Freitag, 28. August 2009

Nachtrag zur FDIC Quartalsbilanz

Nachdem Ich gestern überrascht Feststellen musste, das der DIF noch 10,4 Milliarden $ FRN als Guthaben ausweist, habe ich mittlerweile herausgefunden, wie diese Zahl zustandekommt.

Die "simplizierte" Bilanz zum 30. Juni 09 Glidert sich wie folgt auf.

Aktiva:
21,6 Milliarden in Bargeld und Äquivalenten liquiden Geldmitteln ( T-Bills ,T-Bonds etc. )
43,2 Milliarden „ Other Assets“ dies Repräsentiert dessen was die auf die FDIC Abgewickelten Banken als illiquide Anlagen in ihren Bilanzen stehen hatten also beispielsweise Immobilien, Hypotheken, Derivate und Verbriefungen wie CMBS ;) , Fuhrpark, Computer, usw etc.
Bankrotte Banken werden meist von der FDIC an solvente Banken über ein „purchase and assumption agreement“ vermittelt. Manchmal wird jedoch kein passender Käufer gefunden, dann übernimmt die FDIC die Bank komplett.
Passiva:
22,4 Milliarden "Other Liablilities" Generelle Verbindlichkeiten, hierzu habe ich leider keine näheren Informationen. Sicherlich sind da auch die Löhne und Gehälter der FDIC und sämtliche Betriebskosten der FDIC drin, aber das reicht nicht für 22,4 Mrd. FRN. Ich vermute das darin auch die Kosten für die bislang abgewickelten Banken Verbucht sind.
32,0 Milliarden Contigent Loss Reserve. Hierin werden die Geschätzten Bankpleiten für dieses Jahr auf die Verbindlichkeitsseite eingestellt, die meisten der Pleitebanken dieses Jahres waren also schon eingeplant, nur ein kleinerer Teil kam als Extra Belastung hinzu. Die Liste der Gefährdeten Banken Verlängerte sich von 305 auf 416 Banken, Der Wert dieser Reserve veränderte sich vom letzen Quartalsbericht von 28,5 auf 32 Milliarden

Außerdem
kann die FDIC beim Schatzamt bis zu 500 Milliarden gegen Zins Leihen, bei der Savings&Loans Krise war das mit 15 Mrd. einmal der Fall, Sheila C. Bair ist jedoch zuversichtlich das dies diesmal nicht notwendig ist. John Kanas vermutet, das in den nächsten 2 Jahren bis zu 1000 Banken schließen müssen, mal sehen wer besser Orakelt.
John Kanas ist Inhaber einer Private-Equity-Gesellschaft landläufig "Heuschrecke" genannt, welche mittlerweile Problembanken Aufkaufen dürfen. Als Auflage müssen sie jedoch die übernommene Bank mindestens 3 Jahre lang halten, und die Kernkapitalquote der Bank darf nicht unter 10% sinken. 6% sind hier eigentlich die Norm, zuerst galten 15% als Minimum für die „Heuschrecken“.

Pauschal gesagt, Die Bareinlage ist weg und die FDIC versucht so gut wie möglich die Illiquiden Aktiva in Liquide umzuwandeln durch Verkauf. Gelingt dies nicht zum Buchwert, verringert sich der Spielraum für den DIF von derzeit 10,4 Milliarden FRN, sollten die geplanten Verluste so eintreffen, wie der FDIC es für den DIF plant.

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