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Montag, 9. Januar 2012

Roland Baader ist gestorben

Gestern ist der große Freiheitsdenker Roland Baader im Alter von 71 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Auch ich hatte die große Ehre, den großen Freiheitsdenker Roland Baader über die letzten 15 Jahre mehrmals persönlich treffen zu dürfen.






von Peter Boehringer 08.01.12 23:45:25


Einer der größten Freiheitsverteidiger und Denker der Gegenwart ist heute am 8. Januar 2012 im Alter von 71 Jahren gestorben. Mit Roland Baader geht ein persönlicher Freund und ein prägender geistiger Lehrmeister für Dutzende Kollegen und –wie ich aus enorm vielen Gesprächen und Zuschriften weiß– vermutlich für Hunderttausende einfacher aber intellektuell aufgeschlossener und unvoreingenommener Menschen.
Wer je ein Buch von Roland Baader in Händen hatte oder wer gar das Glück hatte, ihn kennenlernen zu dürfen, den wird die wohl einmalige Kombination aus unerbittlichem Marktwirtschaftler, Wortgiganten, strengem Logiker und Rationalisten und zugleich menschlich höchst kreativem und feinsinnigem Geist bis zur letzten Seite nicht losgelassen haben.

Roland Baader starb nach langer und schwerer Krankheit, wegen der er seit fast zehn Jahren kaum noch öffentlich auftreten konnte. Er hat sein Leiden aber in stoischer bzw. epikureischer Manier ertragen – und es geradezu energetisch bzw. intellektuell umgewandelt in einige seiner größten Werke, die noch in diesen seinen letzten Jahren entstanden sind: Zu seinem späten Œuvre gehören u.a. die „Freiheitsfunken“ (2008), in denen seine phantastische Fähigkeit brillierte, vermeintlich komplexe Sachverhalte in Form kurzer Aphorismen auf ihren oft trivialen Kern zu reduzieren und so einem Massenpublikum verständlich zu machen. Dazu gehörte aber auch „Geld, Gold und Gottspieler – Am Vorabend der nächsten Weltwirtschaftskrise“ (2004), das keynesianische Gegner der Freiheit und Marktwirtschaft vergeblich als „populärwissenschaftlich“ zu diffamieren suchten – das aber getragen ist von einem umfassenden Verständnis der VWL (besser: „Nationalökonomie“) durch den „Österreicher“ und Freiburger Hayek-Schüler Roland Baader. Kaum ein Werk des 21. Jahrhunderts wird mehr Menschen aufgerüttelt haben für freiheitlich-marktwirtschaftliche Ideen und für den ewigen Kampf des Libertären gegen die dunklen Mächte der Planwirtschaft und Bevormundung als dieses Buch! Treffende Begriffe wie „Makroklempnerei“ und „Gottspielerei“ waren schon sieben Jahre vor der heute offensichtlichen Hybris der Weltregierer derart schneidende und griffige Wahrheits-Rhetorik, dass libertäre Blogger sie fast schon unterbewusst in ihren aktiven Wortschatz aufgenommen haben. Sein vorläufiges Letztwerk war der ebenfalls unbedingt lesenswerte „Geldsozialismus“ (2010), in dem nochmals in ebenso subtil-feinsinnigen wie donnernd-eindringlichen Sätzen das fraktionale ungedeckte Monopolzwangsgeld unserer Zeit seit 1913/1971 als unnatürlich und hochgefährlich für die Wirtschaft, und die Freiheit der Welt angeprangert wurde. Ich sage „vorläufiges Letztwerk“, weil Anlass zur Hoffnung besteht, dass uns Roland Baader mit den durchaus bereits weit gediehenen „Freiheitsfunken II“ noch posthum ein weiteres hoch-kreatives und aufrüttelndes Freiheitsfanal hinterlassen hat – wenn auch vermutlich unvollendet.
Nach diesem Buch ist es dann an einer neuen Generation freiheitsliebender Menschen, das Fanal bzw. in der kommenden dunklen Zeit wenigstens den Freiheitsfunken zu bewahren und zu nähren. Diese Generation sind wir alle, denn Freiheit verliert man (= fast alle!) in kleinen Scheibchen – die Gegenwart der Machtpolitik beweist uns dies leider fast täglich.
Roland Baader war sterblich. Sein Werk ist es nicht, denn es behandelte meist die Freiheit (des Individuums) und die Natürlichkeit (des Geldes und der Märkte). Beide aber sind unsterblich, weswegen zwar das Fanal des Botschafters erlöschen kann – nicht jedoch die Ideen!
Baader schrieb vor einiger Zeit das Vorwort zu „Krankes Geld – kranke Welt“ von Gregor Hochreiter. Unsere Welt leidet seit spätestens 1971 an einer unnatürlichen und völlig künstlichen, menschengemachten Krankheit. Trotz der „langen, schweren Krankheit“ des Geldes, der Märkte und der Freiheit wird die Welt aber letztendlich nicht sterben an dieser Krankheit. Zwar sieht es im Moment so aus, dass sie wieder einmal auf dem schnellsten Weg zum erneuten Schuld-Krisenkollaps ist, der sich nicht auf die Wirtschaft beschränken wird und der letztendlich Rattenfänger und Führer hervorbringen wird, welche in der Geschichte immer Feinde der individuellen und gesellschaftlichen Freiheit waren. Doch die Natur überlebt Ideologien immer. Die kommende dunkle Zeit wird letztendlich auch diesmal wieder an ihrer Künstlichkeit zugrunde gehen. Roland Baaders Testament muss auch und gerade in dieser Zeit unser Leitfaden zur Bewahrung der Freiheitsflamme sein. Wenn die Nacht am dunkelsten sein wird, wird die Morgendämmerung kommen. Es wird in dieser Dunkelheit sein, in der wir Roland Baaders Werk am meisten schätzen werden, denn die Freiheit wird leider immer erst dann am höchsten geschätzt, wenn sie uns genommen wurde – egal ob in einem radikal-totalitären Akt oder peu-à-peu in kleinen Scheibchen.
Baader wurde auch als Mensch geachtet, weil er trotz schärfster Logik kein kalter, puristisch-extremer Rationalist und kein intoleranter kurzsichtiger Markttechnokrat war, sondern auch vermeintlich irrationalen oder marktfernen – aber humanen Regungen des Geistes Raum zugestand: So driftete er z.B. nicht wie manche Kollegen aus dem radikal-libertären Lager in den Nihilismus und in destruktiv-anarchistische Utopien ab. Auch lehnte er –wie er mir noch bei unserem letzten Gespräch 2011 persönlich versichert hat– antidemokratische Tendenzen einiger „Peers“ ab – zumindest „soweit wir von basisnahen Demokratieformen sprechen“. Die pervertierte unrepräsentative Parlamentsdemokratie, die wir heute zunehmend erreichen, sah Baader jedoch durchaus kritisch, wie man z.B. in „Freiheitsfunken“ nachlesen kann. *)
Auch dem Glauben gestand er problemlos Raum zu und bezeichnete sich sogar –obwohl selten Kirchgänger– als „gläubig“ in dem Sinne, zu dem auch viele große Naturwissenschaftler (Heissenberg, Einstein, Bohr, Pauli) an einem bestimmten Punkt in ihrem Forscher-Leben gefunden haben: Unsere Existenz kann letztendlich nicht nur Zufall und reinem Darwinismus geschuldet sein. Es kann durchaus einen großen Meta-Plan und einen übergeordneten Zweck unser Existenz geben, auch wenn uns zu beidem die letzte Einsicht verwehrt bleibt. Ganz sicher aber ist der Plan der Natur für die Menschheit nicht der Plan der Welt-Eliten, welcher zum unmenschlichen und freiheitslosen Weltsozialismus führt. Trotz der überragenden Hybris der Eliten gibt es größere Ideen, Ideale und Werte für die Welt – auch wenn wir keinen letztgültig beweisbaren Einblick in sie haben sollen. Roland Baader hat das verstanden, unsere Beweisnot in Sinnfragen als „natürlich“ akzeptiert und dem Abdriften in den menschenfeindlichen Nihilismus oder in den Atheismus widerstanden.
Roland Baaders Körper ist in diesem Sinne heute zu seinem natürlichen Schöpfer heimgerufen worden, der ihn mit intellektuellem Talent reich bedacht hatte und ihn zeitlebens zur Arbeit für Freiheit, Wahrheit, Natürlichkeit, Markt und Menschen angetrieben hat. Für Werte also, die in Symbiose zusammengehören und die nur gewaltsam-totalitär voneinander getrennt werden können! Und selbst dies nur temporär – am Ende obsiegen sie immer.
Die von Roland Baader thematisierten Werte und Ideen sind unsterblich. Wir werden uns an sie wie an ihn erinnern. Heute in tiefer Trauer. Künftig in großer Ehrfurcht und Zuversicht.
Peter BoehringerMünchen, 8. Januar 2012
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*) Baader-Zitate aus „Freiheitsfunken“ (Lichtschlag-Verlag, 2008)
„Demokratie kann nur insoweit und insofern zum Wohlstand eines Volkes beitragen, als sie der zentralen Planwirtschaft länger widersteht als eine Diktatur.“„Wer den Markt verhöhnt, der verachtet damit die Menschen.“„Wer die Sicherheit der Freiheit vorzieht, wird immer in der Unfreiheit landen – und damit in der schlimmsten Unsicherheit, die dem Menschen widerfahren kann.“„Wenn man als Letztbegründung für Moral akzeptiert, dass der Mensch oder die Menschheit überleben sollte, dann muss man auch die Letztbegründung von Moral aus dem Eigentumsgedanken akzeptieren, denn ohne die Institution des Privateigentums kann die Menschheit nicht überleben.“„Der gefährliche Wandel von der Rechtsgemeinschaft zur ‚Wertegemeinschaft‘ ist ein Traum der Intellektuellen, weil sie hier das Interpretationsmonopol bezüglich Begriffen für sich beanspruchen können. Im Namen der Rechtsgemeinschaft kann man keine Priesterherrschaft errichten, im Namen einer ‚Wertegemeinschaft‘ sehr wohl.“
=> Kürzer als Baader hat die letzte o.g. Weisheit wohl nur der
Papst formuliert: „Nimm das Recht weg – was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande?“. => In Zeiten der Opferung des Rechts auf den Altären verlogener sog. „Rettungsschirme“ der freiheitsraubenden Welteliten ist das leider hochaktuell. Der Kampf gegen die Unfreiheit und für Wahrheit und Recht enden nie!



Mittwoch, 26. August 2009

Interview mit Roland Baader: "Babylons Türme stürzen ein"

Großartiges Interview mit Roland Baader auf den Goldseiten:

Auszüge:

factum: Sie fordern, der Staat dürfe nicht Kontrolle über das Geld haben. Wird sich das je ändern?
Roland Baader: Friedrich A. von Hayek, neben Ludwig von Mises der wohl bedeutendste Ökonom des 20. Jahrhunderts, hat schon 1977 in seinem Buch «Entnationalisierung des Geldes» geschrieben, dass allein dadurch der Entwicklung aller Regierungen in Richtung auf den Totalitarismus eventuell Einhalt geboten werden könnte. Es gehe um nicht weniger als das Überleben der Zivilisation. Seine letzten Sätze lauten: «Ich wünschte, ich könnte den Rat geben, langsam vorzugehen. Aber die Zeit mag kurz sein.»
factum: Die Krise ist da. War die Zeit so kurz?
Roland Baader: Ja, die Zeit war kurz, und jetzt ist es zu spät. Die babylonischen Türme stürzen ein und die Gefahr, dass sie die Zivilisation unter sich begraben, ist riesengroß.
factum: Kann es nicht sein, dass die Bevölkerung aufwacht?
Roland Baader: Was die Sache besonders schwierig macht, ist die Tatsache, dass die meisten Ökonomen den Bürgern nicht die Wahrheit sagen, sondern ihnen weiterhin die keynesianischen und etatistischen Märchen erzählen. Die eine Hälfte der Ökonomen sind Staatsdiener, die andere Hälfte Angestellte der Banken und Finanzinstitutionen. Wie sollten sie ein Geld befürworten, das ihnen ihre Geschäftsgrundlagen entzieht?


Disclaimer:
Seine Religiösität kann ich nicht nachvollziehen, aber sein "Gott" scheint so nett zu sein, daß er mir das nachsehen dürfte.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Roland Baader: Schlacht gegen die Realität

Wer könnte in dieser Krise besser gegen planwirtschaftliche Zentralbanken, Fiat-Money-Falschgeld und keynesianischen Sozialismus anschreiben als der deutsche Großmeister der Austrians?

Das Wort hat Roland Baader:

Jetzt ist sie da, die lange Sicht…

Aus dem 700-Milliarden-Paket der US-Regierung zum staatlichen Ankauf illiquider Bank-Aktiva werden zwar rasch Tausend und mehr Milliarden werden, aber auch 700 Milliarden Dollar sind eine unvorstellbare Menge. In aufeinandergelegten 100-Dollar-Scheinen ergeben sie einen Stapel von 762 Kilometern Höhe. Nicht sehr viel niedriger ist der 500-Milliarden-Euro-Turm von Merkel und Co. Werden diese babylonischen Türme die Finanzkrise lösen oder wenigstens mildern? Nein, sie werden zwar die schlimmsten Krisenereignisse hinauszögern, diese aber insgesamt verschlimmern und verlängern.

weiter geht's beim ef-magazin

Dienstag, 4. März 2008

Inflation - Der papierene Selbstmord

In der neuesten "eigentümlich frei" ist wieder ein Artikel des großen klassisch-liberalen Denkers und Ökonomen Roland Baader erschienen:




Er schließt mit den pessimistischen Worten:


"Wir werden erleben, wie man die Agonie des Weltfinanzsystems dem Kapitalismus zuschreiben wird – und nicht seinem Zerstörer, dem sozialistischen Staatsgeld. Was der papierene Selbstmord wirtschaftlich und politisch nach sich ziehen kann:

Die Generation unserer Eltern und Großeltern hat es erlebt. Ich hatte gehofft, dass es unserer Generation und unseren Kindern erspart bleiben möge.

Eine wohl vergebliche Hoffnung."


Es ist für mich unbegreiflich, wie einige Libertäre angesichts der Probleme, die uns drohen, das politisierte Lechts-Rinks-Spielchen des Fiat-Money-Establishments mitmachen können und sich dabei auch noch selbst für Anarchisten halten...
Nun, wir hier werden alles versuchen, daß vielleicht doch einige Menschen die richtigen Lehren ziehen können, sollte es tatsächlich zu diesen Entwicklungen kommen. Ich lese diese Prognosen nun schon seit Jahren, aber derart deutlich standen die Zeichen noch nie an der Wand.

In diesem Sinne:


Hasta la libertad, siempre!


 
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