Mittwoch, 2. April 2008

Die Regierung als Zerstörer

"Der Ansatz der Österreichischen Schule, der bei den Mitgliedern anderer Richtungen 150 Jahre lang Anstoß erregt hat, ist der Folgende: Die Lehrsätze der Wirtschaft sind universell. Die Prinzipien gelten zu allen Zeiten und an allen Orten, weil sie sich aus der Struktur der Wirklichkeit und aus den menschlichen Verhaltensweisen ableiten. Was im China des Jahres 300 vor Christus zu Wirtschaftswachstum, Inflation oder Geschäftszyklen geführt hat, ist genau das, was heute, im Jahr des Herren 2008 dieselben Phänomene in den USA bewirkt. Die Umstände der Zeiten und der Orte verändern sich, aber die grundlegende wirtschaftliche Realität ist die gleiche. Die Behauptung hat andere Wirtschaftswissenschaftler - von Soziologen, Historikern und Politikern ganz zu schweigen – wie Tauben auseinandersprengen lassen. Die historische Schule hat diese Vorstellung mit Spott und Hohn überhäuft; aber Carl Menger, der Gründer der Österreichischen Schule hat sich mit Klauen und Zähnen verteidigt. Die Chicago-School der Positivisten fand diese Behauptung lächerlich - doch Mises und Hayek und Rothbard fochten dagegen an..."

Der komplette Artikel von Lew Rockwell ist hier zu finden:

http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=6903&seite=0

Anmerkung:

Die "Chicago School" sind die Monetaristen und FED-Apologeten um Milton Friedmann, die uns heute als "Kapitalisten" verkauft werden. Der Name bezieht sich auf die Universität von Chicago, die von John D. Rockefeller gegründet wurde und die er mal als das "bestes Investment das ich je gemacht habe" bezeichnet hat. Auch dessen Enkel David zeigt sich durch diese Schule beeinflußt:

SZ: In Ihrer Ausbildung als Ökonom haben Sie bei den berühmtesten Ökonomen der Zeit gehört: Joseph Schumpeter, Gottfried Haberler, Friedrich v. Hayek. Wer hat Sie am meisten beeinflusst?

Rockefeller: Es gibt jemand, den Sie gar nicht erwähnt haben: Mein Doktorvater Frank Knight von der Universität Chicago. Er war ein Ökonom und Philosoph, der weniger gepredigt hat, sondern zu ausgewogenen Schlüssen gekommen ist. Seine Botschaft war: Es gibt wenig Situationen im Leben, in denen es ein klares Richtig oder Falsch gibt. Deshalb habe ich mich nie einer ökonomischen Schule angeschlossen.

Auszug aus dem SZ-Interview mit David Rockefeller vom 01.04.2008

Ähnlich "pragmatisch" argumentiert inzwischen übrigens auch Alan Greenspan, wie Roderick T. Long in seinem Artikel "How Alan Greenspan Learned To Stop Worrying and Love the State" herausarbeitet.
Wenn "Linke" wie Naomi Klein Exzesse unserer staatlich-industriellen Oligarchen-Mafia als "Kapitalismus" beschimpfen und nach mehr staatlicher "Kontrolle" rufen, sollten sie einmal darüber nachdenken, wie stabilisierend dieser scheinbare Antagonismus von "rechts" und "links", von "Kapitalismus" und "Sozialismus" sich auf das Gesamtsystem auswirkt.

Manche Leute, wie z.B. David Rockefeller, wissen das:

SZ: Wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken: Was war Ihre wichtigste Errungenschaft?

Rockefeller: Meine Fähigkeit, die Dinge objektiv zu analysieren und nicht vorgefasste politische Meinungen zu übernehmen. Ich würde mich weder einen Kapitalisten noch einen Sozialisten nennen, ich habe meine unabhängige Meinung.

Andere wissen auch um den Schein-Antagonismus, der zufällig so ans "Teile und Herrsche"-Prinzip erinnert. Die kritisieren das aber fundamental und nicht innerhalb der Matrix, kommen aber - natürlich rein zufällig - weder zu akademischen Würden, noch ins mediale Rampenlicht, wie z.B. der prinzipienfeste "Austrian" Ron Paul.

1 Kommentar:

Colognepaulista hat gesagt…

Interessant fand ich auch R.s Bemerkung in dem Interview, daß er sich selbst weder als Kapitalist noch als Sozialist bezeichnen würde. Darüber kann man lange nachdenken.

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