Freitag, 4. April 2008

Hände weg vom Internet-Glückspiel!

In England wird gerade Youtube an den Pranger gestellt, weil dort 600 (!) Leute ein Vergewaltigungsvideo angesehen haben, bevor es nach einem Nutzerhinweis ("Flag") heruntergenommen wurde. Die britischen parlamentarischen Erziehungsberechtigten begrüßen nicht, daß das freie Internet so schnell funktioniert und daß die Bürger das Problem ganz alleine lösen, nein, sie wollen, daß NIEMAND solche Videos sehen kann und fordern - dreimal dürft Ihr raten - neue Gesetze und staatliche Eingriffsmöglichkeiten!

In den USA wird offenbar gerade ein Verbot des Internet-Glückspiels diskutiert. Ich bin kein Experte, aber das ganze trägt offenbar wieder so einen schönen orwellianischen Titel:

SAFE Port Act, wobei "SAFE" ein Akronym für "Security and Accountability For Every Port Act".

Der "USA P.A.T.R.I.O.T Act" läßt grüßen!


Wer stellt sich ´mal wieder gegen diese Geschichte? Natürlich Ron Paul!


Der fordert "Hands Off Internet Gambling" und ich nicht-online-Spieler klatsche, denn so eine Argumentationsweise ist leider in der EUDSSR bei Politikern offenbar ausgestorben:


"Es ist nicht die Aufgabe der Bundesregierung das Kindermädchen zu spielen, das die Bürger vor jeder auch nur potentiellen negativen Konsequenz ihrer Handlungen schützt. Obwohl ich persönlich der Meinung bin, daß Online-Glückspiel eine dumme Geldverschwendung ist, sollten amerikanische Bürger genauso frei sein, ihr Geld beim Online-Poker auszugeben, wie für den Kauf eines Gebrauchtwagens, dem Abschluß einer Immobilienfinanzierung oder den Kauf eines Hedgefonds. Risiko ist ein Wesensmerkmal jeder wirtschaftlichen Betätigung und es ist nicht die Sache der Regierung zu bestimmen, welchen risikoreichen Verhaltensweisen sich Amerikaner widmen sollten oder nicht."


(Auszug aus der Rede vor dem Kongreß, Übersetzung Bavaria4Ron Paul)


Ich will von Leuten wie Ron Paul regiert werden, wenn es denn tatsächlich wirklich so sein sollte, daß wir einen überregionalen Gewaltmonopolisten brauchen!

Kommentare:

John Haase hat gesagt…

Wir werden diese Politiker nie wieder los. Es gibt kein Land auf der Welt in dem liberale Politik betrieben wird. Wenn aus Versehen doch einmal ein Liberaler vom Volk gewählt wird, wird dieser von Medien und Politbetrieb abgesägt (Schweiz *hust*).

Es macht mich krank: wissen diejenigen, die nun mal wieder Kontrollen für irgendetwas fordern denn nicht, daß Kontrollvorschriften, Steuern und Verbote niemals wieder aufgehoben sondern eher noch erweitert werden? Ich habe wirklich wenig Hoffnung, man schaue sich Ron Pauls Abschneiden in den USA an! Der Sozialismus kommt, langsam zwar, aber unaufhaltsam, vor allem in Europa.

Der normale Bürger hat Angst vor Allem und Jedem und möchte, daß der Staat ihn beschützt. Alle geißeln staatliche Regelungswut, aber jeder hat sein Lieblingsverbot, das er nicht missen möchte. Die Einen fordern ein NPD-Verbot, die Anderen finden es gut, daß es praktisch ein allgemeines Waffenverbot gibt. Wieder Andere wollen es verbieten, daß ein Unternehmen das Gewinne macht Mitarbeiter entlassen darf sind aber gleichzeitig gegen das Verbot von Haschisch. Die Leute fordern niedrigere Steuern für sich und höhere für "die Reichen" etcetc.

Höchstens 5% aller Menschen begreifen, daß es nicht "meine Freiheit" und "deine Freiheit" gibt sondern nur "unsere Freiheit". Wenn man einen Lebenstil erlaubt (bspw. Sozialhilfebezieher) einen anderen aber nicht oder nur unter großen Hürden (bspw. Waffensammler) so ist dies kein Ausdruck von Freiheit sondern von Macht. Es gibt eben mehr Sozialhilfebezieher als Waffensammler, deswegen können erstere den letzteren die gewünschten Rechte zuteilen. Oberflächlich betrachtet sieht das manchmal wie Freiheit aus, ist aber heutzutage jederzeit widerrufbar wie wir wissen. Braucht nur eine Gesetzesreform. Während unsere Rechte früher als von Natur aus gegeben betrachtet wurden so werden sie uns heute von der Mehrheit nach Gutdünken zugeteilt oder aberkannt.

Ich würde gerne etwas anderes schreiben, aber ich habe eigentlich nicht nur wenig, sondern gar keine Hoffnung. Ich glaube wir brauchen ein Wunder.

lr hat gesagt…

Naja, in Deutschland würde man das Internetglücksspiel sowieso verbieten. Im Verbieten sind unsere Politiker ganz gross. Aber in den USA müsste das Glücksspiel doch sehr willkommen sein. Je mehr Amerikaner Hab und Gut verlieren, umso mehr Freiwillige für den todesmutigen Einsatz im Irak lassen sich doch finden!

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