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Dienstag, 8. Februar 2011

Deutsche Bank warnt BGH vor „zweiter Finanzkrise“

"Deutsche Bank warnt BGH vor „zweiter Finanzkrise“". So zitiert das Handelsblatt Dr. Reiner Hall:

"Der Rechtsvertreter der Deutschen Bank vor dem BGH, Reiner Hall, warnte vor der Tragweite eines für das Institut negativen Urteils. "Dann lösen sie eine zweite Finanzkrise aus", sagte er an das Gericht gewandt. Der BGH schüfe damit eine neue Pflicht für die Banken zur Aufklärung über ihre Renditen, auf die sich alle Kunden berufen könnten, deren Spekulationen schiefgegangen seien. "Da kämen Milliardenforderungen auf die Banken zu."

Die etwas reisserische Überschrift über einen etwas reisserischen Spruch eines DeuBa-Anwaltes in einer Angelegenheit, die nur noch Top-Juristen und Finanz-Quants verstehen ("Spread Ladder Swap"), ist ein hübsches Beispiel für ein Schwarzer-Schwan-Ei, bei dem niemand weiß, ob das Küken je schlüpfen wird.
Das lustige an der heutigen "Realität" ist, daß niemand sagen kann, ob so ein blöder Spruch über Twitter oder Facebook zum berühmten "Schmetterlingsflügelschlag" wird. Oder vielleicht erst das Urteil? Oder die Mittelständer verlieren aus Systemrelevanzgründen vor Gericht, wobei ich mir - wie offenbar auch der Richter - noch kein Urteil darüber bilden konnte, inwiefern sie korrekt und vollständig aufgeklärt wurden:

"Der Geschäftsführer des Unternehmens und seine Tochter hätten die "spekulative Wette" auf die künftige Zinsentwicklung wohl nicht verstanden, sagte Wiechers. Der Hinweis des Beraters auf einen theoretisch unbegrenzten Verlust habe dabei nicht ausgereicht. "Hätte es hier nicht einfach heißen müssen "Finger weg'?", fragte der Richter."

Wenn die Derivateexperten der DeuBa klar und unmißverständlich vor einem (offenbar sogar "unbegrenzten") Verlustrisiko gewarnt haben, dann sollten erwachsene Kaufleute diese Entscheidung treffen dürfen. Jede Versicherungsprämie unterliegt z.B. einem "Totalverlustrisiko", auch wenn das die Deutsche Volksseele nicht mehrheitlich zu verkraften scheint, weil das abgesicherte Schadensereignis schlicht nicht eintritt und das Geld dann "weg" ist.
Auf der anderen Seite ist im Dialog eines Städtekämmerers und eines Derivate-Salesman einer deutschen Megabank schlicht keine intellektuelle "Waffengleichheit" gegeben, wie es auch Dr. Elschen hübsch formuliert:
"Um es überraschend, aber unmissverständlich zu sagen: Dies ist keine Kritik an den Banken. Die handeln nur in ihrem Interesse. Es ist Kritik an der Blauäugigkeit vieler Kämmerer, die meinen, sie könnten ohne Risiko leichtes Geld für ihre Gemeinden verdienen. Und es ist Kritik an gesetzlichen Strukturen, die es solchen Kämmerern erlauben, ohne geistige Waffen in den ungleichen Kampf am Kapitalmarkt zu ziehen. Schließlich ist es Kritik an den Rechnungshöfen und an politischen Kräften, die sie sogar dazu ermuntern, mit Steuergeldern zu zocken."
Dann hoffen wir ´mal, daß nicht Josef "Victory" Ackermann himself zum Thema koppert...äh...twittert. Nicht daß uns noch der unbedingte Wille zum totalen Endbailout der Deutschen Bank flöten geht.
PS:
Dringende Leseempfehlung zum Thema Derivate:

Freitag, 14. Mai 2010

Joe will nicht Märtyrer sein

Das ist selbstverständlich eine mögliche Interpretation, seiner Antwort bei Maybrit Illner.
Auf die Frage von Illner, ob Ackerman als Chef des Internationalen Bankenverbandes, die anderen Banken zu einem Zahlungsverzicht ( respektive Haircut ) drängen hätte können/sollen ähnlich, wie es Alfred Herrhausen es bei der Jahrestagung des IWF in Berlin 1988 mal Vorgeschlagen hatte.

Ackermann Antwortet darauf, das er glaubt, das es ihm dann so ergangen wäre wie Herrhausen.

Herrhausen wurde deswegen von den anderen Bankern scharf angegangen.
Herrhausen starb jedoch auch kurze Zeit später aufgrund eines Sprengstoffanschlages.

ZDF Mediathek: Maybritt Illner 13.5.2010
Ab Minute 12:20 läuft der Beitrag über Herrhausen, ab 13:58 läuft dann die oben beschriebene Frage/Antwort.

Dienstag, 30. Juni 2009

Faust und Fiat Money

In der FAZ findet sich ein interessantes Interview mit Josef Ackermann von der Deutschen Bank und seinem Doktorvater Hans Christoph Binswanger. Letzterer hat Goethes Faust ökonomisch interpretiert. Hier dürfte wohl vor allem Faust II gemeint sein. Die Ausführungen erinnern mich an eine Bemerkung aus "Das Silberkomplott" von Reinhard Deutsch, in der das Wissen um die Geldschöpfung als wahres Geheimnis des Freimaurertums bezeichnet wurde:


FAZ:
Was ist die zentrale These Ihrer „Faust“-Interpretation?

Binswanger:
In der Ursage ist Faust ein Alchemist. Meine These ist, dass Goethe die moderne Wirtschaft, in der die Papiergeldschöpfung eine zentrale Rolle spielt, als eine Fortsetzung der Alchemie mit anderen Mitteln darstellt, dass die Papiergeldschöpfung einen gewissen magischen Charakter hat.

FAZ:
Zauberei?

Binswanger:
Ja. Kennzeichen der Magie ist, dass etwas mühelos, ohne Einsatz geschieht, und das sehr schnell und praktisch unbegrenzt. Denken Sie an den Zauberer, der im Handumdrehen eine schier endlose Zahl von Tüchern aus seinem Ärmel zieht. Statt aus Blei Gold zu machen, wird in der modernen Wirtschaft Papier zu Geld. Diese Papiergeldschöpfung geht in der modernen Wirtschaft in eine Wertschöpfung ohne natürliche Grenze über. In seiner Wette mit Mephistopheles setzt Faust die Zeit aufs Spiel. Die Zeit soll ihm verlorengehen, wenn er „den höchsten Augenblick“ erreicht. Den erreicht Faust, als er meint, dauerhaftes Wirtschaftswachstum, unbegrenzte Wohlstandsmehrung verwirklicht zu haben. Das ist der rote Faden, der sich durch die gesamte Tragödie zieht.

Dienstag, 18. März 2008

"Marktversagen"

Das Gerede vom Marktversagen wird immer blöder. Der Chef der Deutschen Bank, Herr Ackermann, sagt: "Es braucht staatliche Einflussnahme. Ich bin dafür, den US-Häusermarkt über staatliche Maßnahmen zu stützen."
Aber solange alles toll läuft, seid Ihr die Größten, gell? Kassiert als hochbezahlte Angestellte ohne jedes unternehmerische Risiko Millionen und Abermillionen und ruiniert nebenbei auch noch den Ruf der Marktwirschaft, weil der durch Staatsbildung verdummte Otto Normaldeutsche das alles für "Kapitalismus" hält...
Ich hoffe inständig, daß die US-Amerikaner endlich aufwachen, was im staatstrunkenen Deutschland immer unwahrscheinlicher scheint (wir Untertanengeister bejubeln ja lieber Obama...).
Das folgende Video zeigt, daß es noch ein paar Amerikaner gibt, die sich gegen den Strom stellen.
Ein darin vorkommendes Zitat, das Thomas Jefferson zugeschrieben wird, möchte ich voranstellen:

"Ich glaube, daß Banken für unsere Freiheit gefährlicher sind als stehende Armeen. Wenn das amerikanische Volk jemals privaten Banken erlaubt die Ausgabe seiner Währung zu kontrollieren, werden die Banken und Körperschaften, die um die Banken herum entstehen werden, zuerst durch Inflation, dann durch Deflation das Volk um all ihr Eigentum berauben bis ihre Kinder obdachlos auf dem Kontinent erwachen, den ihre Väter erobert haben. Die Macht der Währungsausgabe sollte den Banken weggenommen werden und dem Volk, dem diese Macht rechtmäßig zusteht, zurückgegeben werden."

Bear Stearns, Jim Cramer, The Federal Reserve, JP Morgan

 
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