Mittwoch, 24. August 2011

Stürzende Diktatoren und explodierende Blasen

Die Aktienmärkte hüpfen wieder auf und ab. Heute ging`s wieder hoch. Stand: gerade eben. Was ist geschehen? Eine Lybien-Erleichterungsrallye? Ich muß gestehen, daß mir diese Begründung bei der heutigen Marktbeobachtung entgangen war.
Die Märkte steigen also garnicht "wegen" der "Durable Goods" und wegen der marginal besseren US-Vormonats-Häuserpreise, sondern weil es Muhaha Gadaffi bald an den Kragen geht?
Und Gold fällt dann wohl, weil die Märkte erwarten, daß die lybische Zentralbank alles Gold raushaut oder wie? Die Schlagzeile dazu:



PUFF, die ganze Rally mausetot, die Blase geplatzt, weil inmitten von Hedgefonds-Margin-Calls (ja, ich spekuliere auch einfach mal blöd über simple Ursache-Wirkungs-Kausalketten daher und plappere was nach) Gold heute auf den Stand von...wann...Anfang August gefallen ist, als alles so richtig wieder losging?

So schnell kann`s gehen, an den "Kapitalmärkten". Heute "sicherer Hafen", morgen "geplatzte Blase" (gilt sogar für Sparbuch und Staatsanleihe...). There is no such thing as a safe haven. Es gibt keinen sicheren Hafen in einer Finanzwelt, die es als "barbarisch" betrachtet, gewogen und gemessen statt einfach nur nach eigenen Regeln und Modellen geschätzt zu werden. Es ist ja auch "barbarisch" das Geldwesen zumindest so weit wie möglich vor den Gefahren der Exponentialfunktion bewahren zu wollen, indem man den freien Bürgern dieser Welt zumindest die Wahl und "Bankgeld" den Banken und allen Freiwilligen überlässt. Die Frage bleibt bestehen...wo ist mehr heisse Luft? In der "Goldblase" oder in den Bankbilanzen (siehe selbst Gold-Abstinenzler Barry Ritholtz: Big Banks: Under-Capitalized, Overexposed, Opaque)?

Aber lassen wir doch das Tagesgeschehen Tagesgeschehen sein.

Wenn ich mir die Konjunktur in Italien, Spanien, Belgien und Frankreich anschaue (http://www.querschuesse.de/) und den jeweiligen möglichen "Bankenrettungsbedarf" grob überschlage (hunderte Billionen Euro hin oder her), bin ich echt auf die Leistungs- und Anpassungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gespannt, wenn so wichtige Wirtschaftspartner schwächeln. Dann hoffen wir mal ganz fest auf die BRICS (und vergessen vor allem, daß wir auch Banken haben).
Aber noch sind die Auftragsbücher rappellvoll und z.B. ausgesuchte M-DAX-Titel nicht "teuer", keine Frage.

Oh, by the way: bei Muhaha G. nie vergessen, daß Unicredit auch in Lybien mittendrin statt nur dabei ist.

Man weiß ja nie.

Das Engagement hieß sicher mal "EMEA-Exposure" und sollte the next big thing werden...

Wobei, wie Max Otte über "brutal unterbewertete Aktien" sagen würde:

"Auf Sicht der nächsten zehn oder 15 Jahre seien Aktien jedoch eine gute Wahl. „Ich kann nur jedem Anleger raten: Lassen Sie sich nicht von den kurzfristigen Schwankungen verrückt machen, auch wenn es noch so schwer fällt!

Aus:
http://www.mmnews.de/index.php/boerse/8410-aktien-sind-brutal-unterbewertet

Gilt im Zweifel wahrscheinlich für EMEA sogar noch eher als für Westeuropa...Wohl dem, der alles unter 10 Jahren als "kurzfristig" betrachten kann.

"Brutal unterbewertet" erscheinen mir derzeit am ehesten noch z.B. Schwarzafrika oder selektive Gold-Juniors und Explorer zu sein, aber bei solchen Investments kann brutal auch brutalst und megabrutal billig werden (reicht das als Aufruf zum selber denken oder muß ich beamtendeutsch reden?).

Wie eben die alte Bottom-Fisher-Weisheit sagt:

"Eine Aktie, die um 90% gefallen ist, war eine Aktie, die um
80% gefallen war und die sich dann nochmal halbiert hat".


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