Samstag, 3. Oktober 2009

Was halten Sie von Thilo Sarrazins Äußerungen?

Thilo Sarrazin:

Man muß aufhören, von „den” Migranten zu reden. Wir müssen uns einmal die unterschiedlichen Migrantengruppen anschauen. Die Vietnamesen: Die Eltern können kaum Deutsch, verkaufen Zigaretten oder haben einen Kiosk. Die Vietnamesen der zweiten Generation haben dann durchweg bessere Schulnoten und höhere Abiturientenquoten als die Deutschen. Die Osteuropäer, Ukrainer, Weißrussen, Polen, Russen weisen tendenziell dasselbe Ergebnis auf. Sie sind integrationswillig, passen sich schnell an und haben überdurchschnittliche akademische Erfolge. Die Deutschrussen haben große Probleme in der ersten, teilweise auch der zweiten Generation, danach läuft es wie am Schnürchen, weil sie noch eine altdeutsche Arbeitsauffassung haben. Sobald die Sprachhindernisse weg sind, haben sie höhere Abiturienten- und Studentenanteile usw. als andere. Bei den Ostasiaten, Chinesen und Indern ist es dasselbe.

Bei den Kerngruppen der Jugoslawen sieht man dann schon eher „türkische” Probleme; absolut abfallend sind die türkische Gruppe und die Araber. Auch in der dritten Generation haben sehr viele keine vernünftigen Deutschkenntnisse, viele gar keinen Schulabschluß, und nur ein kleiner Teil schafft es bis zum Abitur. Jeder, der integriert werden soll, muß aber durch unser System hindurch. Er muß zunächst Deutsch lernen.

Die Kinder müssen Abitur machen. Dann findet die Integration von alleine statt. Hinzu kommt das Problem: Je niedriger (bildungsferner) die Schicht, um so höher die Geburtenrate. Die Araber und Türken haben einen zwei- bis dreimal höheren Anteil an Geburten, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Große Teile sind weder integrationswillig noch integrationsfähig. Die Lösung dieses Problems kann nur heißen: Kein Zuzug mehr, und wer heiraten will, sollte dies im Ausland tun. Ständig werden Bräute nachgeliefert: Das türkische Mädchen hier wird mit einem Anatolen verheiratet, der türkische Junge hier bekommt eine Braut aus einem anatolischen Dorf. Bei den Arabern ist es noch schlimmer.

Meine Vorstellung wäre: generell kein Zuzug mehr außer für Hochqualifizierte und perspektivisch keine Transferleistungen (Sozialleistungen) mehr für Einwanderer.

...

Es ist ein Skandal, wenn türkische Jungen nicht auf weibliche Lehrer hören, weil ihre Kultur so ist. Integration ist eine Leistung dessen, der sich integriert.

Jemanden, der nichts tut, muß ich auch nicht anerkennen. Ich muß niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. Das gilt für siebzig Prozent der türkischen und für neunzig Prozent der arabischen Bevölkerung in Berlin. Viele von ihnen wollen keine Integration, sondern ihren Stiefel leben. Zudem pflegen sie eine Mentalität, die als gesamtstaatliche Mentalität aggressiv und atavistisch (an den Vorfahren orientiert) ist.


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Und das halten Welt-Leser davon:

Umfrage bei Welt.de

Kommentare:

schwarzrotgold hat gesagt…

Teilweise hat Sarrazin recht, aber er ist ein kleines A-loch ;), vorangegangene Äußerungen haben doch klar gezeigt wie arrogant er über Menschen denkt die sozial schlechter gestellt sind. Derweil ist er selbst ein Parasit des Systems und dazu noch ein gutbezahlter ! (sollte man nicht vergessen)

Philberty hat gesagt…

Und woher stammt dieser Text? Aus der Welt-Umfrage jedenfalls nicht :|

Christoph hat gesagt…

@ Philberty

Aus diesem Blog:

http://zoelibat.blogspot.com/2009/10/sarrazin-interview.html

Das Original-Interview gab Sarrazin dem Berliner Magazin Lettre International:

http://www.lettre.de

philos hat gesagt…

völlig undiplomatisch formuliert- der respektlose Ton schürt die Probleme anstatt sie konstruktiv aufzuzeigen!

Altneupresbyterianer hat gesagt…

Man mag zu Sarrazin stehen wie man mag, aber inhaltlich: FULL ACK!

Das sage ich als Mensch mit Migrationshintergrund - 2. Generation, nicht in D geboren. Ich bin Deutscher aus Überzeugung. Etwas das selbst vielen gebürtigen Deutschen nicht eigen ist, da oft die Leistung der Mitbürger nicht genug gewürdigt wird. Hinzu kommt eine in kleinen Dosen subkutan injizierte nationale Scham im Zuge des Schulunterrichts.

Noch vor 20 Jahren gab es etwas, das ich als "Positiven Rassismus" titulierte. Die Deutschen begegneten mir mit einer hohen Dosis an Neugier, um herauszufinden, was an mir anders ist. Auch wenn ich damals etwas weniger behelligt werden wollte, ist das retospektiv die liebenswürdigste Art "rassistisch" zu sein. Ntürlich gab es auch gelegentlich Anfeindungen, jedoch verglichen mit der Art, wie in meiner früheren Heimat mit Ausländern 2.Klasse (Bürger der nichtwestlichen Welt) umgegangen wurde und wird, war das sehr harmlos.

Immigranten sind in einem neuen Land wie stets unterinformierte freie Radikale, die zunächst dazu neigen, aneinander anzudocken. Dies fürht dazu, dass man Bekanntschaft mit Landsleuten macht, von denen man doch sehr überrascht ist, mit Ihnen zeitlebens ein Land geteilt zu haben. Mild ausgedrückt drängt sich die Frage auf, welches Interesse ein Land wie Deutschland daran haben könnte, solche Leute aufzunehmen, deren einzige Bestrebung darin besteht, die gebotenen Möglichkeiten zu Nutzen, um durch wenig geahndete Kleinkriminalität in kurzer Zeit ein Finanzielles Ziel in der Heimat zu erreichen. Aus dem Ziel Geld für ein Auto/Haus/Hotel... wurde oft bald (falls keine Abschiebung dazwischenkam) eine Feste Institution. Daraus wurde oft ein halblegales Autogewerbe basierend auf Beschiss oder sonstige vergleichbare parasitäre gesamtwirtschaftlich nutzlose Tätigkeit.

Etwas frustrierend war die Erfahrung der frühen Jahre zuzusehen, dass diejenigen, die es auf die maximale Schädigung der Gesellschaft abgesehen hatten, geschützt durch Gesetze prosperierten, während die Gruppe jener, die es ernst meinten und dank guter Bildung zwar angesehene Jobs bekammen, oft aber nur unterdotiert waren. Unangenehm ist es auch, als Gruppe gebildet per zufälliger Fügung des Geburtsortes mit jenen sich gleichgestellt zu sehen.

Natürlich hat diese Diskrepanz in einem entwickelten Land Grenzen, und Integration ist bei einer hinreichend offenen Gesellschaft letzlich die Summe der eigenen Bemühungen um eine solche.

Nichtsdestotrotz machte ich die Beobachtung, dass je grösseer eine Migrantengruppe (auf ethnischer Basis) ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine integrationsresistente Untergruppe bildet, die gut vernetzt an den Schwachstellen des Gastgeberlandes (Sozialgesetzgebung, Erbschuldgefühle, unpragmatischer Humanismus) andockt und von da an als Metastase existiert.

Heute 20 Jahre später und in Zeiten einer Depression, kippt die Stimmung langsam. Die Fehler bei der Migrationspolitik beginnen sich zu rächen: insbesondere der ungeregelte Zuzug, ohne auf Bildunsstand und der tatsächlichen Nützlichkeit für die Volkswirtschaft zu achten. Es steht zu befürchten, dass die angestaute Tabuisierung sich in ungesunden Excessen der Ablehnung enlädt, bis ein gesundes Gleichgewicht erreicht ist (hoffentlich dieses Mal gewaltfrei).

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Altneupresbyterianer hat gesagt…

... Fortsetzung

Sehr wahrscheinlich werden wir auch die politisierung des Themas erleben, denn es ist eine prima Ablenkung von den realen Problemen unserer Zeit wie z.B. einem gesunden Geldsystem, das nicht auf Schuld und künstlich erzeugter Knappheit zu Gunsten weniger fusst. Diese international verlinkte 'Elite' lacht sich höchstens schlapp, wenn die ganze Aufmerksamkeit auf solch tertiäre Fragen konzentriert ist, während das Kaninchen aus dem Zylinder gezogen wird.

Migration ist sicherlich eine Frage, der mit dem nötigen Mut und Ehrlicht begegnet werden soll, jedoch nicht bevor die wirklich wichtigen Probleme gelöst sind. Auf dieser langen Reise, wünsche ich allen die nötige Standhaftigkeit, sich nicht in Kleinigkeiten zu verlieren, um letztendlich nicht über divide and conquer (ab)gelenkt zu werden.

Altneupresbyterianer - erstaunliche "Wende" hat gesagt…

Das Blog hat in mir scheinbar einen neuen Stalker gefunden :-).

Jetzt (1:30 am) hat die Abstimmung scheinbar eine radikale Wende vollzogen.

Während das Bild im Blogpost zeigt, dass etwa die ersten 10.000 Voter zu fast 90% für "Er hat Recht mit seiner Kritik" abstimmte, zeichnete sich eine gewaltige "Trendwende" bei den folgenden 17.000 Votern ab.

Stand nun: 26580 Voter, 'er hat recht'-Fraktion: 54% !

D.h. während unter den ersten 10.000 Abstimmern 87% glaubten, dass er recht hat, waren es unter den folgenden 17.000 nur noch 33%.

In der Statistik ist man bei der Erhebung von Daten oft an aussergewöhnlichen Abweichungen interessiert, denn hinter solchen verbirgt sich oft ein zusätzlicher Faktor. Was mag wohl dieser 'Faktor' hier sein?

Oliver Knittel hat gesagt…

Direkte Fälschung, durch den Betreiber aus eigenem Antrieb, oder externem Druck.
Mobilmachung von "Gutmenschen"(=Gleichgesinnten) in diversen Sozialen Netzwerken. Letztere Taktik wurde auch von den Paulistas angewendet.
Oder aber, diejenigen die Sarrazins Meinung Teilen sind Internet-affiner, als diejenigen die sie ablehnen.

jamal hat gesagt…

ich finde die umfrage nicht mehr. vielleicht bin ich einfach zu dumm zum suchen ;)

Oliver Knittel hat gesagt…

Die Umfrage war im Artikel eingebettet, jetzt ist offensichtlich nicht mehr in diesem Artikel.

Christoph hat gesagt…

@ all

Das sagt Hans-Olaf Henkel zur Aufregung um Thilo Sarrazin:

http://bavaria-for-ron-paul.blogspot.com/2009/10/das-sagt-hans-olaf-henkel-zur-aufregung.html

Christoph hat gesagt…

@ jamal & Oliver Knittel

bzgl. Welt-Umfrage:

http://novesia.blogspot.com/2009/10/manipulierte-umfrage-der-welt-online.html

Oliver Knittel hat gesagt…

Schwer zu sagen ob es Mobilmachung der "Gutmenschen", oder Manipulation vom Betreiber ist. Die Screenshots sprechen aber deutlich für eine Manipulation.

Fabio Bossi hat gesagt…

@Alt-Neu-Presbyterianer:

Sehr schöne kluge und interessante Sätze!
Kann als "Viertel-Italiener" und gewissermaßen ebenfalls "Deutscher aus Überzeugung" - weil ich ja die Wahl hatte und mich bewußt dafür entschieden habe - einiges sehr gut nachempfiden.

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