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Samstag, 10. April 2010

Eine Lanze für die Miete

Über 50% der Volksvermögen in den westlichen Industrieländern ist im eigenen Haus bzw. der eigenen Wohnung investiert.

Die eigene Immobilie dient oft nicht nur dem Wohnen sondern auch der Demonstration des sozialen Status gegenüber der Umwelt.

Eigentümer sprechen häufig stolz von ihrem "Betongold". Diskussionen über Hypothekenzinsen werden gerne mit dem Argument beendet, dass "man ja sonst Miete zahlen müsste".

Aber sind Immobilien wirklich eine gute Geldanlage?

Hier sieht man, wie sich der durchschnittliche Hauspreis in den USA im Vergleich zum Aktienmarkt geschlagen hat:

zum Vergrößern anklicken

Nach 120 Jahren, dem Verschwinden europäischer Monarchien, 2 Weltkriegen, Weltwirtschaftskrise, Aufstieg und Niedergang der Sowjetunion ist klar: Das Haus hatte in den USA keine Chance gegen die Aktie.

Aus 1 Dollar, 1890 in das Durchschnittshaus investiert, wurden 38 Dollar. Damit schaffte das Haus gerade mal einen Inflationsausgleich.

Derselbe Dollar im Aktienmarkt hat sich zu 241 Dollar vermehrt. 6mal so gut wie das Haus und die Inflation klar geschlagen.

Aber das Bild ist verzerrt, es kommt noch viel schlimmer für das Haus:

- Die Round Trip-Kosten sind durch Makler und Notar erheblich.
- Man ist illiquide; es heisst ja nicht umsonst "immobil"
- In der Graphik sind Instandhaltungskosten nicht berücksichtigt.
und
- Die Benchmark S&P500 ist ein Kursindex. Der Aktienanleger kann sich also jedes Jahr über ein paar Prozent Dividende zusätzlich obendrauf freuen. Langfristig kommt da einiges zusammen.

Fazit: Wer mietet, hat weniger Ärger, muss sich weniger kümmern, spart Geld und kann sein Kapital noch dazu besser investieren.

 
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