Montag, 26. Oktober 2009

Kapitalismus für alle!

Heutzutage sind "Kapitalisten" ähnlich beliebt wie Zweifler an der "anthropogenen" Klimakatastrophe. Bankenboni und betrügerische Hedgefonds scheinen zu beweisen, daß Volkes Wille in Gestalt angeblich pflichtbewußter und weitsichtiger Politiker "regulierend" eingreifen müsse. Zwielichtige Figuren wie Alan Greenspan oder Larry Summers werden uns als Musterkapitalisten präsentiert und nun - völlig zu Recht - angeprangert, allerdings - völlig zu Unrecht - in einem Atemzug mit dem "Kapitalismus". Welch` ein grotesker Irrtum diese Systemheloten für Heroen der freien Marktwirtschaft zu halten! Die Vetternwirtschaft der FED mit der Wall Street hat mit Ayn Rands Idealen in etwa so viel zu tun, wie Hank Rearden mit Erich Mielke. Der Namensgeber dieses Blogs, Ron Paul, ist natürlich das beste Beispiel. Niemand, der in den USA in den letzten 50 Jahren an irgendeiner wirklich wichtigen Stelle saß, kann sich in puncto Laissez-Faire-Kapitalismus ideologisch und gelebterweise mit Ron Paul vergleichen - auch nicht der Schauspieler und Schaumschläger Reagan. Dabei ist Paul im Gegensatz zu mephistophelischen Gestalten wie Hank Paulson gerade nicht in den Genuß der angeblich "turbokapitalistischen" Privilegien gekommen. Er ist kein Milliardär, er hat auch kein Haus in den Hamptons und trifft sich nicht als Finanzminister "off the records" mit den Chefs von Goldman Sachs in Moskau.
Das Problem ist nicht "der Kapitalismus" oder gar "die Marktwirtschaft". Das Problem ist, daß nur die normalen Bürger in ihm/ihr Leben und ein gigantischer Apparat aus Staats- und Konzerninteressen außen vor bleibt, enthoben von den existenziellen Risiken, die der Markt - manchmal grausam wie das Leben - für Otto-Normalbürger bereithält. In unser Leben mag sich zwar der Staat ständig einmischen, aber grundsätzlich operieren wir Bürger in einem privatrechtlichen Rahmen. Wir erwirtschaften unseren Lebensunterhalt auf Basis freiwilliger Marktoperationen und auf "unseren" Märkten greifen auch die Marktsanktionen. Wir müsse alle grundsätzlich gut genug sein. Ehrlich und zuverlässig genug, um "am Markt" bestehen zu können. Die Elite aus Politik und Finanzwirtschaft hat sich qua roher absolutistischer Macht dieser Risiken enthoben. Damit muß endlich Schluß sein. Kapitalismus für alle!

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