Mittwoch, 12. Dezember 2007

Geld

"Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh."

(Henry Ford, 1863-1947)

Ron Paul on Federal Reserve, Banking and Economy

Kommentare:

Hubert R. hat gesagt…

Das ist einer der wenigen Punkte, bei welchen ich Ron Paul wiedersprechen muß.
Der Geldbedarf in einem Wirtschaftssystem unterligt Schwankungen. Fühlt sich die Bevölkerung unsicher, wird das Geld gespart und steht somit nicht dem Wirtschaftskreislauf zur Verfügung. Dadurch steigt die Nachfrage nach Geld, bzw. man kann teurere Produkte mit weniger Geld kaufen (=Deflation).
Befindet sich die Bevölkerung Kauflaune, wird das gesparte Geld ausgegeben. Es kommt also mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf. Dieses Überangebot führt zu steigenden Preisen (=Inflation).

Ist das Geld jedoch an Gold gebunden, ist es dem Staat bzw. der Zentralbank nur in Grenzen möglich die Geldmenge und damit die Inflation und Deflation zu kontrollieren. Sie kann nur neues Geld in Umlauf bringen, wenn sie auch den eintsprechenden Gegenwert in einem Depot hat. Ansonsten sind Ihr bei einer Deflaution die Hände gebunden. Ist zu viel Geld im Umlauf, muß die Zentralbank dieses Geld zurückkaufen. Aber mit welcher Gegenleistung? Gold? Oder muß der Staat der Zentralbank Steuergeld geben?
Oder kennt jemand von Euch eine Lösung für dieses Problem?

Wirklich Faul an unserem Geldsystem ist dessen Verzinsung.
Sie garantiert dem Vermögenden ein sicheres Einkommen, ohne das er dafür eine Leistung erbringen muß. Es ist eine verfassungswidrige Vermögensumverteilung von Arm nach Reich.
Gibt ein Bürger weniger aus als er durch die Verzinsung bekommt, steigt sein Einkommen durch den Zinseszins ins unermessliche (e-Funktion). Das Geld welches als Zins ausgeschüttet wird muß aber von Irgendwo herkommen. Z.B. vom Staat. Dessen Zinsausgaben sind glaube ich der zweitgrößte Posten im Haushalt der BRD. Der Staat finanziert diese Zinsausgaben wiederum über Steuern. Die gesamte Bevölkerung (Arm und Reich) muss also für die Kreditzinsen aufkommen.
Aber auch die Industrie produziert auf Pump. Dessen Zinslast muß auch mit dem Erlös der verkauften Produkte finanziert werden. Die meisten Wohnhäuser und Mietwohnungen sind mit Hypotheken finanziert. Auch dafür muß die "normale" Bevölkerung Zinsen bezahlen.
In Summe müssen wir „Normalbürger“ nicht nur für unser sondern auch für das Einkommen von Personen mit einem hohen Betrag auf dessen Bankkonto Tagtäglich unser Arbeit nachgehen.

Im Buch von Margrit Kennedy: Geld ohne Zinsen und Inflation steht das was ich hier in Kurzform beschreiben wollte, ausführlich und verständlich.

Fabio Bossi hat gesagt…

Hallo Hubert,

es ist schwierig, diese Diskussion hier auf dem engen Raum zu führen, zumal wir schon definitorische Probleme haben (In- bzw. Deflation entstehen nicht duch das Spar- bzw. Konsumverhalten der Bürger, sondern durch das aufblähen (inflare) der Geldmenge, nicht durch den Umlauf).
Die Zinsproblematik ist in meinen Augen keine Ursache, sondern ein Symptom der Geldschöpfung durch den Staat. Es ist z.B. denkbar (und wahrscheinlich), daß es in einem natürlichen nicht-staatlichen Geldsystem, zB dem Goldstandard, überhaupt keine (risikolosen) Guthabenszinsen gäbe. Wofür auch?
Aber prinzipiell habe ich nix gegen Alternativvorschläge. Solange ich nicht gezwungen werde, irgendwelche ungedeckten Schwund-Regios zu nehmen, darf jeder experimentieren wie er will. Ich halte nix davon, aber viell. irre ich mich ja.
Ich bin gegen ein Monopol - wie auch Ron Paul.

Fabio

Hubert R. hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Hubert R. hat gesagt…

Hallo Fabio,

als erstes möchte ich Dir für Deine Arbeit welche Du in die Berichterstattung über Ron Paul hineinsteckst, danken.

Weshalb sollte jemand in einem "freien" Gold-Gebundenem Geldsystem Geld verleihen, wenn er dafür nur eine Gebühr für das Risiko bekommt. Da lässt man das Geld doch lieber im Keller und wartet darauf, dass jemand verzweifelt Geld benötigt, und bereit ist etwas mehr als nur für die Absicherung des Risikos zu bezahlen. Die Geldumlaufgeschwindigkeit kann nicht kontrolliert werden. Und wenn dies der Fall ist gibt es Regelmäßig eine Inflation oder eine Deflation.

Ich fände es aber Gut wenn Ron Paul seine Theorie ausprobieren würde. Dann hätte man nach ein paar Jahren ein Resultat und könnte unter heutigen Wirtschaftsbedingungen Beurteilen, ob die österreichische Schule der Ökonumie recht hat oder nicht.

LG,
Hubert

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