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Samstag, 25. Februar 2012

Griechenland wählt im April 2012; oder etwa doch nicht?

Griechenland wählt im April 2012. Na klar, dass weiss doch jeder - steht ja auch überall in den Zeitungen.

Zur Zeit ist noch der nichtgewählte Loukas Papadimos Premierminister und Chef der griechischen Übergangsregierung. Der von IWF, EU und EZB in's Amt gehievte Papadimos ist zweifellos der Liebling der EU-Eliten.

Schade für die EU, dass alle Umfragen vorhersagen, dass Papadimos die Wahlen im April verlieren wird. Schliesslich weiss niemand, ob die neu gewählte Regierung genauso EU-hörig sein wird.

Toll für die EU-Eliten wäre es dagegen, wenn die griechischen Wahlen erst später stattfinden würden. Zum Beispiel erst 2013. Am Besten zeitgleich oder kurz nach der deutschen Bundestagswahl, die im September oder Oktober 2013 stattfinden wird.

Nun: auf der Website des Deutschen Bundestag ist dieses kleine Wunder schon passiert:

http://www.bundestag.de/bundestag/wahlen/wahltermine_eu/index.html


"Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie verboten."

(Kurt Tucholsky zugeschrieben)

Dienstag, 1. November 2011

Griechenland 200%

Am 12. September rentierten die 1-jährigen griechischen Staatsanleihen erstmals über 100%. Und ich wagte die Prognose, dass Griechenland Ende September wohl kaum noch Mitglied im "feinen" Euroclub sein dürfte. Tja, da war ich wohl etwas voreilig:

Heute wurden erstmals die 200% überschritten und die Griechen zahlen immer noch mit Euro.


Das bedeutet, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit für einen totalen Zahlungsausfall griechischer Staatsanleihen auf Jahressicht größer als 66% einschätzt.

Und eine Prognose zum weiteren Verlauf gebe ich diesmal nicht mehr ab, da kann man sich nur blamieren...

Montag, 12. September 2011

Hier gibts alles

Heute ist echt ein Tag, an dem man das eine oder andere aus dem Auge verlieren kann.

1. Atom:
In Frankreich kam es zu einem Unfall in einer Nuklearen Aufbereitungsanlage.
Diverse Japanische Politiker möchten nicht, das die Bürger mit "billigen" 600$ Geigerzählern rumlaufen und Strahlenmessungen vornehmen, weil diese Geräte zu ungenau sind. Es stimmt das diese 600$ Geräte ungenau sind, und die Messwerte nicht mit denen Vergleichbar sind die 10 000$ Kosten. Jedoch kann man damit eben doch schon feststellen ob da jetzt viel oder wenig Radioaktivität ist, und wies mit dem Grenzwerten so ungefähr aussieht.
In diversen Örtlichkeiten Japans, auch in Tokio, wurde Jod 131 wieder gefunden. Jod 131 hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen und ist somit ein recht Kurzlebiges Spaltprodukt. Das auffinden von Jod 131 legt nahe das irgendwo eine Kritische Reaktion wieder begonnen hat, Fukushima?
Diverse Gerüchte sind Zirkulation, das aus einem oder mehreren Reaktoren in Fukushima der geschmolzene Kernbrennstoff sich jetzt durch die Betonhülle teilweise durchgefressen hat, und das Zeug Richtung Grundwasser unterwegs ist. ( Was möglicherweise der Grund für das wiederauftreten von Jod 131 ist ). Leider sind die Links zu den Gerüchten zur Zeit offline, ich werde sie Nachreichen.

2: Griechenland whoops 69% auf 2Jährige


3: Italien
Was Silvio braucht wieder Kohle für Bunga Bunga?

4: Österreich-Ungarn
Ungarns Regierungschef Orban will den Wechselkurs des Franken zum Forint willkürlich festlegen - Das wäre für die Österreichischen Banken die Hypo-Darlehn an Ungarn in CHF ausgegeben haben ein Haircut zum jetzigen Kurs in Höhe von 25%

5. Libyen
ef-Magazin : Libyen, die andere Sicht - Interessant!
Spiegel: Kämpfe in Libyen ... blah blah, angeblich sind zwischen 60-70% des Landes wieder oder noch unter Kontrolle der Gadaffi-treuen. ( natürlich bösartiges Verschwörergerücht )
Alternative (VT)-Infoquelle über Libyen
#1 Hinter der Fichte
#2 Lybia SOS
#3 Lybia 360

6. Venezuela:
Umschichtung der Staats-Reserven von hier nach da.

7. Deutschland
Themenschwerpunkt Ludwig Poullain :
Querschüsse, Handelsblatt, und was aus der Historienkiste ( 2004) bei der FAZ

Griechenland 100%

Heute wird die einjährige Staatsanleihe Griechenlands erstmals mit über 100% Rendite gehandelt:


Das bedeutet, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit für einen totalen Zahlungsausfall griechischer Staatsanleihen auf Jahressicht mit mehr als 50% einschätzt.

Wohlgemerkt: nicht Haircut sondern totaler Zahlungsausfall!

Lange kann das so natürlich nicht mehr weitergehen, soviel ist klar.

Ich gebe zwar nur ungern Prognosen ab, aber ich halte es für höchst unwahrscheinlich, dass Griechenland Ende dieses Monats noch Mitglied im Euroclub ist.
Das war's jetzt wohl endgültig. Wäre eh das Beste, was den Griechen passieren kann.

Freitag, 24. Juni 2011

Neues zu Griechenland - Simablog.eu

Auch der Blogger egghat ("Die wunderbare Welt der Wirtschaft") hat Jon Stewarts Auftritt über Griechenland verlinkt und kritisiert: "OK, die Zahlen sind auch alle so falsch wie in der Bild-Propaganda, für die die Journalisten auch seltsamerweise noch einen Preis für Wirtschaftsjournalismus bekommen haben", womit er vermutlich die Zahlen zum griechischen Rentenalter meint.
Ich muß gestehen, daß ich vor allem darauf gewartet habe, ob Jon Stewart die US-Geldmarktfonds erwähnt, da es ein komödiantisches Sahnehäubchen auf seine Show gewesen wäre, seinem amerikanischem Publikum zu erklären, daß ihre Money Market Funds in Kurzläufer der ach-so komischen europäischen Banken stecken.
Ich möchte an dieser Stelle betonen, daß mir das dümmliche kollektivistische "Griechen-Bashing" zuwider ist, auch wenn ich einem Jon Stewart (anders als der BILD) eine gewisse Narrenfreiheit einräume.
Daher möchte ich auf einen neuen Blog zum Thema hinweisen: http://www.simablog.eu/

"Was ist Simablog?

"Sima" ist die Abkürzung von silent majority, der schweigenden Mehrheit. Wir haben diesen Titel gewählt, da wir aus vielen Gesprächen sicher sind, dass Politiker und Massenmedien weit weg sind von dem, was die Menschen in Griechenland und Deutschland wollen und brauchen.

"Wir" sind eine Reihe von

- Deutschen, die in Griechenland leben

- Griechen, die in Deutschland leben

- Deutschen, die in Deutschland leben und viel Kontakt nach Griechenland haben

- Griechen, die in Griechenland leben und viel Kontakt nach Deutschland haben

Wir alle sehen mit Sorge, dass in den Massenmedien immer wieder der Versuch gemacht wird, "die Griechen" seien an den Problemen der anderen Länder schuld, oder "die Deutschen" an der Krise Griechenlands. Mit solchen Vereinfachungen emotionalisieren Politiker die Menschen, um Stimmen zu gewinnen - und um von den wahren Ursachen der Krise abzulenken. Sie säen damit aber Zwietracht zwischen den Menschen beider Länder.

(weiter unter http://www.simablog.eu/deutsch/)

Hochinteressanter Appetithappen:

Erdöl und Erdgas: Geht's ins Griechenland um etwas ganz anderes?


Dienstag, 7. Juni 2011

Griechenland-Debatte in der WELT

Die "Welt" hat folgenden Artikel veröffentlicht: Griechenland ist wie ein ungezogenes Balg.

Ein guter Kommentar eines in Griechenland lebenden Deutschen wurde leider gelöscht, weswegen er ins "Gelbe Forum" gestellt wurde. Ich finde ihn so gut, daß ich ihn auch hier reinstelle:

"Griechenland ist vor allem ein Feigenblatt, um die massive Steuersubvention der deutschen und französischen Banken zu Lasten der Steuerzahler zu kaschieren

Und leider ziehen die meisten Medien in Deutschland mit. Um es kurz zusammenzufassen:

- die Banken verliehen mit staatlichen Garantien (also auf Kosten der Steuerzahler) Gelder an ein Land, das sich diese Kredite eigentlich überhaupt nicht leisten konnte. Probieren Sie vergleichbares mal bei der Bank - sie werden kein Geld bekommen.

- Griechenland bekam auch den Euro. Von einem Tag auf den nächsten kostete zB die Limo im Restaurant statt umgerechnet zu Drachmezeiten 40 Cent mindestens zwei Euro. Die Gehälter der Griechen wurden aber exakt umgestellt, also fand faktisch ein massiver Kaufkraftschwund statt

- wer von den Normalbürgern privaten Konsum hatte, bekam den jetzt durch Kredite. Für diese musste man gar nicht erst zur Bank betteln gehen: Die wurden den Leuten am Telefon aggressiv aufgeschwatzt.

Und was passierte mit den Staatskrediten? Mit denen wurden vor allem Straßen, Flughäfen und Hafenanlagen gebaut, u.a. - sehr gern von deutschen und französischen Konzernen. Die staatlich garantierten Kredite flossen also abzüglich einiger lokaler Löhne und Bestechungsgelder weitgehend in die Taschen der deutschen und französischen Konzerne zurück. Und nun müssen die Kredite der Banken gerettet werden, wieder mal auf Kosten der Steuerzahler, nicht auf die der Konzerne.

Tja, und die Bürger, die laut Bild eine Party nach der nächste und Fettlebe haben? Ausreißer im Lohnniveau gibt es in in Gr wie in D - aber hier wurden die Gehälter im öffentlichen Dienst mal eben um 30 Prozent gekürzt. Gleichzeitig wurden direkte und indirekte Steuern massiv erhöht, der Benzinpreis hat sich in zwei Jahren fast verdoppelt. Lidl ist aber trotzdem rund 15-20 Prozent teurer als in Deutschland, die einheimischen Supermärkte langen oft noch mehr hin. Die Durchschnittsrente liegt bei 600 Euro.

Ich lebe seit einiger Zeit in Griechenland und bekomme es in der Nachbarschaft direkt mit: Die Banken rufen jetzt wieder an, aber jetzt geht es darum, ob die verschuldeten Normalbürger noch 20 Euro vom Giro bekommen oder nicht. Wer rausfällt durch die täglich irgendwo einschlagenden Job-Kündigungen: Ein kleines Arbeitslosengeld für sechs Monate, das war's. Hartz IV o.ä. gibt es hier nicht, nur Familie, die evtl. helfen kann.

Die Restaurants haben hier im letzten Winter genau so eines nach dem anderen zugemacht wie die vielen kleinen Läden. Das Land wird nicht in eine Rezession, sondern in eine tiefe Depression gespart.

Wenn dann morgen am Sonntag wie von einigen erwartet eine Million Menschen in Athen auf die Straße gehen, dann entspräche das über 8 Prozent der griechischen Bevölkerung. Auf Deutschland umgerechnet wären das 6,4 Millionen der Bürger. Die stehen da nicht, weil das Souflaki im Restaurant kalt war. Die können nicht mehr anders."

Dienstag, 31. Mai 2011

Mehr zu Papandreou und den Griechen-CDS

Nach weiterer Recherche bin ich derzeit geneigt zu glauben, daß der Verkauf der CDS durch Hellenic Postbank an IJ Partners auf politischen Druck erfolgte. Die Bank wurde ja damals schwer dafür kritisiert, daß sie sich gegen einen möglichen Zahlungsausfall Griechenlands absichert, bzw., in der Diktion der Medien "auf die eigene Pleite" wettete. Vor allem ist mir die Verbindung zu Papandreou bislang etwas zu dürr (nur weil "man sich kennt", überweist man sich nicht Milliarden Euro). Warum IJ Partners überhaupt diesen Deal eingegangen ist, verstehe ich aber nicht. Es paßt nicht ganz zur Selbstdarstellung. Ich würde einen CDS-Deal nicht pauschal als Wette bezeichnen (der Wett-Charakter steckt wenn überhaupt nicht im CDS, sondern in Kopf und Bauch dessen, der ihn eingeht, also in der Motivlage), aber ein "Investment" ist es auch nicht gerade. IJP betont gerne, daß sie nur "investieren" und nicht "spekulieren, siehe das ARTE-Interview mit deren Gründer Theodore Margellos: http://videos.arte.tv/de/videos/interview_mit_theodore_margellos-3580384.html.
Im März 2010 soll IJP zudem "long" in Staatsanleihen gegangen sein. Margellos damals: "

“While we understand extremely well the Greek problems and the difficulty to overcome them, we are nevertheless buying Greek bonds because at current levels, we find great value.”

Das ist natürlich, wie wir heute wissen, gehörig in die Hose gegangen, aber wir wissen ja nun auch, daß IJ abgesichert war...


Montag, 30. Mai 2011

Hat sich Papandreou persönlich an einem CDS-Deal bereichert?

In Griechenland werden dem Ministerpräsidenten Papandreou extrem schwere Vorwürfe gemacht: Accusations of Treason in the Greek Parliament. "GPAP", wie der US-Finanz-Blog Zerohedge ihn zu nennen pflegt, soll sich über ein schweizer "Family-Office" namens IJ Partners (Informed Judgement) an einem Deal mit Kreditausfallversicherungen in 2009 bereichert haben. Die Firma hat lustigerweise den "Vater des Euro" Robert Mundell im "Advisory Board". Reality is even stranger than fiction.

"Implicit in these most recent and quite damming accusations therefore, is that the Prime Minister not only arranged for, facilitated and possibly forced the sale of a national asset (the 1.3 billion in CDS that would turn into 27 billion – a roughly 2,700% gain) to a private firm that he or members of his family had a personal stake in, but that he also did so during a period where he knew that the value of this asset would rise substantially. In fact, his own words and actions had the potential to positively affect the outcome."


Sonntag, 9. Mai 2010

Isch abe garkainä Euros!

Gut, daß Griechenland ja so unbedeutend ist und alles daher kein Problem darstellt...Blöd, daß Italia isse Ecke größer und musse viele Obligazioni refinanzierä. Grazie SPIEGEL per le immagini! Isse Tasche läär!



Disclaimer:
Als Viertelitaliener darf ich mir blöde Sprüche erlauben. Viele Grüße an die Verwandschaft in Genua! Die sehen das eh alles viel lockerer als wir Tedeschi...Die wissen schließlich nicht erst seit Freitag, was "sterline d`oro" sind.

Freitag, 30. April 2010

Griechenland - Katastrophe oder historische Chance?

Gastbeitrag von H.-W. Graf:

Griechenland - Katastrophe oder historische Chance?

Über die wirtschafts- und finanzpolitische Misere Griechenlands, deren Hintergründe - mentalitäts- und soziopolitisch basierte Traditionen ebenso wie zweckdienliche Ignoranz der übrigen EU-"Partner" - und mögliche Auswirkungen wird seit Wochen diskutiert. Jeder Lösungsansatz findet Befürworter und Gegner - fachkundige wie völlig dilletantische, opportunistische und radikale. Egal, welcher Weg beschritten wird, es drohen soziale Unruhen, Folgewirkungen auf weitere EU-Länder - früher oder später auch die stärksten - bis hin zum Staatsbankrott und unaufhaltsam der Niedergang des EURO (worin fröhliche Naturen prima Exportchancen sehen).
Sämtlichen Vorschlägen gemein ist hierbei das verbissene, engstirnige Verharren in systemischen Zwängen und Vorstellungen. Dabei böte sich Griechenland - zweieinhalb Jahrtausende, nachdem Athen der Welt den Archetyp der Demokratie geschenkt hat - eine historische Chance; dazu jedoch gelte es, völlig verfahrene Denkgleise zu verlassen, von systemischem in schematisches Denken überzuwechseln.
Lassen Sie uns - hierzu bedarf es wenig Phantasie - konstatieren:
Der Staatsgedanke in seiner bislang gültigen und von gewissen "Eliten" propagierten und verbissen verteidigten Form ist definitiv am Ende, weil ausgezehrt, nicht reformierbar und lernunfähig; er ist zu einem nicht mehr finanzierbaren Dauerreperaturbetrieb verkommen.

Statt die Griechen der Mißwirtschaft, opportunistischer "Fakelaki"-Mentalität und antieuropäischer Lebensführung zu zeihen, sollten wir es mal mit einer völlig anderen Sichtweise probieren: Wie kaum ein anderes Volk lieben die Griechen ihre natürliche Unabhängigkeit. Sie umgehen in nachbarschaftlichem DenkFühlHandeln und obrigkeitsaverser Autonomie geschickt alles, was sich ihnen in staatsautoritärer Weise in den Weg stellt. Sie haben schlichtweg satt, etatistisch programmiert und bürokratisch gegängelt zu werden - ehedem von Athen, nun zunehmend von Brüssel, Luxemburg und Straßburg. Im Gegensatz zu Deutschen, Österreichern, Niederländern und Nordeuropäern (nicht unähnlich hingegen Süditalienern, Spaniern und Portugiesen!) lehnen die Griechen omnipräsente staatliche Gouvernance ab; sie wollen ihr Leben in frei gewählter Akkordanz mit Freunden und Nachbarn, bitteschön, selbst gestalten. Daß sie dabei - kreativ, mitunter gar schlitzohrig - immer wieder Mittel und Wege suchen und finden, systemische Barrieren zu umgehen, kann ihnen, bei Verzicht auf teutonische Staatsgläubigkeit und scheinheilige Polit-Rhetorik, niemand verargen.

Wer je mit Griechen zu tun hatte, kennt sie als hilfsbereit, großzügig und gastfreundlich, ein wenig verspielt und herzlich (na gut, nicht immer pünktlich).

Lassen Sie mal folgendes Gedankenexperiment zu - ohne gleich nach dem Arzt oder Geheimdiensten zu rufen:

Wie wäre es, wenn Griechenland seine staatliche Entität auflöste und sich kommunal/regional völlig neu aufstellte? Dies könnte in folgender Weise geschehen:
  • Städte und Gemeinden erklären ihre Autonomie - mit allen Konsequenzen
    (sh.: http://www.d-perspektive.de/konzepte/demokratie-und-recht.html);
  • sie treten damit in freie Konkurrenz zu- und miteinander;
  • sie beschließen autark und autonom über einene eige Steuer-, Finanz-, Rechts- und Verwaltungsordnung, aber auch über transkommunale Zusammenschlüsse jedweder Art;
  • sie wählen - real-demokratisch - wirkliche Fachleute(!) als Entscheider, statt sich parteipolitisch vergewaltigen zu lassen;
  • alle bislang öffentlich-(un)rechtlichen Besitztümer gehen in den Aerar und die Pflegschaft der jeweiligen Gemeinde/Stadt über - sofern diese daran Interesse hat und gegen eine Ablösegebühr, die in einen 'Griechenland- Abwicklungsfonds' fließt, aus dem - unter Aufsicht eines internationalen Fachgremiums - die bisherigen Schulden Griechenlands beglichen werden;
  • wer sich wo niederläßt - Private wie Konzerne/Unternehmen/Institute, etc -, entscheiden die Kommunen (auch darüber, zu welchen Bedingungen und unter welchen Voraussetzungen);


Erscheint Ihnen dies als Utopie oder Illusion? Nun, ersteres wäre gut, denn eine Utopie (griech.: u-topoin; u-topos) ist keine Spinnerei, sondern etwas bisher eben noch nicht in der Üblichkeit Gesehenes/Verstandenes, wohingegen eine Illusion eine Vorspiegelung, etwas Irreales beschreibt - das Handwerkszeug derer, die uns heutzutage das Märchen von 'Demokratie' und 'Sozialstaatlichkeit' vorgaukeln.

Daß dies das Ende staatlicher Allmacht und parteipolitischer "Adels"herrschaft wäre, ist offensichtlich, und umso vehementer werden dies diejenigen zu verhindern trachten, die - in Griechenland wie anderswo - von der bisherigen Systemik glänzend profitieren, ohne die geringsten Skrupel, klandestin-korrupt und zumeist ohne die geringste Qualifikation.

2.500 Jahren nach Herakleitos, Solon und Perikles wäre es wiederum Griechenland, das der Menschheit aus einer existenziellen Problematik heraushülfe - jenseits festgefahrener Ideologien, Illusionen und systemischem Denken!
Griechenland könnte damit - einmal mehr - zur Wiege einer neuen Sozialstruktur, eines neuen Denkens werden(sic!).

H.-W. Graf

Freitag, 9. April 2010

Die Bundesbank gegen den "Inflationsmaximierenden Fonds"

In diesen Zeiten des monetären Nihilismus fällt es mir schwer irgendeine der planwirtschaftlichen Maßnahmen die zur "Rettung" von Griechenland diskutiert werden, für "richtig" oder "falsch" zu halten. Wenn ein politisches Organ aber wenigstens klare Worte findet, ist mir das zumindest sympathisch. Sehr klar Worte hat nun offenbar die Bundesbank gefunden. In einem bankinternen Papier, das ausgerechnet der Frankfurter Rundschau vorliegt, wird z.B. der Internationale Währungsfonds polemisch als "Inflation Maximizing Fund" (IMF) bezeichnet:

"Die Buchstaben "IMF" könnten "zukünftig für ,Inflation Maximizing Fund´ stehen", heißt es provozierend in der Vorlage. IMF (International Monetary Fund) ist die englische Abkürzung für IWF und "Inflationsmaximierender Fonds", wie die Scharfmacher in der Bundebank dichten."

Das paßt übrigens gut zu den Aussagen des Ökonomen Richard Koo (Nomura), der kürzlich folgendes von sich gab:

"When asked to put some kind of figure on the level of independence he says the BOJ would be close to 90 on a scale with a base score of 100 for the old Bundesbank, Koo’s model of an independent central bank.
"There are varying degrees of so-called independence. The Deutsche Bundesbank, when those guys were around, they were really independent, they listened to nobody and they just kept on doing what they thought was the right thing to do. Compared to that, both the Federal Reserve and the Bank of Japan today are more concerned about the political scene and the possible backlash—congressmen talking about the independence of the central bank and things like that. But the Bundesbank in those days didn’t give a damn about politicians whatsoever."

Der ganze Artikel ist auch lesenswert, weil er u.a. anhand einer Anekdote zeigt, was für ein Opportunist Alan Greenspan ist. Aber das ist zugegebenermaßen nix Neues.

Mittwoch, 17. März 2010

Griechenland will "geladene Waffe" auf dem Tisch liegen sehen

We would like to have a loaded gun on the table and hope never to have to use it,» said Finance Minister Giorgos Papaconstantinou after a meeting of European Union finance ministers in Brussels yesterday. The government believes that having the funds available will mean that it can borrow at lower rates, as it could help drive the spread on Greek bonds down."

Unser Vorschlag: einfach bei Hank Paulson nachfragen, ob der noch seine Bazooka hat.

Zur Erinnerung:

"“If you’re not used to thinking about these issues it seems counterintuitive,” Mr. Paulson, a former Goldman Sachs chief executive, told lawmakers at the time. “But if you’re used to thinking about the issues, it is very intuitive. That if you’ve got a squirt-gun in your pocket you may have to take it out. If you’ve got a bazooka, and people know you’ve got it, you may not have to take it out. … By increasing confidence, it will greatly reduce the likelihood it will ever be used.”
Quelle:

Donnerstag, 18. Februar 2010

Auch ´ne Idee - aus griechischen Staatsschulden werden deutsche Kriegsschulden

So stellt sich das offenbar die "griechische Opposition" vor. Deutsche Kriegsschulden zu monetisieren ist ja auch schon lange Usus in Mittelmeeraum und nun versuchen es eben auch einmal die Griechen. Das ist im Grunde auch nicht "unmoralischer" als das bundesdeutsche Gehabe in der unsäglichen Komödie um die Eurozonen-Planwirtschaftszentralwährung. Das sind Streitereien die auf Ebenen entschieden werden, die so weit weg wie nur irgendwie möglich von der Einflußsphäre einer individuellen "Wahlstimme" getroffen werden. Daher sollte es eigentlich nicht dazu führen, daß individuelle "Deutsche" deswegen Probleme mit individuellen "Griechen" bekommen oder andersherum. Ich hoffe sehr, daß die Völker Europas nicht auf diese "Teile-und-Herrsche"-Spiele hereinfallen. Es wird nämlich langsam echt langweilig:


http://www.reuters.com/article/idUSLDE61H1IZ20100218

ATHENS, Feb 18 (Reuters) - Greek opposition lawmakers said on Thursday that Germans should pay reparations for their World War Two occupation of Greece before criticising the country over its yawning fiscal deficits...

 
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