Mittwoch, 8. Juni 2011

Ein Austrian und ein Neo-Keynesianer über Geld

Peter Schiff, Ron Pauls Wirtschaftsberater während des Wahlkampfes 2008, brauche ich hier vermutlich nicht groß vorzustellen. Steve Keen, selbsterklärter "Neo-Keynesianer", ist unter Libertären und Austrians hingegen weniger geläufig, auch wenn wir ihn hier schon häufiger erwähnt haben. Man kann beide gewissermaßen auch als Antipoden in der großen "Inflation-Deflation-Debatte" bezeichnen. In einem jüngsten Interview (ab ca. Minute 25 der Vollversion) des Australiers beim Hard-Money-Dollar-Bären waren beide sich jedoch in überraschend vielen Punkten einig. Z.B. darin, daß Lord Keynes den heutigen "Keynesianern" verbieten würde, seinen Namen zu benutzen. In meinen Augen wurde während des Interviews aber auch deutlich, daß Schiff die Sicht Keens bzgl. der Geldschöpfung durch die Privatbanken nicht begriffen hat, was unter "Austrians" leider eine weitverbreitete schlechte Angewohnheit zu sein scheint. "Privat" heißt nicht per se und automatisch "gut" und Geld funktioniert in der Realität, in der Staat und Banken siamesische Zwillinge sind nicht so, wie mit einem goldgedeckten Geld. Keen versucht Schiff mit dem Hinweis aufzuklären, daß die Banken seit dem 16. Jhd. (Same Old Game...) auf diese Art und Weise "Geld" erzeugen, aber er bleibt seiner Nettogeldweltsicht treu. Als leidenschaftlicher Viertelgenuese möchte ich in dem Kontext auf das kommende Buch "Genua - Die versteckte Weltmacht" aufmerksam machen, das ich bereits bei Amazon vorbestellt habe (es sollte eigentlich im April erscheinen...).
Für mich überraschend war, daß Keen offenbar ebenfalls wie Schiff "bearish" auf den US-Dollar ist, der in einer Deflation ja ein begehrtes Schuldentilgungsmittel sein müßte. Leider präzisierte keiner der beiden, gegen was der Greenback denn genau wie lange fallen soll. Den Euro? Das Pfund? Den Yen? Gold? Silber? Öl? Alles außer Gurken, Tomaten und Sprossen?

PS: Im Moment fällt er hauptsächlich gegenüber Bitcoins...

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