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Mittwoch, 22. Juli 2009

Hedgefondsmanager tauscht Papiergold in physisches Edelmetall

Der amerikanische Hedgefondsmanager David Einhorn von Greenlight Capital, der u.a. durch sein zeitiges "shorten" von Lehman Brothers bekannt wurde, hat im letzten Quartal seine Anteile am SPDR-Goldtrust-ETF in physisches Gold eingetauscht. Seinen Kunden schrieb Einhorn laut Bloomberg, daß er damit "mindestens Gebühren spare". Was er "maximalerweise" erreichen will, wissen wir natürlich nicht, aber offenbar traut er dem weltgrößten Gold-ETF auch nicht mehr über den Weg.

Dienstag, 14. Juli 2009

Moderne Alchemisten - "Es werde Gold" an der COMEX?

Adrian Douglas von GATA berichtet in seinem Artikel "The Alchemists" über die Praxis der Warenterminbörsen COMEX (New York) und TOCOM (Tokyo) seit 2005 bzw. 2008 Anteile an Gold-ETFs zur Erfüllung von Lieferverpflichtungen, etwa aus vorangegangenen Leerverkäufen, heranziehen zu können. Douglas hatte sich gewundert, daß die Berichte über Auslieferungen ("Delivery Notices") nicht mit den Bewegungen von physischem Gold aus dem COMEX-Lager übereinstimmen und erklärt die Diskrepanz mit der oben erwähnten neu geschaffenen Möglichkeit. Unklar bleibt für mich allerdings, wer sich mit der "Lieferung" von Gold-ETF-Anteilen zufrieden gibt, wenn er schon keinen Barausgleich bei Fälligkeit seines Kontraktes wählt. Möglich wäre vielleicht, daß sich auch einige Profi-Investoren wie John Paulson den Verkaufsprospekt des weltgrößten Gold-ETF "SPDR Gold Trust" nicht durchgelesen haben und tatsächlich meinen, in diesem Vehikel ein Goldäquivalent zu besitzen, obwohl nach meinem Verständnis das Gold dort nichteinmal gegen einfachen Diebstahl versichert ist und fraglich ist, wie es überhaupt um die Golddeckung des ETF steht.
Bislang war von GATA und anderen nur kritisiert worden, daß mehr "Papiergold" in Form von Terminkontrakten (Futures) gehandelt wurde, als überhaupt lieferbar ist. Das wäre im Zweifel allerdings das Problem der Marktteilnehmer, da sich ja schließlich jeder das Gold ausliefern lassen könnte. Wenn nur wenige das tun, kommt es eben unter Umständen zu Verzerrungen. Sollte stimmen, was Douglas in seinem Artikel beschreibt, dann hieße das einfach ausgedrückt, daß man sogar diese Terminkontrakte mit Papiergold begleichen könnte, was in meinen Augen das Prinzip einer Warenterminbörse ad absurdum führt. Ich kann schließlich eine Lieferverpflichtung in Rohöl auch nicht mit einem Erdölzertifikat erfüllen.

 
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