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Donnerstag, 31. Dezember 2009

Move Your Money!

Die einflußreiche Online-Zeitung Huffington Post hat eine interessante Aktion als "guten Vorsatz" für das neue Jahr gestartet. Sie ruft unter dem Schlachtruf "Move Your Money" die Amerikaner dazu auf, ihr Geld von den großen "too big to fail"-Banken (Citi, Bank of America, JP Morgan etc.) abzuziehen und zu kleineren Regionalbanken zu tragen. Unterstützt wird die Huffington Post von Filmemacher Eugene Jarecki, den einige vielleicht von seinem grandiosen Film "Why We fight" kennen. Jarecki hat ein kurzes Video hergestellt, daß sich an den US-Film "It`s a wonderful life" (zu deutsch: "Ist das Leben nicht schön?") anlehnt:


Ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickelt. Das gute am Fractional Reserve Banking ist ja, daß es sehr weniger Menschen bedarf, um eine Bank in Schwierigkeiten zu bringen...

Unterstützt wird die Aktion natürlich von vielgelesenen Bloggern wie Karl Denninger, aber auch von der deutlich nüchterneren und sehr sachlichen Frau Yves Smith von Nakedcapitalism.

Ich freue mich riesig über solche parteiübergreifende Aktionen, die der Welt vielleicht zeigen werden, was der US-amerikanische Kapitalismus eigentlich wirklich (einmal) bedeutet (hat).

Kleines PS zu meiner Schlußbemerkung: Im deutschen Wikipedia-Eintrag zum o.g. alten Fim habe ich folgende Anekdote gefunden:

"Ein internes Memorandum des FBI von 1947 berichtet von einer Quelle aus der Film-Industrie, die It's a Wonderful Life als "subversive kommunistische Propaganda" bezeichnet.[1]"

Donnerstag, 26. November 2009

Zerohedge: What Dubai Says About Capitalism: Not Much

Auszug:

"It defies explanation how a state with debtors' prisons, no bankruptcy proceedings to speak of, slave labor punctuated by the seizure of workers' passports and brazenly broken employment contracts left unenforced by local authorities, almost non-existent freedom of the press, arbitrary and draconian drug enforcement, a ban on homosexuality punishable by lengthy prison terms, government filtering of the internet, rank favoritism in the form of selective enforcement against non-citizens, massive subsidization of the Emirati caste for everything from housing to education, labor laws that make it near impossible to fire a citizen but that grant effectively no rights at all to expatriates, academic oppression by the secret police, no religious freedom of any kind, no woman's suffrage, no men's suffrage, massive, unchecked deficit spending, and, to top it all off, a totalitarian monarchy with what amounts to unlimited power, could even remotely be described as "global" "liberal" "neo" or "capitalist," much less a poster state for "global neo-liberal capitalism." The only real laissez faire aspects of Dubai's existence are lax immigration policies (until one is unemployed) and the absence of income tax. Hari is so taken with the Dubai-as-capitalist-paradise theme, and just to make sure we didn't misunderstand his prose as something other than an indictment of capitalism- or perhaps because he just can't help himself- he closes by intoning in sarcastic context "Dubai is Market Fundamentalist Globalisation in One City."

Max Keiser bei RT: Finanzskandal-Kaleidoskop und eine Privatsache bei der Deutschen Bank

Wie immer ist Max sehr unterhaltsam, wenn auch z.T. zu plakativ. Bzgl. der Geschichte zu den US-Lebensversicherungsfonds der Deutschen Bank habe ich z.B. eine etwas andere Meinung. Die amerikanischen Policen, um die es da geht, sind meines Wissens am ehesten mit deutschen Risikolebensversicherungen vergleichbar, also Policen, die nur dann Geld auszahlen, wenn die versicherte Person stirbt. Wer z.B. totkrank ist, aber entweder keine Angehörigen hat, denen er die Todesfallsumme vermachen kann ("Bezugsberechtigte") oder eben gerne selbst gleich über Geld verfügen möchte, der kann seine Police in den USA an spezialisierte Aufkäufer verkaufen. Selbstverständlich erhält man nicht die vollständige Todesfallsumme, sondern einen um einen bestimmten Abschlag reduzierten Betrag. Je früher die "Versicherte Person" (z.B. jener totkranke Mensch) stirbt, desto besser ist es dann für den Aufkäufer. Das kann man nun sicherlich für moralisch fragwürdig halten. Allerdings ist dem Verkäufer der Police ja auch damit gedient. Ganz genau genommen ist es sogar eine ziemlich intime "Privatsache", ob ich nun meine RLV-Police verkaufen möchte oder eben nicht und sollte eigentlich nicht Gegenstand kollektivistischer "Moral"-Predigten sein. Erst recht sollte man es nicht mit derivativen Luftspielen von Goldman und Co. in einen Topf werfen. Lloyd "Doing God`s Work" Blankfein und seine Kumpanen (übrigens von WASP bis Hindu bunt gemischt) begehen ihre Verbrechen gerade mit der Pervertierung von Eigentumsrechten und -titeln und nicht mit dem legitimen Handel von ebensolchen, wie die Policen-Eigentümer und die Rechte-Aufkäufer. Das bedeutet nicht, daß ich Mitleid mit den Anlegern in den besagten Fonds hätte. Ich habe keine Ahnung, was die "Berater" der Deutschen Bank den Investoren...pardon...im Schadensfall sind es ja schützenswerte "Verbraucher"..."empfohlen" haben. Ich vermute sogar in dubio pro reo, daß die Deutsche Bank ihre Prospektpflichten erfüllt hat. Wenn der SPIEGEL wie im oben verlinkten Artikel aber das Geschäft an sich "makaber" findet, kann er nicht gleichzeitig auf der Seite der Anleger sein. Die verdienen schließlich unter anderem deswegen weniger, weil die Verkäufer einfach länger leben als "versicherungsmathematisch" berechnet - bad luck or good luck?
Lernen wir doch einfach mal uns damit abzufinden, den Markt entscheiden zu lassen, wenn es keine "moralisch einwandfreie" Lösung eines Handels gibt. Sich derart widersprüchlich wie der SPIEGEL zu "empören", zeigt keine höhere "Moral", sondern weltfremde Heuchelei, in der Regel gewürzt mit einer gehörigen Portion etatistischen Aktionismus, unter dem Vorwand eines definitorisch diffusen "Antikapitalismus".

Ich sage es an dieser Stelle gerne laut:

But now enjoy Max Keiser at Russia Today!

Freitag, 24. April 2009

Ansichten eines Kapitalistenschweins

Jonathan Hoenig ist ein "Kapitalistenschwein". Er verwaltet den Fonds Capitalist Pig Hedgefund LLC. Außerdem ist er bekannt durch seine Auftritte bei FOX NEWS. Er ist also für einen Mainstream-Kollektivisten und für oberflächliche alternativ-informierte das archetypische Feindbild. Für den SPIEGEL wäre er wahrscheinlich ein weiterer Meinungsterrorist.
Er hat aber bei einer der kürzlich veranstalteten "Tea Parties" eine flammende Rede gehalten, aus der ich eine Passage zitieren möchte:


"...But today’s protests, being held in over 500 cities nationwide, aren’t simply about taxes, rather the philosophy behind those taxes.
It has been described as socialism, fascism or communism. In various contexts, all are true, but let’s refine it. From loans to the automakers to the bailouts for the banks, the taxation, spending and control, the primary philosophy that’s powering the country now is collectivism.
Collectivism holds that the individual has no rights. Your life and the product of your labor now belongs to the group. If the group wants a bailout, heath care, green cars, low mortgage rates, a job, an education - anything at all, it now becomes your responsibility to provide it, whether you want to or not
. You see it in taxes that take money from people who’ve earned it and give it to those who have not. You see it in the language itself. Phrases like “we’re all in it together”, “I am my brother’s keeper” and “shared sacrifice” all speak to the same idea: you are here to serve. And unlike charity of volunteerism, the “will of the people” is implemented by force, not by voluntary trade. "


Übersetzung B4RP:


"...Aber die heutigen Proteste in über 500 Städten im ganzen Land sind nicht einfach gegen Steuern, sondern gegen die Philosophie hinter diesen Steuern. Das Phänomen wurde mit Sozialismus, Faschismus oder Kommunismus umschrieben. In unterschiedlichen Kontexten trifft das alles zu, aber präzisieren wir es doch. Von den Darlehen an die Autobauer zu den Bailouts für die Banken, der Besteuerung, den Staatsausgaben und der Kontrolle, ist die Hauptphilosophie, die unser Land antreibt der Kollektivismus. Im Kollektivismus hat das Individuum keine Rechte. Dein Leben und die Früchte Deiner Arbeit gehören nun der Masse. Wenn die Masse einen Bailout verlangt, ein staatliches Heilwesen, umweltfreundliche Autos, niedrige Hypothekenzinsen, einen Arbeitsplatz, Bildung- bei allem liegt nun die Verantwortung es zu beschaffen bei Dir, ob Du nun willst oder nicht. Das sieht man in den Steuern, die Geld von denen nehmen, dies es erarbeitet haben und es denen geben, die das nicht getan haben. Man sieht es in der Sprache selbst. In Phrasen (von Politikern, ergibt sich aus dem Originalkontext, Anm. B4RP) wie "wir sitzen alle im selben Boot", "wir sind alle Brüder" und "geteilte Opfer" - alle sprechen sie dieselbe Idee an: Du bist hier um zu dienen. Und im Unterschied zu freiwilliger Wohlfahrt wird "der Wille des Volkes" mit Gewalt durchgesetzt, nicht durch freiwilliges Handeln."


Die ganze Rede auf englisch gibt es hier:

Dienstag, 14. Oktober 2008

"You can't save Free Markets by Socialism"

"You can't save Free Markets by Socialism"

Ron Paul bei Fox News.




Sonntag, 15. Juli 2007

Ron Paul - der Kapitalist

Wer Ron Paul sprechen sieht, was das private basisdemokratische Internet heute breiten Bevölkerungsschichten erlaubt, spürt die herzliche Menschlichkeit, die dieser gebildete und bescheidene Mann ausstrahlt. Und doch ist er für freie Märkte und gegen die staatliche Wohlfahrt. Er lehnt staatliche Eingriffe in das Gesundheitswesen ab, ist gegen staatliche Schulen, gegen das staatliche Verbot von privatem Schußwaffenbesitz - ja will sogar die UNICEF abschaffen (auch wenn er in diesem Interview sehr offen und sympathisch sagt, daß er nicht dort anfangen würde). Wie paßt das zusammen? Wie kann dieser Mann diese ehrliche Sorge um seine Mitmenschen ausstrahlen und ausdrücken und trotzdem gegen die staatliche "kostenlose" Bildung sein, gegen Mindestlöhne (bzw. Mindestlohnforderungen, wie der geschulte "Austrian" sicher sagen würde)? Was meint er, wenn er sagt, daß wir UNICEF nicht brauchen, daß wir es besser könnten?

Ganz einfach. Ron Paul ist ein Kapitalist. Er glaubt an die Freiheit der Märkte. Er glaubt daran, daß er die Menschen, die ihn zu ihrem Führer wählen, zu ihrem obersten Repräsentanten auf Zeit, nicht zur Solidarität zwingen muß, nein zwingen darf. Wer ihn wählt, scheint ihn zu respektieren und er respektiert dann auch den Akt der Wahl, als Mandat eines souveränen Bürgers, den er nicht zu lenken, leiten, erziehen, bevormunden, korrigieren, dirigieren und zu enteignen hat -solange dieser nicht die (Abwehr-)Rechte anderer verletzt (ich nutze das Wort "Abwehrrecht" in diesem Kontext eigentlich ungern, da es eine Tautologie darstellt, es erscheint mir aber eine notwendige Präzisierung, angesichts der bunten Vielfalt moderner Rechtsverständnisse).

Eine ungewöhnliche Einstellung, für einen Politiker.

Deswegen will Dr. Ron Paul die zentralstaatliche US-Einkommenssteuer abschaffen. Weil er sieht, was die Regierung mit diesem Geld macht. Aber auch die Vorstellungskraft besitzt zu sehen, was für ein Wohlstand entstünde, wenn dieses Geld bei "We the people" bliebe.

Deswegen ist Dr. Ron Paul für die Abschaffung der US-Zentralbank FED, weil er der Meinung ist, daß nichts und niemand die Macht haben sollte, Geld aus schierer Luft zu erschaffen ("Fiat Money" - was kein Seitenhieb gegen die Lire ist, sondern eine Anspielung auf das biblische "Fiat Lux" - "Es werde Licht") . Er wendet sich gegen die Gottspieler.






Aaron Russo talks with Ron Paul

Er weiß, daß freier Wettbewerb der größte und mächtigste Entmachter ist, daß das Recht auszuwählen, das Recht "Nein" zu einem Angebot zu sagen, das ausmacht, was wir unter "Freiheit" verstehen, verstanden haben, verstehen sollten. Er weiß, daß nichts und niemand die Macht haben sollte zu bestimmen, was das Lebensmedium der modernen Zivilisation, das Geld, wert sein sollte, in dem er einfach die Menge des vorhandenen Geldes künstlich aufbläht. "Inflation" kommt von lat. "inflare" "aufblähen" und bedeutete ursprünglich die Vermehrung der Geldmenge und nicht die jährlichen Preis-Schwankungen eines staatlich determinierten Warenkorbes. Wer das vertiefen möchte, dem sei z.B. der Artikel "The Principle of Sound Money" des deutschen Ökonomen Thorsten Polleit ans Herz gelegt.

Dr. Ron Paul weiß, daß sowohl die progressive Einkommensteuer als auch die Schaffung einer Zentralbank zwei Kernpunkte des Manifestes der Kommunistischen Partei sind. Oder um Marx wörtlich zu zitieren "starke Progressivsteuer" und "Errichtung einer monopolistischen Nationalbank mit Staatskapital". Als Kapitalist, der er ist, lehnt er beides ab, denn er hat Hayeks "Weg in die Knechschaft" gelesen und ein Bild des Wirtschaftsnobelpreisträgers und Sozialphilosophen ziert sein Arbeitszimmer. Ron Paul weiß, daß es nur "Markt" oder "Befehl" gibt und hat noch das Gespür dafür, daß die eigenen guten Absichten einen nicht der Verantwortung entheben, die Macht zu befehlen so vorsichtig wie irgend möglich anzuwenden. Auch in einer sogenannten modernen Demokratie, in der 51% bestimmen können, was mit 49% zu geschehen hat. "Limited government" - eine beschränkte Regierungs(macht) - heißt die Einflußsphäre auch der leider sogar allzuoft nur angeblichen Mehrheitsmeinung zu beschränken.

Selbst wenn "die Mehrheit" oder die, die behaupten für sie zu sprechen, es noch so gut meinen und noch so sehr "helfen" wollen. Das Recht, von welcher Kreation des menschlichen Geistes auch immer, unter welchem Namen auch immer, Hilfe zu bekommen, mag wünschenswert sein, aber es bedeutet keine "Freiheit", auch keine "positive". Und eigentlich sind die einzigen beiden legitimen Wege, zu diesem Recht zu kommen, der gegenseitige Vertrag oder das Geschenk desjenigen, der einem die Hilfe zukommen läßt. Wer meint, für die Armen und Schwachen davon abweichen zu dürfen oder müssen, was einen nahezu unhinterfragbaren "Konsens" (in den soviel "sens" mir aber nicht geflossen zu sein scheint) in unserer westlichen Welt darstellt, dem möchte ich nur die Worte Erich Weedes zu bedenken geben, "dass dieser Konsens immer auch Missbrauchsanreize schaffen muss, weil man durch das Bedürftigwerden Ansprüche gegen andere erwerben kann". Und ergänzen, daß auch die Macht, über Bedürftigkeit und Ansprüche zu bestimmen, Missbrauchanreize schafft.

Den Gründervätern der jungen USA war dies bewußt. Sie lebten in den Gedanken und Grundsätzen der Aufklärung und lernte nicht nur in staatlichen Universitäten darüber.

Auf diesen Grundsätzen sind die US of A gegründet worden und es ist ironisch, daß in den Adern des angeblich kapitalistischsten Landes der Erde, den USA, kein kapitalistisches Geld fließt und die angeblich freien Bürger im Land of the Free vom angeblichen Bewahrer und Beschützer ihrer Rechte enteignet werden und von ihm um den Lohn ihrer Arbeit zweifach bestohlen werden, um die Profiteure des Geldmonopols zu nähren. Gegen King George II sind die Amerikaner wegen der Teesteuer aufgestanden. Wann werden Sie gegen George Bush II oder Hillary die Erste aufstehen?

Es ist ironisch, daß der einsame verfassungstreue Kapitalist Ron Paul gegen das angeblich kapitalistische Establishment aufbegehrt und an seine kommunistisch-etatistisch-kollektivistische Wurzel will - das Geldmonopol der Finanzelite. Es könnte sich herausstellen, daß nichts "antikapitalistischer" ist als der Kapitalismus...

Wundert sich denn eigentlich niemand, warum Ron Paul, der Kapitalist, der lautstarke und entschlossene, jahrzehntelange Advokat freier Märkte, der glühende Befürworter internationalen freien und unregulierten Handels vom "Kapital" so garkeine Unterstützung bekommt? Warum lassen die angeblich so mächtigen Finanz- und Medienmogule ihre Spendengelder nicht ihm zukommen? Warum sponsern sie ihn nicht, schenken ihm Sendezeit und Rampenlicht? Was sind das denn für "Kapitalisten"?

Kapitalismus ist offenbar ein seltsames Phänomen. Allgegenwärtig. Gefürchtet, geliebt, respektiert, verachtet, mißbraucht und mißverstanden. Ein großer Teil der Menschheit lehnt ihn ab und der große Teil, der ihn befürwortet, merkt nicht, daß er garnicht in ihm lebt.

Vielleicht kann Ron Paul hieran etwas ändern.

 
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