Freitag, 20. Juni 2008

Stell Dir vor es ist Krieg und keiner kriegt`s mit

Brisantes Interview in der Schweizer Wochenzeitung mit dem schweizer FDP-Ständerat Dick Marty, hier ein Auszug:

Sie haben als Sonderermittler für den Europarat zwei Berichte zu den Geheimgefängnissen und den Geheimflügen der CIA verfasst - wie ordnen Sie den Fall Tinner in Ihre Erkenntnisse ein?

Ich habe immer stärker den Eindruck, dass es historisch einen roten Faden gibt von den Geheimarmeen nach dem Zweiten Weltkrieg zur Terrorbekämpfung heute. Die Geheimarmeen, beispielsweise Gladio in Italien oder P-26 in der Schweiz, sollten bei einer Invasion der Sowjetunion Widerstand leisten. Aufgestellt wurden sie von der Nato.

Worin besteht nun die Verbindung zur Terrorbekämpfung?

Eine sensationelle Sache in meinem zweiten Bericht wurde von der Presse kaum wahrgenommen: Nämlich, dass sich die Nato Anfang Oktober 2001 in Athen in einer geheimen Sitzung traf. Die Amerikaner beriefen sich auf Artikel 5 des Verteidigungsbündnisses, wonach sie militärisch angegriffen worden seien. Die Terrorbekämpfung stand fortan unter der Führung des CIA. Alle Nato-Staaten machten mit. Und dazu auch die Schweiz.

-----------------------------------------------

9 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Auch wenn es nicht direkt etwas hiermit zu tun hat möchte ich gerne kurz von einem Erlebnis berichten und nach ähnlichen Erlebnissen anderer fragen.

Mir wurde heute ein Job verwehrt, weil ich im Bewerbungsgespräch libertäre und gut begründete Positionen vertreten habe (pro Ron Paul, pro goldgedeckte Währung, anti big government, anti Lissabon Vertrag, anti Überwachungsstaat etc.). Mein Gesprächspartner schien zwar auf den ersten Blick gebildet (Universitätsprofessor), entpuppte sich jedoch schnell als Gutmensch und deklarierte meine Äußerungen lächelnd als 19. Jahrhundert Liberalismus.

Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Leben wir tatsächlich in einer Zeit, in der es nötig ist, um beruflich erfolgreich zu sein, die eigene Meinung für sich zu behalten, auch, wenn sie noch so gut begründet ist?

Fabio Bossi hat gesagt…

Hi Philberty,

ich habe das Glück, als Selbständiger in einem Team mit einem höchst politisch-inkorrekten "Chef" zusammenzuarbeiten, gegen den ich richtig brav bin.
Wir haben kürzlich einen Bericht eines jungen Mannes eingestellt, der auf Ron Paul gekommen war und seither ungeahnte Anfeindungen erleben muß, bzw. die Klappe halten muß, aus Sorge um seinen Job.
Ich vermute, es tröstet Dich nicht, wenn ich das mit dem "19. Jhd. Liberalismus" als großes Kompliment empfinde (kennst Du Detmar Doerings Essay zum Manchesterliberalismus?)...

Fabio Bossi hat gesagt…

Hier der Link zu dem Bericht, falls Du ihn nicht gelesen hast:

http://bavaria-for-ron-paul.blogspot.com/2008/06/wie-wird-man-zum-ron-paul-fan.html

Anonym hat gesagt…

Zur Sache selbst:
Ich habe auch in Erinnerung, daß unmittelbar nach dem 11.September die NATO den "Bündnisfall" ausgerufen hat. Damals wunderte man sich noch, was die Konsequenzen sind. Der Hinweis von Dick Marty ist insoweit wirklich aufschlußreich. Übrigens auch interessant, daß diese Ausrufung in "Vergessenheit geraten" ist. Muß selbst auch gestehen, daß mir das nicht mehr gegenwärtig war. Lohnt sich sicher, in die Richtung mal zu recherchieren. Wüßte nicht, daß diese Ausrfung zurückgenommen wurde.

Übrigens hat Herr Blocher durch die rechststaatswidrige Aktenvernichtung seine wahren Farben gezeigt.

Anonym hat gesagt…

@philberty

Bei aller Unterstützung Deiner Positionen: ich frage mich ehrlich gesagt, was für eine Art von Stelle oder Bewerbung das sein muß, wo munter über die Weltanschauung des Bewerbers geplaudert wird. Meiner Meinung nach ist das in so einer Situation tabu, egal welche Postion man vertritt (es sei denn, man will Priester oder Parteisekretär oder sowas werden). Entweder hat der Mensch Dich zu einer Meinungsäußerung herausgefordert (wogegen ich mich als Bewerber taktvoll verwahrt hätte), oder Du hast das Thema selber auf den Tisch gebracht (was mich als zukünfitger Arbeitgeber eher verschrecken würde).

Aus Sicht der reinen Lehre ist es natürlich völlig legitim, sich über die Dinge zu unterhalten, die man will, allerdings besteht banalerweise dadurch immer die Gefahr, dass es nicht zum Vertragsschluß kommt. Ok, unter nichtsozialistischen Bedingungen wäre die Chance größer, dass selbst unter Universitätsprofessoren weniger Ignoranten der genannten Sorte herumlaufen ;-)

Unknown hat gesagt…

Ich möchte gern noch mal Werbung machen für ein Lied, vielleicht bekommt das auch einen eigenen Slot im Blog.

Conspiracy in Mind von Communic:

Kennt natürlich kaum einer, da es Metal ist!

http://youtube.com/watch?v=4ILTb5DkEpk

Oliver Knittel hat gesagt…

Das Video ist warscheinlich mit Lyrics aussagekräftiger, so ist es etwas verstörend. :)
Vom Text habe ich kaum etwas verstanden, daher wären Lyrics echt super.

Musikalisch haben sie schon was auf dem Kasten, jedoch eben durch mp3 und hohe Kompression teilweise zum Audiomatsch degeneriert.
Der Bridge teil von 2:17 bis 2:33 scheint bei Sonic Mayhem aus dem Quake II Soundtrack geborgt zu sein. :) Hör mal ab 0:12 bis 0:32

Youtube 4 the win



p.s. An alle Gutmenschen:

Ego/First Person Shooter Bzw. Computerspiele SpielerInnen generell töten keine Menschen, Menschen (mit Waffen) töten Menschen.

Wäre es so, wie es Propagiert wird, müsste ich schon mehrere Amokläufe verübt haben( mit vielen blutigen Todesopfern). Ebenso viele meiner Freunde/Bekannten auch.

Anonym hat gesagt…

@Fabio: Danke für die Aufmunterung.

@al bore: Die Art der Stelle erforderte den Austausch politischer Meinungen im Bewerbungsgespräch, ich möchte nichts Genaueres sagen. Trotzdem auch dir danke für deinen Kommentar.

Anonym hat gesagt…

@ Philberty

Tut mir leid, dass Du diese Erfahrung machen musstest.

Aber: Es wundert mich nicht mal, dass es so gekommen ist.

Und um Deine Frage "Leben wir tatsächlich in einer Zeit, in der es nötig ist, um beruflich erfolgreich zu sein, die eigene Meinung für sich zu behalten, auch, wenn sie noch so gut begründet ist?" zu beantworten:

Ja. Leider! So war das in der DDR und in der Sowjetunion auch.

Trotzdem: Kopf hoch - unsere Zeit kommt hoffentlich noch!

 
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: