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Mittwoch, 16. Mai 2012

Documents Show How Goldman et al Engaged in 'Naked Short Selling'

"The subject of naked short-selling is a) highly technical, and b) very controversial on Wall Street, with many pundits in the financial press for years treating the phenomenon as the stuff of myths and conspiracy theories. Now, however, through the magic of this unredacted document, the public will be able to see for itself what the banks’ attitudes are not just toward the “mythical” practice of naked short selling (hint: they volubly confess to the activity, in writing), but toward regulations and laws in general."
Read more:
http://www.rollingstone.com/politics/blogs/taibblog/accidentally-released-and-incredibly-embarrassing-documents-show-how-goldman-et-al-engaged-in-naked-short-selling-20120515#ixzz1v2FEJBoZ

Montag, 30. Januar 2012

Phantomaktien in den USA

Ernest Hancock von Freedom-Phoenix, der "Erfinder" des Ron Paul Revolution Logos, hat ein spannendes Interview mit Dr. Susanne Trimbath zum Thema "Naked Short Selling" (=ungedeckte Leerverkäufe, die zu "failed to deliver"-Einträgen, sowas wie Phantomaktien, in Kundendepots führen). Ich hatte selbst das große Vergnügen vor etwa einem Jahr ein längeres Gespräch mit Frau Dr. Trimbath zu diesem Thema zu führen. Als ehemalige Mitarbeiterin des Wertpapierclearingunternehmens DTC, einem Vorgängerunternehmer der heutigen DTCC, hatte sie unmittelbaren Einblick in die obskuren Eingeweide des Wertpapiersettlements in den USA und ist in der Lage diese unglaublich klingenden Zusammenhänge so zu erklären, dass auch ein Laie sie versteht.
Mir selbst ist unklar, inwieweit die dortigen Zustände auf Europa bzw. Deutschland übertragbar sind (ich verstehe das deutsche Depotbankrecht so, dass es unmöglich sein sollte, aber ich bin kein Jurist).




Wall Street Fails to Deliver

Börse Frankfurt mittendrin statt nur dabei? (Rechtsanwalt Wes Christian ab ca. Min. 2):

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Deepcapture Offline

Deepcapture.com, die Seite des Overstock.com Gründers Patrick Byrne, die sich mit den Machenschaften großer ungedeckter Leerverkäufer (Naked Short Seller) beschäftigt, ist wegen der Verleumdungsklage eines gewissen Altaf Nazerali, Aktienpromoter aus Vancouver, vom Netz genommen worden. Nazerali war in der mehrteiligen Serie “The Miscreants’ Global Bust Out” mehrfach als Mitverschwörer benannt worden.

Die Journalistin Lila Rajiva ("Mobs, Messiahs, and Markets") verfolt den Fall:



Mittwoch, 14. September 2011

HIGH-FREQUENCY MINUTES: The Hidden Story of High-Speed Trading

"It takes no time to create a trade. But three days to settle it". Securities Technology Monitor editor-in-chief Tom Steinert-Threlkeld is interviewed by Peter Fednysnky, New York correspondent for the Voice of America.

Oder wie ich hier schrieb:

"Ich bin z.B. sehr gespannt, was man im Zeitalter von Nanosekunden-Intraday-Hochfrequenztrading von dieser Maßgabe halten soll:

"Regulation SHO 2005

Mit der Regulation SHO begann die SEC neue Regelungen einzuführen, welche zum Ziel haben, missbräuchliches Naked Short Selling einzudämmen.

Zu diesem Zweck wurde Folgendes eingeführt: Broker oder Händler dürfen grundsätzlich keine Leerverkaufsorder ausführen, ohne das zuvor das entsprechende Wertpapier geliehen oder das zum Verkauf stehende Wertpapier sondiert worden ist.

Dem Securities Exchange Act von 1934 zufolge müssen entsprechende Order innerhalb von 3 Werktagen ausgeführt werden. Bei einer Verkaufsorder muss also das entsprechende Wertpapier innerhalb von 3 Tagen geliefert werden".


HIGH-FREQUENCY MINUTES: The Hidden Story of High-Speed Trading

Freitag, 2. September 2011

Die Risiken bei ungedeckten Leerverkäufen

Die Serie geht weiter:

http://www.goldinvest.de/index.php/die-risiken-bei-ungedeckten-leerverkaeufen-22045

Zwei interessante Passagen (bitte dabei im Hinterkopf behalten, daß es heute für einige Marktteilnehmer möglich ist "intraday" in Nanosekunden zu kaufen und zu verkaufen):

"In Deutschland sind seit 2010 die ungedeckten Leerverkäufe in Aktien und bestimmten Schuldtiteln verboten. Dies regelt §30h WpHG. Demzufolge liegt ein ungedeckter Leerverkauf dann vor, wenn der Verkäufer am Ende des Tages, an dem das Geschäft abgeschlossen wurde, nicht mindestens einen Anspruch auf Übereignung der Wertpapiere hat. Theoretisch wäre es also möglich am Morgen eines Tages einen ungedeckten Leerverkauf durchzuführen, aber spätestens am Abend des gleichen Tages müssen Sie dann Eigentümer der leerverkauften Papiere sein".

"Das höchste Risiko und mit Sicherheit das stärkste Argument gegen die Praxis des Naked Short Selling im Aktienmarkt ist, dass ein aggressives Naked Short Selling theoretisch dazu führen kann, dass mehr als 100% der ausgegebenen Anteile leerverkauft werden. Dadurch würde der Markt im Umkehrschluss von einer Masse nicht existenter Anteile überflutet werden, die den Kurs der Aktie massiv in den Keller drücken.

Doch dies ist reine Marktmanipulation und - so weit ich weiß - sowieso überall ein illegales Vorgehen".

Jesse schreibt zufällig auch zu diesem weiten Feld:

Greenberger: Secret Exemptions Allow Futures Price Manipulation - RealNews


"I think the extreme fractional reserve nature of the current metals markets is an accident waiting to happen, awaiting only the right mix of margin calls and short term demand. And then everyone will be surprised that such a grand theft went on for so many years, unnoticed, except that is by a stalwart few, much in the manner of the Madoff fund and Harry Markopolos".

Mittwoch, 24. August 2011

Leerverkäufe – ein Streifzug durch die Geschichte...

Das beste, was ich in deutscher Sprache und allgemeinverständlich zum Thema "Leerverkauf" und vor allem "Naked Short Selling" je gelesen habe, danke Frau Kraus, auch für die vielen tollen kostenlosen Newsletter!

Leerverkäufe – ein Streifzug durch die Geschichte...

...bis in die Moderne

Und das allerbeste, Fortsetzung folgt:

"Hier sind nun einige Begriffe aufgetreten, die einer näheren Erklärung bedürfen; wie beispielsweise der "Fail to deliver" - Status. Damit werde ich mich ausführlich in der kommenden Woche beschäftigen und ebenso mit einer genauen Unterscheidung der Vorgänge beim einfachen Short Selling und dem Naked Short Selling".

Ich bin z.B. sehr gespannt, was man im Zeitalter von Nanosekunden-Intraday-Hochfrequenztrading von dieser Maßgabe halten soll:

"Regulation SHO 2005

Mit der Regulation SHO begann die SEC neue Regelungen einzuführen, welche zum Ziel haben, missbräuchliches Naked Short Selling einzudämmen.

Zu diesem Zweck wurde Folgendes eingeführt: Broker oder Händler dürfen grundsätzlich keine Leerverkaufsorder ausführen, ohne das zuvor das entsprechende Wertpapier geliehen oder das zum Verkauf stehende Wertpapier sondiert worden ist.

Dem Securities Exchange Act von 1934 zufolge müssen entsprechende Order innerhalb von 3 Werktagen ausgeführt werden. Bei einer Verkaufsorder muss also das entsprechende Wertpapier innerhalb von 3 Tagen geliefert werden".



Dienstag, 28. Juni 2011

Wann hat der Interbankenmarkt die nächste Glaubenskrise?

Die US-Geldmarktfonds bleiben in den Schlagzeilen, auch wenn die "fundamentalen Fakten" theoretisch gegen signifikante Risiken sprechen. Das Risiko erscheint überschaubar, weil die Fonds breit(est) diversifiziert sind:

"Among the more than 100 prime U.S. money market funds S&P rates, the average fund has about 45% exposure to European banks. About 45% mature within one month; 75% mature within three months; and 95% mature with six months, he said.

Diversity of holdings also limits potential harm to U.S. money market funds, Rizzo said. Regulations restrict funds from holding more than 5% from an individual issuer, such as a single bank. Rizzo noted that most U.S. money markets exposure is less than 2% to any individual European bank".

Linkhttp://online.wsj.com/article/BT-CO-20110627-711985.html

Derzeit kann man in meinen Augen nicht sagen, daß "die Märkte" multiple Bankenpleiten innerhalb der Euro-Zone in den nächsten 6 Monaten einpreisen. Dennoch, der Zweifel nagt weiter. "Kredit ist schlummerndes Mißtrauen" soll Thomas Paine, einer der US-Gründervater, einmal gesagt haben...

Die faszinierenden Dynamiken am Interbankenmarkt beschreibt ein phänomenaler Artikel bei Telepolis (Chapeau, Herr Sommer!):

Bekannte und unbekannte Risiken einer Eurozonen-Pleite

Highlights mit Anmerkungen:

"Die Finanzmärkte haben Europa offenbar in Geiselhaft genommen und drohen im Pleitefall den finanziellen Weltuntergang an. Dafür wären sie dann zwar ausschließlich selbst verantwortlich, die Folgen trägt aber in jedem Fall die Allgemeinheit."

Als kleine Kritik würde ich hier einwenden wollen, daß es nicht möglich ist, "die Allgemeinheit" und "die Finanzmärkte" so auseinanderzudividieren, daß man "verantwortlich" und vor allem "Folgen tragen" sinnvoll unterscheiden kann (wer ist wer und
wer zahlt was?).

Herr Sommer beleuchtet dann kenntnisreich die Details und Summen im Griechenland-Drama und seine Implikationen für Instrumente wie CDS und Interbankenliquidität (klingt trocken, ist aber eher glitschig) und faßt zusammen:

"
In Summe erscheinen diese "bekannten" Risiken also durchaus überschaubar, was leider nicht für die unbekannten Risiken gilt, die nicht aus vertraglichen Verpflichtungen, sondern aus dem Verhalten der Finanzmarktteilnehmer erwachsen könnten. Tatsächlich liegt es im Wesen der modernen Finanzmärkte, dass die echten Real-Money-Geschäfte nur einen Bruchteil des Handelsvolumens ausmachen".

Hier würde mich interessieren, was Sommer unter "echte Real-Money-Geschäfte" versteht. Das wirklich stringent zu definieren, dürfte heutzutage schwierig sein. Was ist überhaupt noch "Real Money" in einem Kreditgeldsystem? Ultrakurzfristige US-Staatsschulden?

"Hat ein Trader in einer Bank etwa die Aufgabe, die kurzfristige Finanzierung seines Instituts am Interbankenmarkt zu managen und müsste er z.B. genau für einen Tag nur eine Million an Finanzierung beschaffen, wird er selten nur genau diese Summe umsetzen. Da er über die nötige Infrastruktur für derartige Geschäfte verfügen muss, er also z.B. permanent über eine Reihe an unterschiedlich bepreisten Angeboten für Kreditaufnahme und Vergabe erhält, wird er typischerweise günstige Kreditangebote auch dann annehmen, wenn er damit keinen aus dem normalen Bankgeschäft resultierenden Finanzierungsbedarf erfüllen muss. Sondern er wird die billigen Gelder nehmen und sofort an jemanden weiterreichen, der bereit ist, einen höheren Preis zu bezahlen (erst das macht einen Preis ja zu einem guten Preis). Je nach dem, wie gut seine Infrastruktur und sein Markttiming dann sind, wird er ein Paar Basispunkte an Spread verdienen, wobei er freilich in Konkurrenz mit einer Unzahl an weiteren Tradern steht, die ebenso versuchen, für ihre Banken ein paar Punkte abzustauben...".

Trader die Zahlen in Computer einhacken und "Liquidität" generieren. Warum geht mir ständig der Begriff "Bitcoins" durch den Kopf...

"...Die Angst der Großbanken vor dem Crash

Das spielt sich heute in fast allen Marktsegmenten so ab, die dadurch extrem liquide erscheinen, gleichzeitig aber auch sehr filigran erscheinen. Die Geschäfte werden in der Regel augenblicklich per Mausklick abgeschlossen und finden nur mit akzeptierten Gegenparteien statt, mit denen im Vorhinein oft ein Kreditrahmen bzw. ein maximales Handelsvolumen festgelegt wurde. Besteht keine derartige Vereinbarung, dann werden die Geschäfte in der Regel durch die Übereignung von Wertpapieren ("Colateral") besichert, von denen die Marktteilnehmer je nach der Entwicklung der Märkte mehr oder weniger bereitstellen müssen. Fungible Wertpapiere bilden dadurch für die Finanzmärkten so etwas wie ein Schmiermittel, das den reibungslosen Ablauf der Geschäfte sicherstellen soll."

Sehr filigran? Warum muß ich da an Kapilaren und Herzinfarkt denken? Genau so läuft es ja auch. Plötzlich verstopft eine Arterie, weil eine Gegenpartei mir nicht mehr "vertraut" und mir weiteren "Kredit" verweigert. Und Puff - "Geld" (z.B. ein Overnight-Repo-Deal, wie z.B. in M3 enthalten) "verschwindet", es wird nicht mehr "prolongiert".

"Der Abschlag ("Haircut"), mit dem Wertpapiere im Repo- oder sonstigen Interbankenverkehr angenommen werden, richtet sich nach dem Risiko dieser Papiere und kann, je nach Markteinschätzung jederzeit neu festgelegt werden. Für griechische Bonds sind die privaten Haircuts allerdings ohnehin längst so hoch, dass sie vom privaten Verkehr praktisch ausgeschlossen sein dürften und nur noch im Notenbankverkehr genutzt werden können. Nach der Pleite eines Eurozonenlandes wird sich aber für jeden Trader die Frage stellen, welche Papiere er noch annehmen wird und welchen Haircut dann zu verlangen sei".

Notenbankenverkehr = Monetärer Hardcore Porno (Bondage-SM).

"Es läge dann sicherlich nahe, auch Spanien, Italien, Belgien und vielleicht auch Frankreich anzuzweifeln. Das liegt dann in der Regel im alleinigen Entscheidungsbereich der jeweiligen Trader und erscheint ein Risiko zu groß, dann wird ein Trade eben nicht gemacht oder ein Kredit nicht vergeben, wobei sich unzählige Einzelentscheidungen eben zu einem Crash summieren können oder aber auch nicht. Die Frage ist nur, wie sehr sich die einzelnen Trader beunruhigen lassen".

Und schwupps sind wir wieder bei den US-Geldmarktfonds, wie ich kürzlich schon gebloggt hatte (hier und hier):

"The problem is perception as much as reality. Though only one fund officially broke the buck in 2008, it caused a crisis for the whole industry. "It's the contagion effect that people are looking at," Ms. Cunningham says".

http://online.wsj.com/article/SB10001424052702304231204576406142247018046.html

War da mal was? Ja, Herr Sommer bitte:

"Das finanzielle Restrisiko

Dort bestand die "unbekannte Unbekannte" übrigens darin, dass durch die Lehman-Pleite ein großer Geldmarktfonds ins Minus rutschte und diese Fonds sofort allesamt so hohe Kapitalabflüsse verzeichneten, dass sie als Käufer von kurzfristigen Bankanleihen und von Commercial Paper ausfielen. Mit solchen Papieren hatten aber auch viele europäische Großbanken ihre US-Portfolios refinanziert, so dass sofort eine enorme Dollarknappheit ausbrach, die nur von der Fed gestillt werden konnte, was wiederum für Banken ohne direkten Fed-Zugriff enorme Probleme bereitete.

Das war der Tropfen, mit dem niemand gerechnet hatte und der das Fass zum Überlaufen brachte. Ohne dieses Problem bei den US-Geldmarktfonds hätte das globale Finanzsystem die Lehman-Pleite vermutlich durchgestanden und es wäre vielleicht auch nicht zu den Milliardenpaketen zur Bankenrettung gekommen."

Ob die Geldmarktfonds nun der Tropfen waren, oder eher der Phantomaktienregen oder das zumindest moralisch kriminelle Risikomanagementverständnis bei Lehman, mag ich nicht entscheiden.

Freitag, 10. Juni 2011

Naked Short Selling, Madoff und der "Mahdi"

Ich finde es sehr spannend, wie sich in der Deepcapture-Serie scheinbar unzusammenhängende Interessensfelder treffen. Zum Thema Naked Short Selling und Madoff gesellt sich nun noch der apokalyptische Aberglaube der Iraner:

"I had a nice talk with Zuhair about the Mahdi, or the Islamic messiah. Then we talked about the Hidden Imam, which is the Shiite interpretation of the Mahdi.

According to Iranian president Mahmoud Ahmedinijad, the Hidden Imam will make his reappearance when the world descends into chaos. And once the Imam returns he will make the world anew, peaceful and wholly Islamic. It is a nice thing to believe.

However, U.S. national security people worry that Ahmedinijad says that some humans (like himself) can hasten the coming of the Hidden Imam, presumably by fomenting the chaos that is the necessary prerequisite to the Imam’s arrival.

Zuhair seemed inclined to believe that the Iranian president was right. I said it certainly seemed to be the case that the world was descending into chaos. Zuhair said there was going to be an apocalypse in Palestine.

I said that Israel was not a democracy, but was a corrupt country whose policies were made by extremists funded by the Russian Mafia. Zuhair said again that there was going to be an apocalypse. I said, “Yep.”

The short of it is, Zuhair and I were getting along well. But when I mentioned that I believed that one of the people who had set up those anonymous accounts in China was an Iranian fellow with ties to the Revolutionary Guard, Palestinian Islamic Jihad, and the Russian Mafia — well, the reader might think that sounds pretty crazy."

Zur Erinnerung: der "Mahdi" ist das islamische Pendant zum jüdischen Moschiach, dessen Ankunft die durchgeknallten Chassiden erwarten (oder soll man sagen: an dessen Erscheinung diese Kreise arbeiten?), über die Wolfgang Eggert berichtet.

Teil 14 der Serie hat den schönen Titel "The Miscreants’ Global Bust-Out (Chapter 14): How the Russian Mafia Captured the DTCC — and the American Financial System"

Mittwoch, 21. Juli 2010

Kreditgeld ist ein ungedeckter Leerverkauf von gesetzlichem Zahlungsmittel

"Credit creation against nothing (that is, not backed by actual hard collateral - that is, surplus already produced in some form), is simply a naked short against the monetary system. That is, the writer of such a position is agreeing to deliver money he does not yet have and may not be able to acquire, with nothing other than his word behind that promise.

It doesn't matter if that short is created by a government or a private actor, with one important distinction: in a fiat currency system government can decide to emit unbacked currency to satisfy a naked short, where private parties cannot
."


Mit hoffentlich ordentlicher Übersetzung und Anpassung an deutschen Sprachgebrauch von F.B.:


"Kreditgeldschöpfung ohne "Sicherheit" (also nicht durch hartes Pfand besichert - also bereits in irgendeiner Form produzierter Überschuß), ist schlicht ein ungedeckter Leerverkauf gegen das monetäre System. Das bedeutet, daß der Aussteller einer solchen Position verspricht Geld zu "liefern", das er noch nicht hat und vielleicht nicht in der Lage sein wird zu "liefern", mit nichts als seinem "Ehrenwort" hinter dem Versprechen.
Es ist nicht von Bedeutung, ob dieser Leerverkauf von seiten einer Regierungs- oder Privatorganisation eingegangen wird, mit einem wichtigen Unterschied: in einem Fiat-Geld-System kann die Regierung beschließen ungedecktes gesetzliches Zahlungsmittel zur Bedienung eines ungedeckten Leerverkaufs herauszugeben, was Privatorganisationen (aka Banken und Co.) verwehrt ist."


Karl Denninger, US-Blogger und Internetunternehmer, 21.07.2010

Mittwoch, 26. Mai 2010

Endlich Verbot ungedeckter Leerverkäufe!

Ungedeckte Leerverkäufe (Naked Short Selling) sollen ab Juni in Deutschland durch das "Gesetz zur Stärkung der Stabilität der Finanzmärkte" verboten werden.

Wurde auch Zeit, dass die hohe Politik endlich ihren Arsch hochkriegt. Das Problem ist schliesslich schon seit Jahren bekannt.

Ob sich an der gängigen Praxis dadurch was ändert, bleibt abzuwarten. Aber zumindest wissen die Akteure, dass sie dann im Bereich der Illegalität und Kriminalität operieren.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Verbot ungedeckter Leerverkäufe: Auswirkung? Null!

Heute Nacht hat die BaFin in einer Hauruckaktion für 10 börsennotierte Finanzunternehmen ein sofort gültiges Verbot ungedeckter Leerverkäufe (= Naked Short Selling) erlassen.

Noch nachts wurde in der internationalen Blogosphäre die wahrscheinliche Auswirkung dieses überraschenden Verbots für den heutigen Handelstag erörtert:

Die einen prophezeiten den sofortigen Kurssturz der betroffenen Aktien; die anderen sahen aufgrund von vermuteten Eindeckungskäufen einen kurzfristigen starken Anstieg voraus.

Passiert ist? Nichts!

zum Vergrößern anklicken

Die vom Verbot betroffenen Aktien sind nicht mehr oder weniger als der restliche Gesamtmarkt gefallen.

Tja, die Börse ist halt immer für Überraschungen gut. Wenn man sich ganz sicher ist, kommt's garantiert anders...

Finanzmarktregulierung: der fehlende Tropfen für das volle Fass?

In meinen Augen gleicht der Versuch, den einen monokausal auslösenden "fetten Finger" für den "Flash Crash" im DOW Jones ausfinding zu machen dem Unterfangen berechnen zu wollen, welche einzelne Schneeflocke letztendlich genau eine Lawine ausgelöst hat.
Drollig ist auch die Suche der US-Börsenaufsicht nach dem großen Verkäufer, wo doch das Problem der plötzliche Mangel an Käufern war.
Der folgende Artikel beschäftigt sich mit den tieferen Ursachen, wie man sie auf unabhängigen Finanzblogs nachlesen kann (und nicht bei FAZ-Lieblingen und bloggenden Blog-Kritikern wie Weissgarnix.de, der nun offenbar auch Zerohedge gefunden hat und jetzt altklug vor sich hin feuilletoniert, mit großem Bogen um die wunden Punkte):


http://www.voxeu.org/index.php?q=node/5056

Dienstag, 18. Mai 2010

Naked Shorts: Verwirrte Journalisten

Ich kapiere wirklich nicht, warum Finanzjournalisten den Unterschied zwischen gedeckten und ungedeckten Leerverkäufen nicht verstehen. Vielleicht, weil es ihnen beim Geld genauso geht? Anyway...Chanos spricht von gedeckten Leerverkäufen, die Politiker von ungedeckten, lieber SPIEGEL:

Viele Politiker sehen in den Spekulanten mit ungedeckten Leerverkäufen Mitverursacher der Finanzkrise. Eine These, der die Betroffenen vehement widersprechen. Aus der Perspektive von James Chanos, der mit Leerverkäufen ein Milliardenvermögen angehäuft hat, tragen sie dazu bei, Überbewertungen, Betrug und Marktmissbrauch auszurotten. "Sie sind Finanzpolizisten der Märkte", sagte er im Interview mit dem "Handelsblatt". Denn während der Regulierer wie ein Archäologe immer erst nachher komme, könne der Leerverkäufer wie ein Detektiv viel früher auf Marktverzerrungen aufmerksam machen.

Zerohedge über das Short Verbot

"There are 4 hours until midnight in Germany. There are trillions in gross sovereign CDS notional. Germany alone had $71.4 billion in Gross CDS notional and $13.3 billion in net according to DTCC. Add up all of Europe and you get half a trillion. How on earth will the German market unwind these with all European traders already long gone. We also make the generous assumption that US CDS traders are still around: most of the BSDs tend to leave for the nearest Marriott Garden Inn by 1pm. So with naked CDS positions now verboten, who will be allowed to sell CDS? For a symmetric hedged transaction, anyone selling CDS (long credit), would have to be short cash govvies to be permitted to sell CDS. And who in their right mind would disclose that they are short anything. This is the most ill-thought out of regulatory plan in the history of capital markets, and that, shockingly, includes the Frankenstein monster created by our own lame duck coruptus in extremis senator."

Karl Denninger über das Short-Verbot

"Liquidity? What's That? (Short-Sale Ban in EU)
In a display of idiocy reminiscent of what was done here in the US a couple of years ago Reuters has up a wire report (headline only) that Germany intends to ban "short sales" at midnight (presumably their time) this evening.

Zerohedge is reporting that this is only "naked" short sales but will apply to naked CDS, which means it will damage hedging activity for EU-area bonds.

Does anyone remember our short-sale ban - in 2008? European (and US) markets skyrocketed, only to collapse just days later and continue collapsing for the next six months!

This sort of thing kills liquidity.

Again we have governments that refuse to address the actual issue, which is the OTC nature of these derivative products where nobody can tell who's got what open - that is, what the open interest is, along with the bid and offer. In addition nobody is forced to post margin against a central counterparty, which further decreases transparency and worse, makes systemic risk come to the fore.

The correct move is to force all derivatives onto an exchange, force bid, offer, last and size to be public, and force everyone to post cash margin against all underwater positions nightly. But that means the banks can't screw, er, skim off those extra basis points on every trade since buyers and sellers can then see published prices from everyone at once instead of dealing "over the counter" with a bank's credit desk that can and will deprive you of that information so as to financially hose the customer.

Bluntly: This is a desperation move and instead of doing what the EU expects it will likely cause a furious short-covering rally - followed by a price collapse in the instruments where they can no longer be "covered."

After all, ordinary selling remains (for the time being anyway) legal.
"

Deutschland verbietet wieder Leerverkäufe?


Spielen unsere Politiker ´mal wieder Bürokratisch Roulette mit den nervösen Kapitalmärkten?


Ich blick` da nicht mehr durch, was in Deutschland erlaubt ist und was nicht. Ungedeckte Leerverkäufe sollten am besten technisch garnicht möglich sein, sind aber scheinbar sogar legal. In den USA gibt es diese illegale Praxis, bei Aktien und Bonds, weil die SEC offenbar überfordert ist.
Unsere Sammlung zu dem Thema:

http://bavaria-for-ron-paul.blogspot.com/search/label/Naked%20Short%20Selling

Dienstag, 2. Februar 2010

Naked Shorts bei deutschen Banken wieder erlaubt

Die Bafin hat die Ausnahmeregelung auslaufen lassen. Man darf jetzt also wieder Aktien verkaufen, die man sich nichteinmal leihen mußte, selbst wenn es Banken sind (bei normalsterblichen Unternehmen ging das offenbar die ganze Zeit):

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Neues von der Naked Short Selling Front

Lila Rajiva hat einen Beitrag über die Mitglieder des Kontrollgremiums der DTCC verlinkt. Die DTCC ist das weltgrößte "Clearinghouse":



"Ein Clearinghouse oder eine Clearinggesellschaft ist ein Unternehmen oder eine Institution, die im Finanzbereich für das Clearing und Settlement von Wertpapiertransaktionen zuständig ist und meist auch die Rolle der zentralen Wertpapierverwahrung übernimmt. Dabei funktionieren Clearinggesellschaften oft als Central Counterparty, über die Finanzgeschäfte zwischen verschiedenen Parteien zentral abgewickelt werden."



Aus der Überschrift von Frau Rajivas Beitrag wird klar, was sie von den "Kontrolleuren" hält:



DTCC Board Stuffed With Kleptocrat Banks/Funds



Natürlich sind auch unsere Freunde von Goldman Sachs mit an Bord, die DTCC hat also göttlichen Beistand. Die DTCC ist im Kontext der "Naked Short Sales" (=ungedeckte Leerverkäufe) wichtig, weil sie die Buchführung über die gehandelte Aktien überwacht und bei ungedeckten Leerverkäufen auch die Phantom-Aktien ("Failed to Deliver") ausstellt, die dazu führen können, daß mehr Aktien gehandelt werden, als ein Unternehmen XY überhaupt emittiert hatte. Overstock.com ist so ein Unternehmen und der CEO Patrick Byrne betreibt die Seite Deepcapture.com, die sich mit dem Phänomen des "Naked Short Sellings" beschäftigt. Byrne führt einen kleinen Kreuzzug gegen die seiner (und meiner) Ansicht nach kriminellen Aktivitäten, die auch eine Desinformationskampagne von involvierten Journalisten, die bei Wikipedia Beiträge manipulieren einschließt. Gary Weiss ist so ein "Journalist" und in diesem Beitrag dokumentiert Deepcapture die Änderungen an relevanten Wikipedia-Artikeln:



 
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