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Donnerstag, 10. November 2011

Das Vexierbild des Dauerpatienten Euro und all der andere Jazz

Großartige Sammlung von erstklassigen Kurz-Interviews mit Leuten, die wissen wovon sie reden. Ich habe das Phänomen der absoluten Verwirrung auch von "Experten" rund um die Themen "Hyperinflation" und "Hyperdeflation" mal als "Hyperkonfusion" bezeichnet:



"Selbst unter absoluten Experten herrscht schon auf der Definitionsebene (!) eine heillose Konfusion. Nicht nur, daß keine kollektive Lösung in Sicht ist, wir wissen kollektiv noch nicht einmal worüber wir überhaupt streiten, weil wir keine eindeutige Definition von "Geld" mehr haben (ohne Zusätze wie Kredit-, Bar-, Zentralbank-, M1-, M2-, M3- etc.), außer dem Befehl, daß die Regierungsnoten "Geld" zu sein haben."




Aber nun zu Lars Schall und seine Interviewpartnern mit herzlichem Dank an alle Beteiligten für die klaren ehrlichen Worte:

Am Rande der Internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse, die letztes Wochenende in München stattfand, führte ich mit ein paar kritisch-aufgeweckten Zeitgenossen einige Gespräche, die den Leser auf eine halbwegs intelligente Tour d’horizon mitzunehmen gedenken.Von Lars Schall


"Frank Doll, leitender Redakteur bei der “Wirtschaftswoche“;
Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank und Autor des Buches “Endlich Klartext!“, Finanzbuch Verlag, 2008;
Herbert Wüstefeld, Zertifikate-Spezialist bei der Royal Bank of Scotland in Frankfurt am Main;
Dimitri Speck, Partner bei Staedel Hanseatic, Herausgeber der Website Seasonal Charts, und Autor des Buches “Geheime Goldpolitik“, Finanzbuch Verlag, 2010;
Peter Boehringer, Vorstand der Deutschen Edelmetall Gesellschaft, Vermögensberater und Blogger auf Goldseiten.de;
Toni Straka, Herausgeber der Website The Prudent Investor Blog;
“Der Düsseldorfer“, Partner von Frank Meyer bei der “Metallwoche“ auf der Website Rott&Meyer;
Ronald Stöferle, Rohstoffanalyst der Erste Group zu Vienna.






http://www.larsschall.com/2011/11/09/das-vexierbild-des-dauerpatienten-euro-und-all-der-andere-jazz/



And now to something completely different:




Samstag, 21. Mai 2011

The "Game Over" Redux

Dringende Leseempfehlung für alle hyperinflationären US-Dollar-Bären. So ungern ich das sage, ich bin auf Sicht von 12-24 Monaten "bullish" für das "Papier" der US-Regierung (wobei ich Gold in Euro zumindest Stabilität zutraue. Silber sehe ich a) als längerfristige hochspekulative Wette auf dessen Remonetisierung und b) als Kleingeld für die Apokalypse an):

The "Game Over" Redux






Disclaimer: Dies ist keine Anlageempfehlung. In Zeiten der globalen monetären Planwirtschaft ist mein einziger langfristiger "Macro-Call", daß Gold und Silber immer teurer sein werden als Staub.

Donnerstag, 24. März 2011

JP Morgan, Silber und die Finanzindustrie

Die folgenden Ausführungen stellen ausdrücklich keinerlei Anlageempfehlung dar. Ich bin zwar seit vielen Jahren "bullish" für Edelmetalle, aber nur weil ich zunehmend "bearish" bin auf "gesetzliche Zahlungsmittel" in den Händen von ein paar wenigen westlichen Giga-Banken im Verbund mit Regierungen und deren gemeinsame Fähigkeit langfristig (!!!) das Vertrauen in die Kaufkraft desselben aufrechtzuerhalten.
Ich bin außerdem nicht gerne "bullish" auf irgendetwas was "outperformt", wenn soziale Instabilität zunimmt, sondern sehe Edelmetalle daher eher als mögliche Versicherung an und wie bei Versicherungen üblich weiß ich nicht, ob der "Schadensfall" eintritt oder nicht und ich wünsche es mir auch nicht. Ich habe auch keinerlei Freude daran, wenn die folgenden Informationen als "Verkaufsargument" "eingesetzt" werden, darum geht es mir nicht.
Mir geht es als Finanzmarktprofi darum, daß mein Berufsstand besudelt ist und wird, wenn ich keine Unschuldsvermutung mehr gegenüber Kollegen und Geschäftspartnern im weiteren Sinne ("Profis wie ich") walten lassen kann. Wenn ich vernünftigerweise davon ausgehen muß , daß betrogen wird, wo betrogen werden kann, weil zB die jeweilige Aufsichtsbehörde entweder korrupt oder überfordert oder beides ist, dann arbeite ich in einem Umfeld, dem ich eigentlich nicht die langfristigen Lebensersparnisse meiner Mandanten ausssetzen möchte.
Als letzte Vorbemerkung möchte ich nur noch anfügen, daß ich persönlich ähnliche "Vorgänge" bei allen möglichen Wertpapierarten zuallermindest vermute, ich als möglicherweise vermeintlicher "Eigentümer" von Aktien- oder Rentenwerten den Edelmetallmarkt also diesbezüglich nicht belächeln würde und ich denke dabei nicht zuerst an Bernie Madoff oder obskure OTC-Derivate.

Nun zur Sache:

JP Morgan hat per Eilantrag die Einsetzung als "Licensed Depositories and Weightmasters for Silver and Gold" für die NYSE/COMEX durchgesetzt, ohne die übliche Überprüfung der Lokalitäten und offensichtlich in sehr kurzer Zeit.
Sie können sich also u.U. (!) jetzt selbst die physische Bedienung der (möglicherweise) eigenen Short-Terminkontrakte bestätigen:

http://seekingalpha.com/article/259549-will-jpmorgan-now-make-and-take-delivery-of-its-own-silver-shorts

"The process of being approved as a licensed vault or weigh-master/assayer for the NYMEX/COMEX futures exchange usually involves a careful security inspection of the vaults, a full report of that inspection, and a completely transparent package submitted to the U.S. Commodity Futures Exchange Commission (CFTC) for approval. This process will ordinarily consume considerably more than 45 days. Apparently, such correct and careful practices apply only to banks and independent storage facilities that are not J.P. Morgan Chase.

Some vault operators are more equal than others. JPM appears immune from processes that everyone else must suffer through. On March 15, 2011, the Commodity Exchange (COMEX) and the New York Mercantile Exchange (NYMEX) advised the CFTC that they had approved J.P. Morgan's application to become a licensed vault facility, using a "self-certification" process. The newly licensed vault, located at 1 Chase Manhattan Plaza, NY, NY, is ready to roll as both “weighmaster” and depository, for delivery of gold, silver, platinum and palladium contracts, as of March 17, 2011, two days later."

Und viel weiter unten:

"Until now, JP Morgan did not have a NYMEX/COMEX vault license. They had to send silver, for example, to HSBC, Brinks, Scotia Mocatta and/or the Delaware Depository in order to "deliver" it on COMEX. Those vaults have been NYMEX/COMEX licensed for a very long time. But now J.P. Morgan has its own vault license, and the manner in which it seems to have obtained it, is troubling. The bank can now, potentially, deliver short obligations to itself. Yes, you read that correctly. The bank itself, if it still holds short silver positions, and/or the hedge funds/related financial institutions who may have taken over the positions, can now deliver the alleged metal to J.P. Morgan's own vault."


Am 5. März schrieb Ted Butler bereits über die Zuspitzung am Silbermarkt, das "Marktumfeld" kann also als "angespannt" bezeichnet werden und Silber notierte heute in USD auf 30-Jahres-Hoch (und ja, wie vor 30 Jahren kann man es nicht essen und es "wirft keine Erträge" ab):

http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=15643

Selbstverständlich "weiß" ich nicht, ob es nicht wieder irgendeine möglicherweise legitime Erklärung für dieses Vorgehen gibt und ob der Artikel nicht nur wieder eine "Verschwörungstheorie" ist. Möglicherweise kracht Silber auch demnächst ein, weil gehebelte Spieler nicht mit diesem "Schachzug" vom neuen "Weightmaster" JP Morgan gerechnet haben.
Ich weiß nur, daß Silber sehr viel teurer sein wird, wenn diese "Verschwörungstheorie" über kriminelle Mechanismen am New Yorker und Londoner Silbermarkt je von "der Allgemeinheit" als "Tatsache" betrachtet werden sollte. Das Vertrauen in meine Industrie wird hingegen dann noch geringer sein.
Falls irgenjemand meine Bedenken wohlbegründet beseitigen können sollte, wäre ich sehr dankbar, ich bin weder internationaler Jurist noch ein Experte für Warenterminbörsen.


Disclaimer: Bin persönlich nicht so "long Silver", daß es mich dafür entschädigen würde, wenn sich wieder ein weiterer Abgrund an Lug und Trug in meiner Branche auftun würde, ich will nur nicht ganz ohne Schmerzensgeld dastehen, wenn "die Banken" mal wieder denselben jahrhundertealten Trick durchziehen.

PS:
Wir dürfen uns nicht wundern, wenn "Anonymous" seine Aufmerksamkeit nach Scientology nun auf die FED und die New Yorker Börse zuwendet:

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Crash JP Morgan, buy Silver?

Ich verfolge die Aktion von Max Keiser mit einer Mischung aus Sympathie und Skepsis. Don Harrold geht es offenbar genauso:



Das komplette Video gibt es hier:

http://daytradeshow.com/crash.htm

Und ein Addendum:

Mittwoch, 3. November 2010

Racketeering (von engl. Racket, deutsch etwa illegales Geschäft, Gaunerei)

Sieh an, sieh an...Es gibt mehr Details zur Klage gegen JPM Morgan und die HSBC in Sachen "Silbermanipulation":


"JP Morgan Chase & Co. (NYSE: JPM) and HSBC Securities Inc. (NYSE: HBC) face charges of manipulating the market for silver futures and options in violation of federal commodities and racketeering laws, according to a new lawsuit filed Tuesday in the U.S. District Court for the Southern District of New York.
The suit – which alleges violation of the Commmodity Exchange Act and the Racketeering Influenced and Corrupt Organizations (RICO) Act – alleges that the two banks colluded to manipulate thhe market for silver futures starting in the first half of 2008 by amassing huge short positions in silver futures contracts they had no intent to fill, but did so to force silver prices down to their benefit
..."


Mehr unter: http://jessescrossroadscafe.blogspot.com/2010/11/new-jpm-hsbc-silver-manipulation.html

Mittwoch, 8. September 2010

Wie damals im Römischen Imperium

Es geht ein Gerücht um, der Silberzehner ( Gesetzliches Zahlungsmittel ) wird nächstes Jahr "wertloser" als er es Heute noch ist. Von 925er Silber auf 625 und von 18 auf 16 Gramm.

Quelle: MMnews

Sollte diese Gerücht zutreffen, wäre das für diejenigen die Silberzehner als "Ansparplan" in ihrer Zukunftsplanung haben unerfreulich.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Na also, darum geht es: eine Weltpapierwährung

"Finally, in principle, a new global currency issued by a global central bank, with robust governance and institutional features, could provide a nominal anchor and risk-free asset for the system independent of national currencies. This global central bank could also serve as a lender of last resort. But any such step requires considerably more debate on its merits, including on the need for a safety valve for the system given errors that might inevitably occur, as well as of its feasibility, given the very substantial multilateral effort required. I fear we are still very far from that level of global collaboration."

Ja, der gute Dominique Strauss-Kahn "fürchtet", daß der Level "globaler Zusammenarbeit" noch weit weit weg ist...Was treibt die Menschen wohl am zuverlässigsten in die Arme zentralisierter Macht? Hm...
Schön finde ich das implizite Eingeständnis, daß wir bisher offenbar nicht sowas wie einen "risikofreien Vermögenswert" haben, der einen nominellen Anker darstellen könnte für ein System das "unabhängig" von den nationalen Währungen ist. Äh...Moment...Hatten wir dafür nicht die D-Mark hergegeben und das Ding "Euro" genannt? Einem Schuft könnte natürlich Gold und Silber einfallen, aber "Special Drawing Rights" ziehen leider keine Unze aus der Erde und der IWF hätte nix zu sagen. Das wollen wir ja alle nicht, weil wir ja brav global zusammenarbeiten wollen.
Mal sehen, ob der gute Mann sich in absehbarer Seite nicht besser fürchten sollte, daß die Menschen ihr bevorzugtes Geld mit den Füssen wählen...auf dem Weg zum Edelmetallhändler.

Dienstag, 28. Juli 2009

Ein "Silberner Schwan" für die Gottspieler?

Die ganzen "Schwarzen Schwäne", die normalsterbliche Marktteilnehmer in den letzten 2 Jahren ereilten, haben die "Big Player" wie HSBC, JP Morgan, Goldman Sachs und die Deutsche Bank - vor allem Dank Genosse Vater Staat - mehr oder weniger unbeschadet überstanden. Gerade die US-Giganten Goldman Sachs und JP Morgan konnten sogar wichtige Marktanteile gewinnen, da Konkurrenten untergegangen sind (bzw. wurden). Für iShares, der kürzlich von Barclays an BlackRock verkaufte ETF-Anbieter und ETF-Securities, droht nun Ungemach, der für die gesamte Elite der Fiat-Money-Player ein Waterloo bedeuten könnte - ein "Silver Swan Event" sozusagen. Die unter Wall-Street-Insidern viel beachtete Internetseite "Zerohedge.com" hat die veröffentlichten Bestände der Silber-ETFs der beiden genannten Anbieter unter die Lupe genommen und nach Ungereimtheiten abgesucht. So wurden beispielsweise beim Ishares Silver ETF 11,88% der Barren laut diesen öffentlichen Listen doppelt gezählt. Überprüft wurde dabei der Hersteller (die Marke) des Barrens, die Seriennummer und das Gewicht. Zerohedge hat die Bestandslisten nach folgenden Kriterien untersucht:

Internal Duplicate: A silver bar with identical serial number and
brand, listed two or more times within a single inventory list.

Interne Duplikate: Ein Silberbarren mit identischer Seriennummer und Marke, der zwei- oder mehrfach auf einer einzelnen Bestandsliste auftaucht.


Rough Internal Duplicate: A silver bar with an almost-identical
serial number (AB1024 vs 1024), yet identical brand and weight,
listed two or more times within a single inventory list.

Grobe intene Dupliakte: Ein Silberbarren mit fast identischer Seriennummer (AB1024 gegenüber 1024), aber gleicher Marke und gleichem Gewicht, der zwei- oder mehrfach auf einer einzelnen Bestandsliste auftaucht.

Perfect Internal Duplicate: A silver bar with identical serial number, weight, and brand listed two or more times within a single inventory list.

Perfekt interne Duplikate: Ein Silberbarren mit identischer Seriennummer, Gewicht und Marke, der zwei- oder mehrfach auf einer einzelnen Bestandsliste auftaucht.

Weight Duplicate: A silver bar with identical brand and weight listed two or more times on a single inventory list.

Gewichtsduplikate: Ein Silberbarren mit identischem Gewicht und Marke, der zwei- oder mehrfach auf einer einzelnen Bestandsliste auftaucht.

Cross Reference Duplicate: A silver bar with identical serial number and brand listed on two or more separate inventory lists.

Überkreuzduplikate: Ein Silberbarren mit identischer Seriennummer und Marke, der zwei- oder mehrfach auf verschiedenen Bestandslisten auftaucht.


Zerohedge faßt die Ergebnisse wie folgt zusammen:
"In ihrer Gesamtheit betrachtet, geben diese Anomalien Anlaß zur Sorge und wir schlagen vor, daß geeignetere Teams (Hallo SEC und CFTC? Anm. Bavaria4RP) weitere Untersuchungen anstellen, da sie den Preisfindungsmechanismus im Edelmetallmarkt beeinflussen, da diese ETF-Anteile für das Settlement und möglicherweise auch für eine manipulative Preisdrückung an der COMEX benutzt werden.
Wenn die Probleme durch Buchhaltungsfehler verursacht wurden, sind sie verstörend und vielleicht ein Zeichen tiefster Inkompetenz und wir schlagen vor, daß beide Fonds ihr leitendes Management auswechseln.
Unserer Ansicht nach sind die einzigen beiden Erklärungen dafür, daß diese Anomalien so gehäuft passieren, wie in unserer Untersuchung aufgezeigt, entweder systematischer Betrug oder grobe buchhalterische Fehler, die aus schreiender Inkompetenz resultieren."
Dies sind nicht die ersten Vorwürfe, die gegen die COMEX laut geworden sind. Die Konsequenzen sind unabsehbar. Der Preis für Silber könnte z.B. einstürzen, weil ETF-Anteile zurückgegeben werden, um dann in die Höhe zu schießen, wenn die tatsächliche Knappheit wieder den Preis bestimmt. Es wird spannend sein, die Reaktionen der Fondsgesellschaften und ihrer Konkurrenten zu beobachten. Wer weiß, zu welchen Adressen das Geflecht der Papier-Edelmetall-Big-Player führt, kann ferner erahnen, was eine Panik am Silber- und Goldmarkt für Konsequenzen an den Finanzmärkten haben könnte.
Wer sich die beanstandeten Listen selber ansehen will, sie sind hier verlinkt:

Donnerstag, 2. Juli 2009

EulenSPIEGEL über Silbermünzen: eine Gegendarstellung

Wir hatten gestern den SPIEGEL-Online-Artikel aufgegriffen, in dem behauptet wurde, man könne Silber-Philharmoniker über die deutsch-österreichische Grenze "schmuggeln", ohne diese deklarieren zu müssen, da der Nennwert pro Münze nur € 1,50 betrage (im Gegensatz zum Marktwert von etwa € 13). Damit bliebe man selbst mit 6.000 Münzen unter der Grenze von € 10.000, die man deklarieren muß. Zugegeben, die Geschichte klingt retrospektiv zu schön um wahr zu sein und ich hatte mich gewundert, daß sowas im Land des Rechtsprinzips "Im Zweifel für den Staat" möglich sein könnte. Aber wenn der SPIEGEL sowas schreibt...
Nun stellt sich heraus, daß die Nachricht eine groteske Ente gewesen sein dürfte, die kein gutes Licht auf die Recherchefähigkeit des SPIEGEL wirft (und auf mich, der ihm immer noch meint glauben zu dürfen...). Ein Telefonat mit einer ausgesprochen freundlichen Dame der Hotline des Zolls, die übrigens in Dresden ansässig ist, führte zwar nicht zu einer endgültigen Klärung, allerdings wird mit einer Pressemitteilung des Zolls gerechnet. Der Zoll scheint sich noch keine Gedanken über die Frage gemacht zu haben, ob eine Silbermünze, die in einem EU-Land gesetzliches Zahlungsmittel ist, ebenso zu behandeln ist wie ein kleiner Silber-Kerzenständer. Aber es gilt wohl, wie gesagt: im Zweifel für den Steuerstaat.
Die Problematik wird hier angerissen:


Was versteht man unter Bargeld und gleichgestellten Zahlungsmitteln, die auf Verlangen angezeigt werden müssen?
Anzeigepflichtig ist Bargeld in Form von Banknoten und Münzen, auch in ausländischen Währungen, soweit es gesetzliches Zahlungsmittel ist (z.B. Schweizer Franken). Dem Bargeld gleichgestellte anzeigepflichtige Zahlungsmittel sind Wertpapiere (z.B. Aktien, Schuldverschreibungen, Schecks, Zahlungsanweisungen, Wechsel und fällige Zinsscheine), Edelmetalle und Edelsteine.
Wie erfolgt die Berechnung des Schwellenwertes?
Bargeld in ausländischen Währungen wird zum jeweils gültigen Geldkurs in Euro umgerechnet. Bei gleichgestellten Zahlungsmitteln ist der aktuelle Wert (z.B. bei Gold der Börsenwert und Aktien der aktuelle Rücknahmekurs) zugrunde zu legen. Müssen die Beträge in Euro umgerechnet werden, wird der vorgenannte Geldkurs zugrunde gelegt.


Wir gehen daher davon aus, daß für den Zoll sehr wohl der Markt- und nicht der Nennwert relevant ist (ähnlich wie bei einer Aktie). Auch MMNEWS verurteilt die Presseberichte scharf:

Mittwoch, 1. Juli 2009

Kurioser Steuertrick: Silbermünzen im Grenzverkehr

Seit geraumer Zeit meldet die Münzanstalt in Österreich einen Nachfrageboom für ihre "Philharmoniker". Die Münzen mit einem Gewicht von einer Unze Silber haben einen Nennwert von € 1,50, während der Beschaffungspreis je nach aktuellem Silberpreis und Händleraufschlag bei rund € 13 liegt (inkl. MwSt. von 7%). Lt. "Spiegel Online" ist es möglich, Geld aus Österreich in Form von Silbermünzen zum Nennwert zu importieren und nicht deklarieren zu müssen:


"Wer von Österreich nach Deutschland reist, darf 10.000 Euro bei sich tragen, ohne dass er die Barschaft im Fall einer Kontrolle durch Zollfahnder deklarieren muss. Ergo kann jeder mehr als 6000 Philharmoniker-Münzen über die Grenze schaffen, ohne dass ihm sofort Steinbrücks Truppen ins Gehege kommen - mithin pro Einreise über 110.000 Euro aus seinen verborgenen Schätzen in Österreich heimholen."

Der 1-Unze-Gold-Philharmoniker hat übrigens einen Nennwert von € 100. Der Hebel ist zwar aktuell geringer, man spart aber auch noch die Mehrwertsteuer und vielleicht etwas Benzin (inkl. Steuer), weil man weniger Gewicht pro Euro-Einheit mitschleppen muß...
Die Geschichte erinnert an den Fall des US-amerikanischen Unternehmers, der seine Angestellten mit Gold-Eagles bezahlt hat, die einen Nennwert von $50 Dollar bei einem Marktwert von über $ 900 aufwiesen. Die Beteiligten wurden wegen Einkommenssteuerhinterziehung angeklagt - und freigesprochen

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Feuer mit Feuer löschen

Ich muß gestehen, daß ich den deflationären Sturzflug der letzten 3 Monaten nicht habe kommen sehen. Ich habe tatsächlich die Zentralbanken überschätzt. Bzw., ich hätte nicht gedacht, daß die es soweit kommen lassen, daß sogar die Geldmärkte einfrieren, selbst wenn sie "Deleveraging" - in der Realwirtschaft - zulassen. Ich hätte nicht gedacht, daß der finanzindustrielle Komplex so rücksichtslos und egoman agieren würde und daß die Politik in einer solchen Krise tatsächlich einzig und alleine dieser Lobby dienen würde. Die aktuelle Finanzpolitik der USA (und Europas, by the way) wird nur auf die Rettung des US-Konzern-Banksystems ausgerichtet, während die Realwirtschaft durch die Kreditklemme abgewürgt wird. US-Bürger verlieren gerade ihre Ersparnisse, während Finanzkonzern-Manager feiern. Erdölunternehmen drosseln unterdessen ihre Explorationsbemühungen, weil "der Markt" offenbar gerade einpreist, daß in Zukunft "US-Dollar" knapper als Barrel Erdöl sein werden, was schon mittelfristig eine absurde Vorstellung ist.
Die Rohstoffmärkte sind durch die Derivateblase völlig korrumpiert. Es wird inzwischen relativ offen darüber spekuliert, ob es bei den Edelmetallen Gold und Silber zu einem möglichen "Short-Squeeze" an den Terminbörsen (z.B. Comex) kommt, weil u.U. weniger Gold lieferbar ist, als verkauft wurde. Die Angst vor dem "counterparty risk", also das Risiko, daß die Gegenseite nicht liefern kann, treibt Akteure dazu, auf "physische Lieferung" ihrer Terminkontrakte zu drängen, anstatt sie weiterzurollen.


Hier ist ein schöner Kommentar zu Lage der Dinge:


Feuer mit Feuer löschen

Von Michael Mross
Mittwoch, 15. Oktober 2008
http://www.mmnews.de/index.php/200810151307/MM-News/Feuer-mit-Feuer-loschen.html

Bernanke macht auf Zuversicht. Alles unter Kontrolle? Oder alles außer Kontrolle?

Heute Abend in New York:Vor dem rennomierten Economic Club ein US-Notenbankpräsident, der in einem letzten verzweifelten Versuch den Finanzmärkten Mut einflößen will.
Die FED hätte alles unter Kontrolle und darüber hinaus sogar machtvolle Werkzeuge, um die Finanzkrise zu beenden. Auch die Regierung hätte Mittel, der Finanzkrise nicht nur zu begegnen, sondern sie zu lösen. Der Steuerzahler brauche sich nicht zu sorgen, weil er am Ende als Gewinner aus der Misere hervorgehen könne.

Alles nur Parolen?

Welches mögen denn die Mittel sein, mit denen die FED und die Regierung die Finanzkrise löst?Verfügen die USA über so hohe Barbestände, um notleidende Banken zu stützen? Hat die FED vielleicht irgendwo noch ein geheimes Sparschwein, in dem ein paar Billionen schlummern? Verfügt der amerikanische Verbraucher über eine so hohe Sparquote, um seine Kreditkartenschulden zu begleichen?

Wohl kaum.

Das Einzige, was der oberste Geldhüter der USA noch kann, ist Geld drucken.
Das Einzige, was der Regierung noch bleibt, ist Schulden machen.
Aber Dollar und Schulden gibt es schon genug.
Wieso spricht niemand die Wahrheit aus? Kann man eine Schuldenkrise lösen, in dem man noch mehr Schulden macht? Wohl kaum.
Das ist das gleiche, als ob man ein Feuer mit Feuer zu löschen suchte.
Das ist die ganze Wahrheit. Welches ist also das realistischere Szenario? Ein System, in dem es zu einem Schuldenexzess gekommen ist, wird zwangsläufig zusammenbrechen. Ein ganz normaler Vorgang, den man auf der Mikroebene jeden Tag erlebt.Würden Sie Ihrem total überschuldeten Nachbarn noch mal Geld leihen, weil Sie glauben, er wird’s schaffen? Oder, noch schlimmer: Würden Sie für Ihren total überschuldeten Nachbarn selber Schulden aufnehmen, und diese ihm dann bar herüber reichen?
Wohl kaum.
Und genau das ist die Realität in unserem Finanzsystem. Es kann nicht durch noch mehr Schulden gerettet werden. Denn gerade der Schuldenexzess hat zu dem Ergebnis geführt, welches wir jetzt erleben.

 
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