An:
daryl_lindsey@spiegel.de
david_crossland@spiegel.de
siobhan_dowling@spiegel.de
charles_hawley@spiegel.de
david_gordon_smith@spiegel.de
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe Ihre Mailadressen im Impressum von SPIEGEL.de gefunden. Ich möchte mich an Sie wenden, die dort alle unter "SPIEGEL International" aufgeführt sind, weil ich meinen Glauben an die Presse in Deutschland, insbesondere den SPIEGEL, zu verlieren beginne.
Ich, ein 31jähriger Selbständiger aus München, bin seit Jahren politisch sehr interessiert und lese den SPIEGEL - im Internet - täglich. Seit mehreren Monaten verfolge ich den Präsidentschaftswahlkampf in den USA und die Wahlkampagne des sogenannten "Außenseiters" im republikanischen Lager, Dr. Ron Paul aus Texas. Mir ist bekannt, daß der SPIEGEL mehrere Korrespondenten in den USA hat, die Herren Steingart, Pitzke und Schmitz, aber deren Adressen sind nicht im Netz zu finden, weswegen ich mich an Sie wende. Gerne dürfen Sie mein Mail an diese Herren weiterleiten.
Warum berichtet der SPIEGEL nicht über diesen Kandidaten? Warum erfahren seine Leser nichts über die "Money Bomb" oder die 5.000 Anhänger, die in Philadelphia zusammengekommen sind, um ihn zu sehen? Warum berichtet kein deutsches Medium über die dezentrale, spontane Graswurzelbewegung, die er ausgelöst hat? Warum berichtet niemand über das weltweite Netzwerk von Unterstützern, die sich über das Internet zusammenfinden? Warum erwähnt niemand die 55.000 Videos, die Aktivisten bei Youtube eingestellt haben? Warum hören und lesen wir nichts über diese Bewegung, die Republikaner, Demokraten, Independents, Nichtwähler, Constitutionalists und Libertarians vereint?
Ich habe im Sommer aus purem Frust, daß niemand in Deutschland über Ron Paul berichtet, einen Blog begonnen, obwohl ich vom "bloggen" bisher nichts verstand:
http://bavaria-for-ron-paul.blogspot.com/
Ich bin kein Journalist und will es auch nicht werden. Ich bin nur ein aufmerksamer Bürger dieser Republik und ich habe noch ein Restvertrauen in die konventionellen Medien, obwohl es täglich bröckelt. Ich nehme mir die Freiheit, auch sog. "Verschwörungstheorien" zur Kenntnis zu nehmen und abzuwägen, inwiefern diese mir einleuchten oder nicht. Ich weigere mich allerdings noch zu glauben, daß es so "krass" ist, wie z.B. ein Alex Jones (http://www.infowars.com/) es darstellt.
Das wird allerdings immer schwieriger, wenn ich feststelle, daß "die Medien" (also SIE) sich genau so verhalten, wie solche Leute es voraussagen.
Warum erfährt der SPIEGEL-Leser denn z.B. nichts über das CFR, das alle "Frontrunner" in seinen Reihen weiß (Clinton, Obama, Giuliani, Romney, Mc Cain)? Warum berichtet der sonst so US-kritische SPIEGEL nicht über den einzigen Kandidaten, der nicht nur die (nicht erklärten) Kriege im Afghanistan und Irak beenden will, sondern auch noch eine scharfe Generalkritik am US-Imperialismus übt? Der mit dem Iran ernsthaft verhandeln will anstatt das Land ernsthaft mit einem atomaren Erstschlag zu bedrohen? Der das Wort "Blowback" in den Mund nimmt? Der die geheimen Operationen der CIA in scharfen Worten kritisiert und offen ausspricht, daß aktuell wieder verdeckte Operationen laufen, um das Regime in Teheran zu stürzen?
Ich bin - in dubio pro reo - bisher davon ausgegangen, daß die deutschsprachigen Journalisten vielleicht einfach nichts von Ron Paul mitbekommen haben, weil die US-Medien bisher ebenfalls weitgehend schwiegen. Das ist aber nun nicht mehr der Fall. Sie können sich in folgenden Amateurvideo bei Youtube einen kurzen Einduck über den Stand der Fernsehberichterstattung in den USA verschaffen:
Ron Paul: A New Hope 2.0
http://youtube.com/watch?v=wIivoqLbeeg
Warum lassen Sie es zu, daß der Bürger den Eindruck gewinnen könnte, es werde ihm etwas vorenthalten? Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, daß ich diesen Brief im Netz veröffentlichen werde.
In der Hoffnung auf eine klärende Antwort verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Fabio Bossi
Ron Paul: A New Hope 2.0
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Donnerstag, 15. November 2007
Offener Brief an den SPIEGEL
Eingestellt von
Fabio Bossi
um
11:11
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Labels: Afghanistan, Blowback, CFR, CIA, Der Spiegel, Irak, Iran, Medien, Offener Brief an den SPIEGEL, Ron Paul Revolution
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