Montag, 26. November 2007

Das Gewinnen wird überbewertet

Im heutigen Daily Observer schreibt der amerikanische Verleger, Schrifsteller und Börsenanalyst Bill Bonner über seinen langjährigen Freund Ron Paul:


Das Gewinnen wird überbewertet

Mein alter Freund, Ron Paul, Kandidat der Republikaner für die Präsidentschaftsnominierung, schafft es von Zeit zu Zeit in die Nachrichten. Er beweist, dass man das Internet dazu verwenden kann, Gefolgsleute hinter sich zu versammeln... die Leute zu informieren...und Geld zu sammeln. Bravo... und gute Fahrt.

“Ich werde Ron etwas Geld schicken”, verkündete ich gegenüber meiner Tochter Sophia gestern Abend.
„Warum solltest du das tun wollen, Dad? Du verschwendest einfach nur dein Geld. Ron Paul ist in Ordnung. Ich mag ihn. Oder zumindest das meiste von dem, was ich über ihn gehört habe. Aber er kann nicht gewinnen. Was soll das also bringen?“
„Das Gewinnen wird überbewertet“, gab ich zur Antwort. „Du weißt, was General Washington während der Revolution gesagt hat: ‚Wir können den Sieg nicht garantieren, aber wir können ihn uns verdienen.’ Nun, man kann nie etwas garantieren. Wie es in der Bibel heißt ‚Das Rennen gewinnt nicht immer der schnellste und die Schlacht nicht immer der Stärkste.’
Ich vermute, die Leute wollten damit sagen, dass es bei allem und jedem auch um ein gutes Maß Glück geht. Aber da ist noch etwas. Wenn man nicht wissen kann, wie etwas ausgehen wird, was soll man dann tun? Das einzige, was man tun kann, ist das Richtige. Ich verrate dir noch ein weiteres Sprichwort, da ich gerade in Schwung komme. „Fiat justicia pereat mundus’. Ich weiß nicht, ob das richtiges Latein ist. Aber über die Haltung dahinter bin ich mir sicher: Man befolgt das Gesetz, selbst wenn die Welt vergeht*. Ich denke, das Konzept hinter all dem ist das gleiche. Alles was man in irgendeiner Situation tun kann, ist das Richtige.... nicht notwendigerweise das Schlauste. Man kann nicht wissen, was das Schlauste ist, denn man weiß nicht, was der nächste Tag bringen wird. Doch was richtig ist, das kann man ziemlich leicht herausfinden. Also tut man das Richtige. Man bekommt nicht notwendigerweise, was man haben will. Es wendet sich nicht notwendig alles in die eigene Richtung. Aber zumindest wird man den Erfolg verdient haben. Und Erfolg zu verdienen ist wichtiger, als wirklich Erfolg zu haben. Das Richtige zu tun ist – mit anderen Worten - wichtiger, als das getan zu haben, was sich im Nachhinein als schlau herausstellt.“

„Und was hat das alles mit Ron Paul zu tun?”

“Er ist der einzige Kandidat, der mir begegnet ist – im Grunde genommen während meines gesamten Lebens – der es wert ist, dass man ihn wählt. Er glaubt nicht daran, Leute über Besteuerung zu berauben, so dass einige Leute ihre eigenen, wahnsinnigen Weltverbesserungsprojekte durchführen können. Und er glaubt nicht daran, in den Krieg zu ziehen, solange das eigene Land nicht angegriffen wird... und solange es keine Kriegserklärung durch den Kongress gibt... und das ist genau das, was die Verfassung verlangt.“

“Ich will damit nur sagen, dass man Ron Paul wählen kann… und ihm Geld schicken… und dabei ein reines Gewissen haben kann. Das konnte man während einer sehr langen Zeit nicht. Das sollte man besser ausnutzen.“

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Hervorhebungen durch Fabio Bossi.
Vielen Dank an den Investor Verlag für die Genehmigung!
(der Daily Observer ist übrigens kostenlos erhältlich und sehr empfehlenswert)

*Ich schlage allerdings eine andere Übersetzung für fiat justitia pereat mundus vor:

"Das Rechte geschehe, mag dabei auch die Welt untergehen."

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