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Mittwoch, 29. Juni 2011

Anonymous will die FED verklagen

Das wird spannend. Anonymous ruft Experten zuhilfe, mit denen sie eine Klage nach dem Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act (RICO) gegen die FED anstreben wollen. "Odious Debt" ist übrigens ein Fachbegriff und kein Slogan (Wikipedia):

"Odious debts (englisch: verabscheuungswürdige Schulden, auch Diktatorenschulden) ist ein von Alexander Nahum Sack, russischer Minister und nach der Russischen Revolution Professor des Rechts in Paris, in den 1920er Jahren entwickelter völkerrechtlicher Begriff, der aber in seiner Gesamtheit bisher nicht in geltendes Völkerrecht eingegangen ist.

Nach der Theorie der odious debts gelten Staatsschulden als verabscheuungswürdig und illegitim und müssen daher nicht zurückgezahlt werden, wenn:

  1. diese ohne Zustimmung der Bevölkerung zustande gekommen sind, aufgrund des Fehlens einer durch demokratische Wahlen legitimierten Regierung,
  2. die Gelder zur Unterdrückung des Landes genutzt wurden und die damit bezahlten Leistungen den Menschen geschadet haben, und
  3. die Kreditgeber von beidem Kenntnis hatten oder bei zumutbarer Nachforschung hätten haben können.



Sonntag, 12. Juni 2011

Anonymous startet "Operation Empire State Rebellion"

Dienstag, den 14. Juni 2011 soll es losgehen:



Hier kann man auf Google-Map verfolgen, wo überall Aktionen stattfinden (die Europa-Karte ist derzeit noch leer): http://bit.ly/kajMWv

Ein paar Impressionen von einem Kurztrip nach Madrid deuten darauf hin, daß sich das bald ändern könnte. Ich habe zwar nicht wirklich verstanden, was die Besetzer der "Puerta del Sol" eigentlich vorhaben, aber auf Flyern dort wurden Filme wie "Money as Debt" ("Dineros es deuda") empfohlen. Einen anarchokapitalistischen Stand habe ich allerdings vergeblich gesucht.




Donnerstag, 24. März 2011

JP Morgan, Silber und die Finanzindustrie

Die folgenden Ausführungen stellen ausdrücklich keinerlei Anlageempfehlung dar. Ich bin zwar seit vielen Jahren "bullish" für Edelmetalle, aber nur weil ich zunehmend "bearish" bin auf "gesetzliche Zahlungsmittel" in den Händen von ein paar wenigen westlichen Giga-Banken im Verbund mit Regierungen und deren gemeinsame Fähigkeit langfristig (!!!) das Vertrauen in die Kaufkraft desselben aufrechtzuerhalten.
Ich bin außerdem nicht gerne "bullish" auf irgendetwas was "outperformt", wenn soziale Instabilität zunimmt, sondern sehe Edelmetalle daher eher als mögliche Versicherung an und wie bei Versicherungen üblich weiß ich nicht, ob der "Schadensfall" eintritt oder nicht und ich wünsche es mir auch nicht. Ich habe auch keinerlei Freude daran, wenn die folgenden Informationen als "Verkaufsargument" "eingesetzt" werden, darum geht es mir nicht.
Mir geht es als Finanzmarktprofi darum, daß mein Berufsstand besudelt ist und wird, wenn ich keine Unschuldsvermutung mehr gegenüber Kollegen und Geschäftspartnern im weiteren Sinne ("Profis wie ich") walten lassen kann. Wenn ich vernünftigerweise davon ausgehen muß , daß betrogen wird, wo betrogen werden kann, weil zB die jeweilige Aufsichtsbehörde entweder korrupt oder überfordert oder beides ist, dann arbeite ich in einem Umfeld, dem ich eigentlich nicht die langfristigen Lebensersparnisse meiner Mandanten ausssetzen möchte.
Als letzte Vorbemerkung möchte ich nur noch anfügen, daß ich persönlich ähnliche "Vorgänge" bei allen möglichen Wertpapierarten zuallermindest vermute, ich als möglicherweise vermeintlicher "Eigentümer" von Aktien- oder Rentenwerten den Edelmetallmarkt also diesbezüglich nicht belächeln würde und ich denke dabei nicht zuerst an Bernie Madoff oder obskure OTC-Derivate.

Nun zur Sache:

JP Morgan hat per Eilantrag die Einsetzung als "Licensed Depositories and Weightmasters for Silver and Gold" für die NYSE/COMEX durchgesetzt, ohne die übliche Überprüfung der Lokalitäten und offensichtlich in sehr kurzer Zeit.
Sie können sich also u.U. (!) jetzt selbst die physische Bedienung der (möglicherweise) eigenen Short-Terminkontrakte bestätigen:

http://seekingalpha.com/article/259549-will-jpmorgan-now-make-and-take-delivery-of-its-own-silver-shorts

"The process of being approved as a licensed vault or weigh-master/assayer for the NYMEX/COMEX futures exchange usually involves a careful security inspection of the vaults, a full report of that inspection, and a completely transparent package submitted to the U.S. Commodity Futures Exchange Commission (CFTC) for approval. This process will ordinarily consume considerably more than 45 days. Apparently, such correct and careful practices apply only to banks and independent storage facilities that are not J.P. Morgan Chase.

Some vault operators are more equal than others. JPM appears immune from processes that everyone else must suffer through. On March 15, 2011, the Commodity Exchange (COMEX) and the New York Mercantile Exchange (NYMEX) advised the CFTC that they had approved J.P. Morgan's application to become a licensed vault facility, using a "self-certification" process. The newly licensed vault, located at 1 Chase Manhattan Plaza, NY, NY, is ready to roll as both “weighmaster” and depository, for delivery of gold, silver, platinum and palladium contracts, as of March 17, 2011, two days later."

Und viel weiter unten:

"Until now, JP Morgan did not have a NYMEX/COMEX vault license. They had to send silver, for example, to HSBC, Brinks, Scotia Mocatta and/or the Delaware Depository in order to "deliver" it on COMEX. Those vaults have been NYMEX/COMEX licensed for a very long time. But now J.P. Morgan has its own vault license, and the manner in which it seems to have obtained it, is troubling. The bank can now, potentially, deliver short obligations to itself. Yes, you read that correctly. The bank itself, if it still holds short silver positions, and/or the hedge funds/related financial institutions who may have taken over the positions, can now deliver the alleged metal to J.P. Morgan's own vault."


Am 5. März schrieb Ted Butler bereits über die Zuspitzung am Silbermarkt, das "Marktumfeld" kann also als "angespannt" bezeichnet werden und Silber notierte heute in USD auf 30-Jahres-Hoch (und ja, wie vor 30 Jahren kann man es nicht essen und es "wirft keine Erträge" ab):

http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=15643

Selbstverständlich "weiß" ich nicht, ob es nicht wieder irgendeine möglicherweise legitime Erklärung für dieses Vorgehen gibt und ob der Artikel nicht nur wieder eine "Verschwörungstheorie" ist. Möglicherweise kracht Silber auch demnächst ein, weil gehebelte Spieler nicht mit diesem "Schachzug" vom neuen "Weightmaster" JP Morgan gerechnet haben.
Ich weiß nur, daß Silber sehr viel teurer sein wird, wenn diese "Verschwörungstheorie" über kriminelle Mechanismen am New Yorker und Londoner Silbermarkt je von "der Allgemeinheit" als "Tatsache" betrachtet werden sollte. Das Vertrauen in meine Industrie wird hingegen dann noch geringer sein.
Falls irgenjemand meine Bedenken wohlbegründet beseitigen können sollte, wäre ich sehr dankbar, ich bin weder internationaler Jurist noch ein Experte für Warenterminbörsen.


Disclaimer: Bin persönlich nicht so "long Silver", daß es mich dafür entschädigen würde, wenn sich wieder ein weiterer Abgrund an Lug und Trug in meiner Branche auftun würde, ich will nur nicht ganz ohne Schmerzensgeld dastehen, wenn "die Banken" mal wieder denselben jahrhundertealten Trick durchziehen.

PS:
Wir dürfen uns nicht wundern, wenn "Anonymous" seine Aufmerksamkeit nach Scientology nun auf die FED und die New Yorker Börse zuwendet:

Montag, 14. März 2011

'Anonymous' Targets Wall Street with 'Operation Icarus'



Ebenfalls sehr sehenswert, der Kommentar bei Bloomberg TV (Einbetten leider deaktiviert):
Businessweek's Stone on Hacker-Activists `Anonymous'

Sonntag, 13. März 2011

"Anonymous" startet "Operation Empire State Rebellion"



Karl Denninger und Zerohedge dazu:

http://market-ticker.org/akcs-www?singlepost=2457793
http://www.zerohedge.com/article/hacker-group-anonymous-brings-peaceful-revolution-america-will-engage-civil-disobedience-unt

Update:

Anonymous könnte gerade ernsthaft versuchen, das von Anonymous so wahrgenommene Herz eines als imperialistisch-unterdrückerisch empfundenen Globalfinanzkapitalismus anzugreifen, die New York Stock Exchange:

Operation Icarus: Will Anonymous shut down the NYSE (New York Stock Exchange)?

Wer sich noch nie mit Anonymous beschäftigt hat, sollte sich vielleicht diesen kurzen Bericht von Arte-TV ansehen:

http://www.youtube.com/watch?v=ywf9q8Oqb5c


Anonymous sollte man besser nicht unterschätzen, die US-Internetsicherheitsfirma HBGary kann ein Lied davon singen (wie Oliver auch schon berichtet hat):

Hacker vs. Hacker



"Anonymous has had a busy winter. The group, which appears to be less a formal organization than a loose coalition of tech-savvy radicals, attacked government websites in Egypt and Tunisia. It launched denial-of-service attacks on Amazon.com (AMZN), PayPal, MasterCard, and Visa (V) after those companies declined to do business with WikiLeaks. Barrett Brown, an unofficial spokesman for the group, says its goal is "a perpetual revolution across the world that goes on until governments are basically overwhelmed and results in a freer system."

...

On Feb. 4, a Friday, Barr bragged to the Financial Times about his upcoming talk and claimed he had obtained the identities of the group's de facto leaders. Bad idea. As Stephen Colbert summed it up, lampooning the HBGary affair on his TV show, "Anonymous is a hornet's nest. And Barr said, 'I'm gonna stick my penis in that thing.' "

...

That's roughly what happened next to Barr, Hoglund, and HBGary. Responding to Barr's public claims, the Anonymous hackers exploited a vulnerability in the software that ran HBGary Federal's website, obtained an encrypted list of the company's user names and passwords, and decoded them. Barr and some of his colleagues, Anonymous then discovered, had committed computer security's biggest sin: They used the same password on multiple accounts. The hackers commandeered Barr's Twitter and LinkedIn accounts, lacing both with obscenities. One of the passwords also opened the company's corporate Google account. Jackpot. In less than 48 hours after Barr's Financial Times interview appeared, the hackers had the keys to the kingdom.


 
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