritischer "Linke" ein Scheibchen abschneiden könnte: Angesichts eines Wahlkampf-Weihnachtsvideos von Huckabee auf dem im Hintergrund ein Fensterkreuz zu sehen ist, das offenkundig ein großes christliches Kreuz assozieren sollte, zitierte Paul -selbst bekennender Christ - darauf bei "Fox and Friends" angesprochen, in erfrischender Deutlichkeit Sinclair Lewis: 'When fascism comes to this country, it will be wrapped in the flag carrying a cross."

Also ich lasse so schnell nichts auf den guten Doktor kommen.

PS. Schade, daß ich keine Zeit hatte, mit nach Straßburg zu kommen.

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