Montag, 28. November 2011

"Lender of Last Resort"

Mein (deutschsprachiger) keynesianischer Lieblingsblog "Acemaxx-Analytics" hat einen interessanten Artikel rund um diese Graphik und den Begriff "Lender of Last Resort" (Kreditgeber der letzten Instanz):



Die Erklärung:


"Die schwarze Kurve zeigt die Marktkapitalisierung von Morgan Stanley. Der Börsenwert der US-Investmentbank nähert sich in Richtung 40 Mrd. $ Bereich. Aber dann kommt es zu einem Einbruch, was im November 2008 einen Wert von 9,8 Mrd. $ verzeichnet.
Die orangefarbene Kurve ist die Summe, die Morgan Stanley der US-Notenbank an einem bestimmten Tag schuldet: Ein Betrag, der Ende September 2009
(das muß 2008 heissen, B4RP) auf 107 Mrd. $ geklettert ist.
Die rote Kurve zeigt das Verhältnis zwischen den beiden Werten an. Das heisst, Morgan Stanleys Schulden an die Fed als Prozentsatz der Marktkapitalisierung des Finanzunternehmens. Die Quote ist im Oktober auf einen Spitzenwert von 750% hochgeschnellt."


Acemaxx kommentiert:


"Es ist verdammt schwer, sich die rote Kurve anzuschauen und das von der Fed geschenkte Vertrauen zu vergegenwärtigen, ihr Geld wieder zurückzubekommen. Es ist aber das, was lender of last resort (Kreditgeber letzter Instanz) und eine Zentralbank ausmacht. Und die EZB hingegen pfeifft auf die Zentralbanktradition, indem sie sich ausdrücklich weigert, dasselbe zu tun".


Meine Meinung (da ich eben ein "Marktfundamentalist" bin):


So wird eine Bank von der "Zentralbank" gerettet, nachdem sie sich mit Tätigkeiten verzockt hat, für die andere Nicht-Banken-Markteilnehmer im Knast säßen. Das ganze nennt man dann "Turbokapitalismus", obwohl es Amigo-Kommunismus auf Speed ist. Aber das ist eben Geschmacksache. Ich ziehe mir nur nicht den Schuh an, dass "wir Marktfundamentalisten" ja lachenden Auges zusehen würden, wie die Welt zugrunde geht, nur weil wir dagegen sind, dass die Bank-Bonzen gerettet werden. Ich befürchte auch, dass es dann eine "große Depression" gibt und ich finde das furchtbar. Allerdings wettere ich schon gegen die siamesischen Zwillinge Big Government und Big Banks, als wir noch in der Besäufnis-Phase waren und nicht erst, seitdem wir einen Kater haben. Last but not least sage ich auch als Anarchokapitalist (da stehe ich unter Ankaps aber recht einsam da): wenn schon "lender of last resort", dann bitte inklusive Komplettverstaatlichung inkl. Zwangsumzug aus den Palästen in Frankfurt am Main in leerstehende Plattenbauten in Frankfurt an der Oder. Wenn schon Planwirtschaft, dann bitte richtig und zwar für Ackermann und Co. und nicht einen auf "Turbokapitalist" machen, solange fröhlich in Kreditgeld aus dem Nichts aufgeschuldet wird und dann nach dem "lender of last resort" schreien, weil man sich höher als jeder Hedgefonds gehebelt hat.

1 Kommentar:

Friedrich hat gesagt…

"Ich befürchte auch, dass es dann eine "große Depression" gibt und ich finde das furchtbar. Allerdings wettere ich schon gegen die siamesischen Zwillinge Big Government und Big Banks, als wir noch in der Besäufnis-Phase waren und nicht erst, seitdem wir einen Kater haben."

Sehe ich auch so, nur kann ich nicht erkennen, daß es nicht darauf hinauslaufen will. Warum schreibt man denn auch dagegen an? Weil man es "möchtet" oder weil man es nicht möchte.

Es muß aber festgehalten werden, es wurde speziell aus liberale Ecke schon immer gewarnt. Aber bis auf ganz kurze "Aussetzer" wurden diese Warnungen immer in den Wind geschlagen.

Heute bin ich eher bereit zu sagen" Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende", leider ist das aber nur Wunschdenken. Es wird alles getan das Ende noch schlimmer zu "gestalten"...

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