Mittwoch, 28. April 2010

EU-Krise? Machen wir uns doch einfach ´mal quantitativ locker!

Soeben lese ich bei Mish, daß Big-Money-Größen wie der europäische Chefvolkswirt von JP Morgan in London schätzt, daß auf die Euro-Retterländer Belastungen in Höhe von rund € 600 Milliarden zukommen könnten (wohl etwa 8% des BIP der Retterländer), wenn die "Ansteckung" (= engl. contagion) von Griechenland auf Spanien, Portugal und Irland "übergreifen" würde. Ich gehe davon aus, daß Herr Mackie damit Bürgschaften meint und keine unmittelbar erforderlichen Zahlungsströme. Was wiederum bedeutet, daß das Grundproblem nur auf später (Ende der Amtszeit? Pension? Rente? Yacht mit 40?) verschoben wird. "Später irgendwann" wird sich dann Staat XY trotzdem einmal fragen müssen, wo die Gelder denn genau herkommen sollen, die es da eben noch nur "zur Not" zugesagt hatte. Ein Herr Jacques Cailloux, Chefvolkswirt der britischen Zombiebank Royal Bank of Scotland, spricht von der möglicherweise "nuklearen Option" ("nuclear option"). Was darunter zu verstehen ist, faßt James Nixon, Co-Chefvolkswirt der Société Générale wunderschön kurz, knapp und präzise zusammen, in der sympathischen "Bluntness" (etwa "Unverfrorenheit") , die man nur haben kann, wenn man erstens Euro- oder Dollar-Multi-Millionär ist und außerdem noch weiß, daß man zur Not die ganze "Scheiße" gehebelt shorten kann (um bzgl. Fäkalien Goldman zu zitieren, die zu eigenen Produkten "shitty deals" sagen, siehe Video weiter unten):
"We need 300 billion euros of purchases and then the problem goes away
overnight
."
Klingt ja erstmal super. Irgendjemand muß irgendjemand anderem einfach Kredit geben und das Problem ist über Nacht weg (= Zeit wieder long zu gehen). 300 Milliarden Euro, was ist das heute denn noch?
Wie läuft sowas aber konkret? Der eine "jemand", ist in dem Fall die europäische Zentralbank, kurz "EZB". Der andere ist der jeweilige "notleidende" EU-Schwächling. Der Ausdruck ist der Bevölkerung gegenüber nicht persönlich gemeint, ich hefte mir ja auch nicht an die Backe, was meine Politiker und Finanzbosse "in meines Volkes Namen" anstellen. Ich bin außerdem 1/4 Italiener und somit bald auch nicht mehr "AAA" ;-)
Aber zurück zu Sache.
Es geht darum, daß die EZB einfach Staatsanleihen von betroffenen Ländern aufkaufen soll. Das wäre dann die im angelsächsischen Ponzi-Herrschaftsgebiet liebevoll "Quantitative Easing" genannte "nukleare Option" der mengenmäßigen Lockerung. Das würde die Zinsen der zu unterstützenden Teilnehmerländer senken und wäre - wie ich auf der Heimfahrt vom Büro im Deutschlandfunk aus dem Munde irgendeines Experten hörte - ein rasend gutes Geschäft, weil die Kreditgeber sich wiederum billiger refinanzieren könnten und somit quasi den Hilfsempfängern "gehebelt" helfen könnten - Win Win in Ponzi-Land. Im deutschen Beispiel soll dann die KfW - in den Augen der Staatsgeldbefürworter offenbar eine Art "Special Purpose Vehicle" der Volonté Générale - die Anleihen kaufen und wiederum beim Bund "refinanzieren". Der "Bund" leiht sich also Geld an den Kapitalmärkten, zu deutlich besseren Konditionen und leiht es gegen höhere Zinsen an die Problemländer.
An dieser Stelle denken sich offenbar 95% der Menschen "ok, ok...ist ja gut, die machen das schon irgendwie". Na denn. The Show must go on. Nehmen wir`s doch einfach quantitativ easy.
Disclaimer:
Wir schließen nicht aus, daß die oben zitierten Banker den Begriff "Rettung" nur auf sich beziehen und "Lösung" vornehmlich für die eigenen Probleme meinen. Wir können ebenfalls nicht ausschließen, daß es sich bei den beschriebenen Zusammenhängen um ein gigantisches Hütchenspiel handelt und 95% der Menschen nur nicht merken sollen, daß es niemals so etwas wie eine Erbse gegeben hat.

1 Kommentar:

Larry hat gesagt…

Hi Fabio, danke für den tollen Artikel!!!

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