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Donnerstag, 2. Februar 2012

Französische Banken laden frische MR2-Bonds bei EZB ab

Neue Regelungen für Anleihen, die die EZB als Kreditsicherheit von europäischen Geschäftsbanken akzeptiert, haben mit Wirkung Januar 2012 zu einer Explosion von hinterlegbaren Bonds bei französischen Kreditinstituten geführt:




Frenchbankcollateral




Diese Anleihen müssen nicht an öffentlichen regulierten Märkten handelbar sein, sie müssen keinen Verkaufsprospekt haben, ja sie können sogar nur von den Banken an sich selbst emittiert werden, wie FT Alphaville treffend zusammenfaßt:


"It’s part of a few “technical” changes to the European Central Bank’s rules for accepting European bank assets as collateral. They were quietly slipped out late in September. December’s moves to massively expand the list of collateral (to avert a collapse of secured interbank lending — effectively by substituting the ECB) grabbed all the limelight. Even so, we said the ECB’s decision in September to accept unlisted bank bonds — i.e., bonds that the banks could have issued purely to themselves solely in order to pledge them as collateral for central bank funding — was “potentially very significant”.

"But as James also found out — many of the bonds are not listed on public markets. They carry no prospectus, etc. "

http://ftalphaville.ft.com/blog/2012/01/10/825031/unlisted-in-euroland/

Unklar bleibt allerdings, welches Euro-Nominalvolumen der Anleihenbestand hat, da FT Alphaville nur von Stückzahlen spricht.

In Pariser Finanzkreisen reibt man sich vermutlich die Hände und freut sich über den neuentdeckten Bestand an "MR2"-Bonds (gesprochen: M R Döh) ...

Freitag, 2. Dezember 2011

Euro-Krise, "coole" Deutsche und Statistik

Der SPIEGEL rätselt über die "Die rätselhaft coolen Deutschen". Offenbar bereitet die Euro-Krise den Deutschen relativ wenig Sorgen. Mein spontaner Gedanke dazu war, dass es eben doch noch etwas anderes ist, wenn man "im Notfall" mit der D-Mark aufwacht, anstatt mit Lire oder Drachme. Der SPIEGEL behauptet allerdings: "Der Euro wackelt - aber Sehnsucht nach der D-Mark gibt es nicht". Gespannt auf die Untermauerung dieser gewagt apodiktisch formulierten These fand ich folgenden Beleg des Autors:


"Die meisten Menschen hätten erkannt, dass der Euro gerade für ein Exportland wie Deutschland in einer globalisierten Welt die "bessere Lösung" sei, sagt Emnid-Chef Schöppner. Aktuelle Umfragen zeigen, dass es keine Mark-Mehrheit in der Bevölkerung gibt. So sprach sich vor wenigen Wochen im ARD-Deutschlandtrend nur eine Minderheit von 46 Prozent dafür aus, "die Bundesrepublik hätte besser die D-Mark behalten sollen".
Die Mehrheit von 50 Prozent war anderer Ansicht. In einer Emnid-Befragung von Ende September gab es zwar eine relative Mehrheit für die Rückkehr zur D-Mark, aber keine absolute. 50 Prozent sprachen sich dafür, 48 Prozent dagegen aus. Demoskop Güllner erinnert daran, dass der Euro bei den Deutschen nie besonders beliebt gewesen sei. "Aber der Euro treibt sie eben auch nicht um, nicht einmal in der Krise."


Es ist wirklich drollig, wie der Autor auf biegen und brechen die Statistik so interpretieren will, dass die Zahl der DM-Befürworter quasi inexistent sei, obwohl das Verhältnis grob 50%-50% beträgt. By the way, was ich an "Demokraten" so liebe ist die Bedenkenlosigkeit, mit der sich über den Willen von sagen wir 49 von 100 Menschen hinwegsetzt wird, nur weil diese Individuen nun auf einmal eben Teil einer anonymen Masse namens "absolute Minderheit" sind...

Donnerstag, 24. November 2011

Podiumsdiskussion zur Eurokrise München

Die Partei der Vernunft lädt ein zur Podiumsdiskussion zum Thema Eurokrise.Rettet Europa! Raus aus dem EURO!
Wir wollen Zusammen mit Ihnen über die sogenannten Euro-„Rettungen“ und Alternativen zur scheinbaren Alternativlosigkeit der kompletten Verarmung Deutschlands via Euro debattieren.


Wann: Do, 24. November, ab 18:00Uhr
Wo: Gaststätte "
Zur Freundschaft" Wieskirchstraße 2, 81539 München
Anmeldung: anmeldung@pdv-bayern.de
Livestream: parteidervernunft.de/live


Donnerstag, 10. November 2011

Das Vexierbild des Dauerpatienten Euro und all der andere Jazz

Großartige Sammlung von erstklassigen Kurz-Interviews mit Leuten, die wissen wovon sie reden. Ich habe das Phänomen der absoluten Verwirrung auch von "Experten" rund um die Themen "Hyperinflation" und "Hyperdeflation" mal als "Hyperkonfusion" bezeichnet:



"Selbst unter absoluten Experten herrscht schon auf der Definitionsebene (!) eine heillose Konfusion. Nicht nur, daß keine kollektive Lösung in Sicht ist, wir wissen kollektiv noch nicht einmal worüber wir überhaupt streiten, weil wir keine eindeutige Definition von "Geld" mehr haben (ohne Zusätze wie Kredit-, Bar-, Zentralbank-, M1-, M2-, M3- etc.), außer dem Befehl, daß die Regierungsnoten "Geld" zu sein haben."




Aber nun zu Lars Schall und seine Interviewpartnern mit herzlichem Dank an alle Beteiligten für die klaren ehrlichen Worte:

Am Rande der Internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse, die letztes Wochenende in München stattfand, führte ich mit ein paar kritisch-aufgeweckten Zeitgenossen einige Gespräche, die den Leser auf eine halbwegs intelligente Tour d’horizon mitzunehmen gedenken.Von Lars Schall


"Frank Doll, leitender Redakteur bei der “Wirtschaftswoche“;
Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank und Autor des Buches “Endlich Klartext!“, Finanzbuch Verlag, 2008;
Herbert Wüstefeld, Zertifikate-Spezialist bei der Royal Bank of Scotland in Frankfurt am Main;
Dimitri Speck, Partner bei Staedel Hanseatic, Herausgeber der Website Seasonal Charts, und Autor des Buches “Geheime Goldpolitik“, Finanzbuch Verlag, 2010;
Peter Boehringer, Vorstand der Deutschen Edelmetall Gesellschaft, Vermögensberater und Blogger auf Goldseiten.de;
Toni Straka, Herausgeber der Website The Prudent Investor Blog;
“Der Düsseldorfer“, Partner von Frank Meyer bei der “Metallwoche“ auf der Website Rott&Meyer;
Ronald Stöferle, Rohstoffanalyst der Erste Group zu Vienna.






http://www.larsschall.com/2011/11/09/das-vexierbild-des-dauerpatienten-euro-und-all-der-andere-jazz/



And now to something completely different:




Mittwoch, 9. November 2011

Jim Rickards on Currency Wars

Rickards ist offenbar ein Euro-Bulle (zumindest versus den US-Dollar). Deleveraging führt zu einer Stärke der "Papiergeldwährung" (siehe zB den YEN), insofern kann das schon sein. Aufgrund der Instabilität des Bankensystems kann Gold trotzdem relative Stärke zeigen, ganz ohne Verbraucherpreisteuerung (gemeinhin falsch als "Inflation" bezeichnet).

Dienstag, 8. November 2011

Gold für die Euro-Rettung?

Die Frage, ob das Gold der deutschen Bundesbank für die Rettung des Euro und der Großbanken herhalten müsse beschäftigt weiter Politik und Medien. In der Frankfurter Rundschau kommt ein Herr Sylvain Broyer, Volkswirt der Investment Natixis wie folgt zu Wort:


"Wenn es hart auf hart kommen würde, käme Deutschland im Ernstfall gar nicht darum herum, seine Reserven anzutasten. „De facto bürgt Deutschland bereits mit seinen Goldreserven für die Staatsschulden der Euro-Partner“, sagt Sylvain Broyer, Volkswirt der französischen Investmentbank Natixis. „Wenn der europäische Rettungsfonds EFSF Geld aufbringen müsste, um die Pleite eines Euromitgliedstaats zu verhindern, muss Deutschland seinen Anteil dafür aufbringen – und das geht nur durch den Verkauf von Vermögenswerten oder durch die Aufnahme neuer Schulden.“ Wegen der Schuldenbremse, aber auch um sein Rating nicht aufs Spiel zu setzen, kann Deutschland in seinen Augen die Goldreserven nicht unantastbar machen.
„Die alleinige Verfügungsgewalt der Bundesbank über die Goldreserven ist ein Unikum“, sagt Broyer. Üblich sei, dass die Regierungen über den Verkauf der Goldreserven entschieden. Wenn künftig eine europäische politische Union geschaffen werde, entbehre es jeder Logik, dass das Bundesbank-Gold nur deutsche Steuerzahler schütze, findet Broyer."


Ich schlage vor, wir vergessen das mit der "politischen Union" ganz schnell wieder, dann entbehrt es nämlich wieder jeder Logik, daß die deutschen Goldreserven für die Rettung ausländischer Staatshaushalte herhalten sollen.

Dienstag, 13. September 2011

 
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