Mittwoch, 24. September 2008

Raubtieretatismus: Der Sparstrumpf ist steuerpflichtig

Unglaubliche Meldung...

http://www.biallo.de/finanzen/Steuern_Recht/kapitalertraege.php

Der Sparstrumpf ist steuerpflichtig

Wer große Geldbeträge nicht zur Bank schafft, sondern daheim verwahrt, der muss trotz ausbleibender Sparzinsen mit Steuerforderungen des Fiskus rechnen, entschied das Finanzgericht Düsseldorf.
Das Abheben großer Geldbeträge ohne Nachweis der Verwendung kann Sparern zum Nachteil gereichen. Die Finanzämter vermuten nicht deklarierte Kapitalerträge und fordern Steuern nach. Im strittigen Fall hatte ein Ehepaar Ende der neunziger Jahre Bargeld in Höhe von 732.000 DM von einem Konto abgehoben. Ursprünglich wollte das Paar damit ein Haus in Spanien erwerben. Aus dem Haustraum wurde jedoch nichts. Die Kläger brachten das Geld aber nicht zurück zur Bank, sondern bewahrten es im eigenen Haus auf und gaben es nach und nach für private Zwecke aus.
Das Finanzamt wollte dies nicht glauben, sondern vermutete eine „schwarze“ Anlage des Geldes. Die Finanzbeamten schätzten für drei Jahre Kapitaleinkünfte in Höhe von drei Prozent und forderten insgesamt 273.000 DM Steuernachzahlung. Das Ehepaar klagte gegen den Bescheid, hatte aber keinen Erfolg, weil es keine Nachweise über die Verwendung des Geldes erbringen konnte. Das Finanzgericht gab dem Fiskus in der Sache recht, allerdings wurde die Höhe der Steuerforderung noch revidiert.


Max Geißler 22.09.2008

Kommentare:

Fiko hat gesagt…

Schade das der Artikel nicht noch ein par mehr Hintergrundinformationen enthält. So wie es sich hier darstellt hat das mit einem Rechtsstaat, meiner Ansicht nach nichts mehr zu tun.
Das ist die Umkehr der Beweislast, Unschuldsvermtutung ade. Was Schäuble für Terroverdächtige plant, scheint demnach im Finanzrecht schon Realität zu sein.

Fabio Bossi hat gesagt…

@Fiko:

Du hast völlig Recht. Ich wüßte auch gerne mehr darüber, weil ich das so eigentlich kaum glauben kann.
Vermutlich werden sich die Massen auch daran wieder gewöhnen. So deute ich zumindest die Reaktionen aus meinem nicht-libertären Bekanntenkreis zu den irrwitzigen Entwicklungen der letzten Wochen.

Christoph hat gesagt…

Ich würde den zugrundeliegenden Sachverhalt sofort glauben. Passt doch exakt zu dem, was in diesem Staat allgemein so Zeitgeist ist.

Ich habe ein Verständnisproblem mit den Zahlen:

- 732.000 DM

- schätzten für drei Jahre Kapitaleinkünfte in Höhe von drei Prozent

- und forderten insgesamt 273.000 DM Steuernachzahlung

Das passt doch hinten und vorne nicht zusammen.

Christoph hat gesagt…

PS:
Seit dem Lesen dieses Beitrags denke ich (mal wieder) intensiv über's Auswandern nach.

Irgendwann ist Schluss!

Anonym hat gesagt…

Nur wohin Auswandern, in anderen Ländern ist es auch nicht besser, eher schlechter...

Anonym hat gesagt…

*Das* ist mal ein Schweinesystem.

Jamal hat gesagt…

Wenn ich soetwas lese platzt mir echt der Kragen. Nicht nur dass der Staat Steuern auspresst wo er nur kann (und grenzt teilweise schon fast an Raub) - er gibt sie ja noch nicht einmal im Sinne seiner Bürger aus... Gibts noch irgendeinen unentdeckten Kontinent, auf dem Ron Paul Anhänger und deren Geistesbrüder und Schwestern ihr eigenes System in freier Selbstbestimmung ausrufen können?

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