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Freitag, 29. August 2014

Xavier Naidoo ist libertär!

Xavier Naidoo ist in der Presse jüngst heftig wegen diverser Äußerungen im Umfeld der sogenannten Montagsdemos kritisiert worden. Er sei, so SPON gewohnt zweidimensional, der "Neuen Rechten" zuzuordnen und verbreite "Thesen der sogenannten Reichsbürger", wie ein Blog von Zeit-Online mit dem in dem Fall unfreiwillig zweideutigen Titel "Störungsmelder" erkannt haben will. Naidoo bezweifelt offenbar, dass die Bundesrepublik Deutschland nach dem 2. Weltkrieg bzw. der Wiedervereinigung die volle Souveränität erlangt habe. Das sind Thesen, die auch aber nicht nur "sogenannte Reichsbürger" vertreten (und zu denen ich keine wirkliche Meinung habe). Naidoo deswegen zum "Reichsbürger" zu erklären, ist aus meiner Sicht "guilt by association", sprich "(Böse Nazi-)Reichsbürger sagen A; Naidoo sagt auch A, also ist Naidoo auch (böser Nazi-)Reichsbürger". Im oben verlinkten Spiegel-Artikel wird ihm außerdem Homophobie attestiert, wegen eines Song mit dem Rapper Kool Savas, der für mich nach kurzer Recherche eher dafür spricht, dass er sich gegen rituellen Kindesmißbrauch á la Marc Dutroux ausspricht (wenn auch in einer Wortwahl, die mir nicht gefällt). Das wiederum reicht bestimmt - ohne es jetzt nachgeprüft zu haben - um irgendwo auch noch als "Verschwörungstheoretiker" gebrandmarkt zu werden, da die Theorie, dass einige hochstehende Mitglieder der Gesellschaft sich seit Jahrzehnten organisiert und systematisch mit solchen Praktiken beschäftigen meines Wissens noch als Spinnerei abgetan wird. Mal sehen, was z.B. der BBC Skandal hierzu noch alles beitragen wird. Aber ich schweife ab...Naidoo hat also für meinen Geschmack bislang nichts von sich gegeben, das ich persönlich inhaltlich verurteilen würde, auch wenn ich es vielleicht nicht unbedingt teile. Zahlreiche Journalisten, die nun über ihn herfallen, haben hingegen offenbar nur darauf gewartet mal aussprechen zu können, wie scheisse sie seine Musik finden, aber selbst wenn ich diese Meinung teilen würde, wäre mir das in diesem politischen Kontext ein gar zu billiges ad-hominem-Argument. Mit seiner Gläubigkeit kann ich als Agnostiker zwar nicht besonders viel anfangen, aber sowohl Ron Paul als auch ein Roland Baader sind bzw waren religiös und lassen mich trotzdem in meinem Unglauben in Frieden. Die Gewissheit, dass Naidoo auch zu jener Sorte Christ gehören muss, die einen nicht mit Staatsreligion u.ä. drangsalieren würden, habe ich nun seit einem Facebook-Post meines guten Bekannten Oliver Janich, der auf einen neuen Song von Naidoo hinweist, in dem dieser sich als libertär im Sinne Murray Rothbards "outet" und auf Olivers lesenswertes Buch "Die Vereinigten Staaten von Europa" hinweist. Das nenne ich erfreulich. Danke Oliver, danke Xavier! Venceremos Rothbarderos!


Sonntag, 14. August 2011

Iowa Straw Poll 2011: Ron Paul auf dem zweiten Platz!

Vier Jahre später hat Ron Paul das Ergebnis erzielt, auf das ich beim letzten Mal gehofft hatte: einen hervorragenden 2. Platz, ganz knapp hinter der Siegerin Michele Bachmann. Vorjahressieger Mitt Romney stürzte auf den 7. Platz ab, während Ron von 5 auf 2 gestiegen ist. Noch ist nichts gewonnen (der spätere tatsächliche Kandidat der Republikaner, John "Bomb Bomb Iran" Mc Cain wurde in Ames 10.), aber es wird für die Medien nun nahezu unmöglich sein, Ron Paul nocheinmal so zu ignorieren (sorry, Herr Pitzke).



Seine Rede beginnt Ron Paul mit einem "Pro-Life"-Statement, dem Thema, bei dem ich persönlich am weitesten von ihm entfernt bin. Radikale amerikanische "Pro-Lifer" verbinde ich gemeinhin mit gehirngewaschenen religiösen Fundamentalisten, aber soweit ich Ron Paul verstehe, will er die Entscheidung den Bundesstaaten überlassen und es dürfte dann (verfassungsrechtlich) unmöglich sein z.B. einer Frau aus Utah eine Abtreibung in Kalifornien zu verbieten. Ich würde nicht behaupten, daß ich die Vorstellung von "Abtreibungstourismus" idyllisch-ideal finde, aber es wäre ja auch der Kollateralschaden eines Staatseingriffs. Überhaupt finde ich, daß die Frage ob eine Frau abtreiben soll oder will eine Ur-Private und würde nach dem konkreten Einzelfall fragen wollen, bevor ich mir überhaupt ein Urteil, geschweige denn eine Verbotsforderung erlauben würde. Abtreibung ist übrigens auch ein Thema, bei dem selbst ich Rothbards libertären Rigorismus emotional etwas schwer verdaulich finde, obwohl ich ihm inhaltlich absolut folgen und mir keine bessere Lösung vorstellen kann:

"First, let us begin with the prenatal child. What is the parent’s, or rather the mother’s, property right in the fetus?...
The proper groundwork for analysis of abortion is in every man’s absolute right of self-ownership. This implies immediately that every woman has the absolute right to her own body, that she has absolute dominion over her body and everything within it. This includes the fetus. Most fetuses are in the mother’s womb because the mother consents to this situation, but the fetus is there by the mother’s freely-granted consent. But should the mother decide that she does not want the fetus there any longer, then the fetus becomes a parasitic “invader” of her person, and the mother has the perfect right to expel this invader from her domain. Abortion should be looked upon, not as “murder” of a living person, but as the expulsion of an unwanted invader from the mother’s body.[2] Any laws restricting or prohibiting abortion are therefore invasions of the rights of mothers.

http://mises.org/rothbard/ethics/fourteen.asp

Aber nun zurück zu Rock`n`Ron Paul:





Mittwoch, 17. Februar 2010

Murray Rothbard und "Verschwörungstheorien"

Der Blog "Propagandafront" hat sich dankenswerterweise die Mühe gemacht, einen Blogeintrag des (generell sehr lesenswerten) amerikanischen Blogs "Washingtonsblog" zum Thema "Verschwörungstheorien aus der Sicht von Ökonomen der österreichischen Schule" zu übersetzen:

Führender Ökonom der Österreichischen Schule: Einige Verschwörungstheorien sind wahr von www.propagandafront.de

Montag, 20. Juli 2009

Hat der Verfassungschutz Libertäre im Visier?

Marco Kanne von Opponent.de berichtet von einer anonymen Mitteilung, die ihm zugegangen ist, wonach das Bundesamt für Verfassungschutz die "libertäre Szene" beobachte:


"Ich weiss nicht, wie glaubwürdig die Information ist, die mir heute anonym zuging. Aber wenn sich an ihr nur ein Hauch als wahr erwiese, hätte sie das Potenzial zu einem ausgekochten Skandal.
Demnach sollen “Verfassungsschutz”-Behörden seit geraumer Zeit inoffiziell die libertäre Szene beobachten. Ins Visier geraten seien primär jene Libertäre, die sich als Anarchokapitalisten bzw. -Libertäre verstünden und sich beispielsweise auf Murray Rothbard bezögen.
Demnach diene die inoffizielle Beobachtung der Klärung der Frage, ob bei Gruppierungen und Publikationen (z.B. Blogs) der libertären Szene ein “Anfangsverdacht auf verfassungsfeindliche Bestrebungen” gegeben sei, der eine offizielle Beobachtung rechtfertigen würde.
Da ich kein Fan von Verschwörungstheorien bin und mir der anonyme Informant keinerlei Fakten liefern konnte, die aus meiner Sicht die Glaubwürdigkeit seiner Informationen untermauern könnte, ordne ich diese zunächst als Gerücht ein. Allerdings halte ich es ob der Brisanz dieser Thematik für angemessen, dem weiter nachzugehen
. "


Es wäre ein weiterer Beleg für die bundesdeutsche Anarchophobie, die auch nach zwei Diktaturen nicht abzuebben scheint. Persönlich finde ich es aber insofern begrüßenswert, als Verfassungschützer neben dem ganzen Rechts- und Linksextremismus und den radikalreligiösen Umtrieben endlich einmal etwas vernünftiges zu lesen bekommen.


Mehr von Murray Rothbard gibt es hier:


Dessen Schüler Hans-Hermann Hoppe sagte übrigens 2005 in einem Interview mit der Jungen Freiheit (die selbst unter Beobachtung stand oder steht) folgendes zum Thema:
"Sind Sie ein Fall für den Verfassungsschutz?

Hoppe: Der Verfassungsschutz weiß doch gar nicht, was er mit mir und meiner Position anfangen soll. Ich befinde mich völlig außerhalb der gängigen politischen Klassifikationsschemata. Zwar bin ich ein Feind des demokratischen Staates, aber zu behaupten, ich sei ein Feind der Freiheit, des Privateigentums, der Familie und all dessen, was dem Normalbürger wert und teuer ist, ist absurd, geradezu zum Totlachen. Auch der Verfassungsschutz benötigt die Rückendeckung der öffentlichen Meinung. Ich bezweifele, daß es gelingt, mich zu einem Ungeheuer zu stempeln."

Mittwoch, 28. Januar 2009

Rothbard bei Telepolis

Im Artikel "Wirtschaftstheoretiker zur Krisenbewältigung" gibt der Autor Rainer Sommer einen gute Überblick über die Grundsätze der "Austrian Economists".
Auch Ron Paul findet eine kurze Erwähnung:

"...Darüber hinaus halten auch das US-amerikanische Mises Institute und die Foundation for Economic Education die "Austrian School" am Leben, zu der sich z.B. der republikanische Kongressabgeordnete und vormalige Präsidentschaftskandidat Ron Paul offensiv bekennt und der selbst der langjährige Fed-Chef Alan Greenspan einige Sympathie entgegenbrachte – dies wohl aber auch im Zusammenhang mit Greenspans eigenem "Marktfundamentalismus...".

Greenspan hat seine Überzeugungen natürlich an der Garderobe der FED abgegeben. "Freie Märkte" sollte es für seine Elite-Kumpanen natürlich nur mit dem Sicherheitsnetz des Steuerzahlers geben.
Sommer konzentriert sich in seinen Ausführungen auf Murray Rothbard:

"...Darüber hinaus schreckt er (Rothbard, Anm. B4RP) auch nicht davor zurück, lebenden wie längst verstorbenen Ökonomen, charakterliche Mängel zu attestieren, so sie nur seine Überzeugungen nicht teilen."

Wen Sommer da alles meint, weiß ich nicht. Ein schönes Beispiel kenne ich aber:

"Keynes the Man" oder - als MP3 - "Keynes the Man, Hero or Villain?" (der Mensch Keynes, Held oder Schuft?).

Meiner Meinung nach darf man diese Analyse nicht als "ad hominem Attacke" mißverstehen. Sie ist vielmehr im Kontext mit Rothbards "methodologisch individualistischem" Ansatz zu sehen und zu verstehen, den auch Sommer erwähnt:

"Die "Austrian Economics" unterscheiden sich von der herrschenden Strömungen der Wirtschaftswissenschaften einerseits durch ihren "methodischen Individualismus" (von Mises "Praxeologie" genannt), der versucht, die ökonomische Theorie logisch aus grundsätzlichen menschlichen Handlungsweisen abzuleiten..."

In diesem Kontext ist auch der "fast verschwörungstheoretische" Ansatz (was ist das denn?) zu sehen:

"Rothbards’ Analyse der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre ist dann auch tatsächlich recht individualistisch und reicht fast schon in den Bereich der Verschwörungstheorien. Denn diese sei ausschließlich der US-Geldpolitik zu verdanken, die ihrerseits weitgehend von den Interessen der damals dominierenden Finanzgruppe dem "House of Morgan" von John Pierpont Morgan und seinen Nachfolgern gesteuert worden sei. Morgans Konglomerat dominierte die Wall Street und umfasste neben den im Zentrum stehenden Finanzaktivitäten weite Teile der Eisenbahn, sowie der Grundstoff-, Schwer-, KFZ- und Elektroindustrie – Nachfolgeunternehmen sind heute z.B. GE, US Steel, JP Morgan, Morgan Stanley und General Motors."

An dieser Stelle sei erneut auf Rothbards brillianten Essay "Wall-Street, Banks and American Foreign Policy" verwiesen. Rothbard analysiert das persönliche Netzwerk der involvierten Akteure, anstatt nur Vermutungen über ominöse aber anonyme Gruppierungen wie "die Bilderberger" oder "das CFR" anzustellen. Er weist nach, daß diese "Verschwörungen" ganz real ablaufen und benennt Roß und Reiter - individuell, ohne kollektivistische Generalverurteilungen.

Montag, 24. November 2008

Sind Steuern Diebstahl?

Die aktuelle Finanzkrise scheint Michael Mross von MMnews dazu bewogen zu haben, sich mit Libertarismus zu beschäftigen. Deswegen zitiert er ganze Passagen aus Rothbards "Ethik der Freiheit". Die von ihm aufgeworfene Frage "Sind Steuern Diebstahl?" beantworten wir natürlich mit einem klaren JA!

Sind Steuern Diebstahl?

Von Michael Mross
Sonntag, 23. November 2008

http://www.mmnews.de/index.php/200811231582/MM-News/Sind-Steuern-Diebstahl.html

Mittwoch, 20. August 2008

Telepolis über das CFR

Unter dem Titel "Der Klub der "Weisen Männer"" geht der Autor Herr Ploppa folgender Frage nach:

"Halb geheim, halb öffentlich: stellt der von Legenden umwobene Council on Foreign Relations die geheime Weltregierung dar, oder ist er lediglich ein außenpolitisches Studienseminar?"

Der Artikel ist ganz interessant und ausgewogen, auch wenn er z.B. die Forschungen von Prof. Carroll Quigley nicht erwähnt. Auch der historische Kontext ist etwas verkürzt, da das CFR nicht aus dem Nichts in den USA enstanden ist, sondern aus der Round Table Group von Cecil Rhodes hervorgegangen ist.

Wer sich für die Thematik interessiert und intellektuell in der Lage ist, die UFO-Nazi-Spinner-Reflexe zu überwinden, die - warum auch immer - bei dem Thema offenbar immer wieder bei denen greifen, die sich für unglaublich kritisch und aufgeklärt halten, dem sei Prof. Murray Rothbards Essay "Wall Street, Banks, and American Foreign Policy" ans Herz gelegt.

 
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